Sturz auf der sechsten Etappe
Tony Martin muss Tour abbrechen

Für Tony Martin ist die Triumphfahrt in Gelb beendet. Bei einem Sturz kurz vor dem Ziel der sechsten Etappe erlitt der Deutsche einen Schlüsselbeinbruch. Er bleibt Erster, aber eine Weiterfahrt ist nicht möglich.
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Le HavreKreidebleich und mit dick bandagierter linker Schulter stieg Tony Martin in den Krankenwagen. Mit Blaulicht wurde der Tour-Spitzenreiter abtransportiert. Die Triumphfahrt in Gelb endete für den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister auf dem harten Asphalt von Le Havre mit einem Schlüsselbeinbruch. Für Martin ist es das Ende seiner bislang so atemberaubenden Tour de France. „Schlüsselbein ist gebrochen. Wir überlegen weitere Schritte“, twitterte Martin kurz darauf aus dem Krankenhaus. In der Vergangenheit hatten Fahrer mit einem Schlüsselbeinbruch die Rundfahrt schon fortgesetzt, zum Beispiel Tyler Hamilton (1999) oder Pascal Simon – damals auch in Gelb (1983).

Doch für Martin platzte der Traum. Kurze Zeit später bestätigte Teamsprecher Alessandro Tegner der Deutschen Presse-Agentur, dass der 30-Jährige die Frankreich-Rundfahrt nicht mehr fortsetzen kann.

Schon die Bilder am Ende der Etappe ließen Schlimmes vermuten. Eskortiert von vier Teamkollegen quälte sich Martin mit großen Schmerzen die letzten Meter bis ins Ziel. Gut 1000 Meter vor dem Ende der Etappe war er auf seine linke Schulter gekracht. Martin musste fast schon den kleinen Berg hinauf geschoben werden. Der 30-Jährige verteidigte seine Spitzenposition mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Christopher Froome erfolgreich, weil er innerhalb der Drei-Kilometer-Marke zu Fall kam. Doch das dürfte ihn kaum trösten.

So verkam beim Etixx-Team der Sieg ihres Fahrers Zdenek Stybar (Tschechien) fast schon zur Nebensache. Dass John Degenkolb seinem Happy End erneut vergeblich hinterherjagte, passte an dem so bitteren Tag für die deutschen Radprofis ins Bild. Degenkolb landete nach 191,5 Kilometern von Abbeville nach Le Havre hinter Stybar, dem Slowaken Peter Sagan und Bryan Coquard aus Frankreich auf dem vierten Platz. Der Klassikerkönig, der schon vier zweite Plätze in seiner Tour-Karriere belegte, muss damit weiter auf einen Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt warten.

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