Studie
Golfmarkt zeigt sich weiter wachstumsstark

Die Wirtschaftskrise kann die Begeisterung für den Golfsport nicht trüben. Laut einer neuen Studie der Münchener Unternehmensberatung Deloitte rechnet die Mehrzahl der Betreiber von Golfanlagen in Deutschland nicht mit größeren Auswirkungen der Konjunkturschwäche auf ihr Geschäft.

DÜSSELDORF. Rund 80 Betriebe hat Deloitte befragt – 61,4 Prozent davon geben an, dass die ökonomischen Rahmenbedingungen lediglich geringen Einfluss auf die Nachfrage haben. Etwa ein Drittel gehen jedoch von einem „starken“ Einfluss aus.

Aktuell sind die Golfplatzbetreiber mit dem Umsatz zufrieden. „Nur drei Prozent sprechen von einer schlechten Unternehmenssituation“, sagt Niels Gronau, Experte für die Freizeitbranche bei Deloitte. „Knapp 45 Prozent hingegen bezeichnen ihre Lage im Moment als gut.“ Für 2009 rechnen 8,5 Prozent der Anbieter mit einer Verschlechterung des Geschäfts. Gut ein Viertel geht davon aus, dass sich die Situation verbessern wird. Die Hersteller von Kleidung und Ausrüstung für Golfer teilen laut Gronau die Zuversicht.

Die Deloitte-Berater sehen gute Chancen für ein langfristiges Wachstum. Die Zahl der aktiven Sportler liege derzeit in Deutschland bei 720 000 – beim Deutschen Golf Verband (DGV) registriert sind davon gut 575 000. Damit erreicht der Anteil der Golfer an der Bevölkerung in Deutschland knapp ein Prozent. „Die Betreiber schätzen das zusätzliche Potenzial auf 1,1 Millionen Menschen“, sagt Gronau. „Bei einer entsprechenden Ausschöpfung könnte sich die Zahl der Golfer in Deutschland also weit mehr als verdoppeln.“ Im Vergleich zu anderen Freizeitsportangeboten wäre eine Marktdurchdringung von rund zwei Prozent allerdings relativ bescheiden. So kommt beispielsweise die Fitnessbranche auf sechs bis sieben Prozent.

Um mehr Menschen für ihre Angebote zu interessieren, setzt die Mehrheit der Anlagenbetreiber laut Deloitte etwa auf das „Pay&Play“-Prinzip – über geringere Gebühren werden Mitglieder geworben, für die sich eine Vollmitgliedschaft nicht lohnen würde. Zudem geht der Trend zu kürzeren Spielzeiten. „Immer häufiger werden 9-Loch- statt klassischer 18-Loch-Runden gespielt“, sagt Gronau. „Wer am Sonntag golfen geht, hat noch genug Zeit für andere Hobbys und die Familie.“

Zudem steigt die Zahl öffentlicher Angebote – hier wird ohne Mitgliedschaft gegolft. „Die Angebote eignen sich vor allem für Leute, die nicht regelmäßig spielen“, sagt Gronau. Derzeit machen die Gelegenheitsgolfer ein knappes Drittel der Klientel aus – sie spielen weniger als acht Runden pro Jahr.

Fast 40 Prozent der Golfplatzbetreiber gehen davon aus, dass sie beim Werben um neue Kunden erfolgreich sein werden: Sie erwarten 2009 einen Zuwachs bei den Mitgliedschaften um mindestens 2,5 Prozent. Die Sportler müssen sich laut Berater Gronau auf höhere Kosten einstellen: „Wir rechnen damit, dass sich das Preisniveau im Golfsport im laufenden Jahr erhöht.“

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