Super Bowl: 4,5 Millionen für ein paar Sekunden Werbung

Super Bowl
4,5 Millionen für ein paar Sekunden Werbung

Berühmt werden um jeden Preis: Wer beim Finale des American Football mitmacht, muss klotzen. Denn die Werbeflächen sind teuer wie nie. Was die Schlacht um den Super Bowl bringt. Und welche Spots am meisten auffallen.
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New York„Das war jetzt nicht gerade meine einfachste Übung.“ Seth Winter, Chef-Anzeigenverkäufer von NBC, räumt vor Journalisten einige „Herausforderungen“ ein. Aber am Ende hat es geklappt. Alle TV-Spots sind verkauft, berichtet Winter. Das gilt für NBC und die TV-Netze, mit denen Verträge bestehen. Und nicht nur das: Sämtliche Anzeigenplätze in der Nach-Spiel-Berichterstattung seien verkauft und das gesamte digitale Anzeigenangebot auf Internetseiten oder Apps.

Es gab, Stand Donnerstag, nur noch „eine Handvoll“ Werbeplätze in der Vorberichterstattung des Spiels, das da fast zur Nebensache wird: Die New England Patriots treffen auf die Seattle Seahawks. Und wenn man nach dem vergangenen Jahr geht, werden wohl wieder rund 111,5 Millionen Menschen zuschauen.

Für Winter war es eine Entscheidungsschlacht. NBC verlangte 4,5 Millionen Dollar für einen 30-Sekunden-Werbespot, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Und sagenhafte 11.900 Prozent mehr als 1967. Da wurde das heutige Megafinale erstmals ausgetragen. Damals noch als kaum beachtetes Nischenereignis für hartgesottene Sportfans.

Das Problem dieses Jahr: Mit einer Reihe von Skandalen um Gewalt von Spielern gegen Frauen katapultierte sich die Liga NFL 2014 nach ganz oben in die Negativschlagzeilen. Der Football-Verband versuchte zunächst, wie üblich, die Vorfälle als isolierte Ereignisse und Lappalien abzuhandeln. Doch das ging gründlich schief. Die Empörung erreichte sogar das politische Washington. Gleichzeitig sollten aber die Werbepreise auf Rekordniveau steigen. Die Angst, dass große Sponsoren sich zurückziehen, ging um, wie zum Beispiel Pepsi Cola. Eine Frau, die 1955 geborene Indra Nooyi, amerikanische Managerin mit indischen Wurzeln, hat hier mittlerweile das Sagen.

Denn das wäre ein Desaster gewesen, wenn nicht das Todesurteil für den Super Bowl. Keiner kann es so wie Pepsi: Die Summe von rund 76 Millionen Dollar hat der Getränkeriese laut Werbespezialist WPP Kanter Worldwide im Dauerclinch mit seinem Erzfeind Coca Cola in nur vier Jahren in das Sportspektakel Super Bowl investiert. Zum dritten Mal in Folge bezahlt Nooyi jetzt das gigantische Halbzeitspektakel, in diesem Jahr mit Superstar Katy Perry und einem Überraschungsgast.

Für viele Fans ist dieses Show-Highlight der eigentliche Grund, das Spiel überhaupt teilweise zu verfolgen. Ob sich das Investment auszahlt, wird sich am elften Februar zeigen, wenn Pepsi Zahlen für das vierte Quartal vorlegt und Einblick gibt in das laufende Vierteljahr. 2013 jedenfalls musste Nooyi eine Kürzung ihres Vergütungspakets um elf Prozent auf 12,7 Millionen Dollar hinnehmen, weil Dauerpräsenz beim Super Bowl die Aufholjagd zu Coca Cola bremst.

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