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Super Bowl: Die Milliarden-Dollar-Show

Kickoff für das größte Sportereignis des Jahres in den USA: den Super Bowl. Millionen werden das Football-Finale verfolgen – und Konzerne wollen Milliarden damit verdienen. Ganz vorne dabei ist ein deutscher Autobauer.

Der „Superdome“ in New Oreans: Einst Katastrophenort, heute „Mercedes-Benz Superdome“. Quelle: Reuters
Der „Superdome“ in New Oreans: Einst Katastrophenort, heute „Mercedes-Benz Superdome“.Quelle: Reuters

New York/New OrleansEs ist noch nicht lange her, da war der „Superdome“ der wohl gruseligste Ort Amerikas. Das Stadion-Monster in der Innenstadt von New Orleans war der letzte Zufluchtsort für Zehntausende Menschen, als im Sommer 2005 Hurrikan „Katrina“ die Stadt heimsuchte. Die Geschichten von Müll, Krankheiten und Gewalt, die Bilder des Stadions, von Wasser umgeben und mit zerfetzter Dachverkleidung, sie gehören zum kollektiven Gedächtnis der Amerikaner.

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Inzwischen sind die Schäden repariert, der „Superdome“, eine Mischung aus Tellermine und geparktem Ufo, glänzt wieder. Und an der Außenwand prangt in Riesenbuchstaben eine deutsche Premium-Marke: Seit 2011 heißt der ehemalige Katastrophenort „Mercedes-Benz Superdome“.

Der Super Bowl in Zahlen

  • 6 Prozent

    6 Prozent mehr Amerikaner melden sich am Tag nach dem Super Bowl krank.

  • 20 Prozent

    20 Prozent mehr Kopfscherztabletten werden am Montag nach dem Finale abgesetzt. In den USA spricht man von "Super Bowlitis".

  • 50 Millionen

    50 Millionen Dollar werden in diesem Tag in Essen investiert. Für die Nahrungsmittelindustrie ist der Super Bowl nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr.

  • 120 Millionen

    120 Millionen Liter Bier fließen die durstigen Kehlen hinunter, damit die Chips und das Popcorn nicht zu trocken sind.

  • 150 Millionen

    179 Millionen Fans in der Spitze und 111 Millionen Fans im Schnitt sehen das Spektakel in den USA an den heimischen TV-Geräten. Weltweit schauen sogar 800 Millionen Menschen zu. Unter den TopTen der TV-Übertragungen mit den meisten Zuschauern in den USA sind acht Super-Bowl-Partien.

  • 150 Ringe

    150 goldene mit mit Diamanten besetzte Super-Bowl-Ringe werden jährlich an das Siegerteam verteilt. Der Wert eines Rings beträgt in etwa 5000 Dollar.

  • 250 Millionen

    250 Millionen Dollar werden von den Fans in Super-Bowl-Fanartikel gesteckt.

  • 263 Millionen

    263 Millionen Dollar generiert die NFL am Super-Bowl-Sonntag. Ein 30-Sekunden-Spot kostet bis zu vier Millionen Dollar. Doch die Firmen zahlen gerne und produzieren ihre Werbungen eigens für den Super Bowl.

  • 1443 Dollar

    1443 Dollar kostete kurz vor Schluss die billigste Eintrittskarte. Nach oben sind dem Preis-Wahnsinn kaum Grenzen gesetzt. Für eine feine Loge blättert man schnell mal sechsstellige Beträge hin.

  • 4000 Tonnen

    4000 Tonnen Popcorn verschlingen die Amerikaner am Super-Bowl-Sonntag.

  • 14.000 Tonnen

    14.000 Tonnen Chips werden darüber hinaus noch vertilgt.

  • 20.000 Tonnen

    20.000 Tonnen Guacamole (Avocado-Dip) werden zubereitet, damit die Chips auch ordentlich eingetunkt werden können. Das entspricht im Avocado-Anbau etwa 222.792 Football-Feldern.

  • 25.000 Dollar

    25.000 Dollar kostst die Vince-Lombardi-Trophy, die im Super Bowl ausgespielt wird. Ihr ideeller Wert ist natürlich unbezahlbar.

Der Marketing-Coup dürfte sich für den Autobauer auszahlen, wenn dort am heutigen Sonntag die San Francisco 49ers und die Baltimore Ravens zum Football-Finale Super Bowl aufeinandertreffen.

Es ist das größte Sportereignis des Jahres in Amerika, bis zu 180 Millionen TV-Zuschauer werden zeitweise erwartet. Und Bernhard Glaser, Marketingchef der US-Tochter des Autobauers, reibt sich schon die Hände: „Jedes Mal, wenn die Kommentatoren im Fernsehen zum Spiel schalten, werden sie sagen: ,Geben wir zurück in den Mercedes-Benz Superdome`“, sagte er dem Magazin „Forbes“.

Mehr Aufmerksamkeit als beim Super Bowl geht kaum. Das Ereignis ist viel mehr als nur ein Football-Spiel, es ist ein Milliarden-Geschäft und ein Marketing-Spektakel sondergleichen. Allein die Preise für TV-Werbung sprengen jedes Jahr neue Rekorde: 3,8 Millionen Dollar verlangt der ausstrahlende Sender CBS mittlerweile – für 30 Sekunden.

Das sind noch einmal 0,3 Millionen mehr als 2012 und entspricht dem Achtfachen des teuersten Werbeplatzes in Deutschland im vergangenen Jahr. Mercedes-Benz etwa muss beim Super Bowl 2013 für den Gegenwert eines 90-Sekunden-Spots rund 375 Exemplare der neuen CLA-Klasse verkaufen, die der Autobauer dort bewerben will. Die vorab im Internet veröffentlichten Werbefilme zeigen etwa das Bikini-Model Kate Upton, wie sie eine Grupper Footballer ablenkt, die gerade einen Mercedes waschen.

Die San Francisco 49ers beim Training im Superdome. Quelle: Reuters
Die San Francisco 49ers beim Training im Superdome. Quelle: Reuters

Die Stuttgarter konkurrieren in diesem Jahr unter anderem mit Audi und Volkswagen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. VW hatte sich mit seinem Spot bereits Anfang der Woche Ärger eingefangen, weil er angeblich rassistisch ist. Der Film zeigt einen Durchschnitts-Büroarbeiter namens Dave, der – untermalt von Reggae-Musik – fröhlich und sorglos durch die Büroflure läuft und mit jamaikanischem Akzent die Kollegen ankumpelt. Grund für die gute Laune: sein neuer roter VW New Beetle. Allerdings ist Dave hellhäutig und aus Minnesota, weshalb Kritiker dem Autobauer umgehend vorwarfen, Klischees über Jamaikaner zu verbreiten.

Der Protest verhallte allerdings schnell wieder. Der Spot kam bei Youtube gut an, brachte VW zusätzliche PR und soll zum Super Bowl wie geplant gesendet werden.

Neben den Deutschen haben in diesem Jahr mehr als 30 Unternehmen beim Sport-Großereignis Werbung gebucht, für das eigens neue Spots gedreht werden, darunter Kia, Budweiser, die US-Elektronikkette Best Buy und der Blackberry-Hersteller RIM. Insgesamt könnten die Werbeausgaben die Summe von 263 Millionen Dollar im Jahr 2012 noch übersteigen.

Die erfolgreichsten Super-Bowl-Teilnehmer seit 1967

Experten halten das für gut investiertes Geld. So ermittelten die Marktforscher von Nielsen, dass sich 91 Prozent der Zuschauer genauso für die Werbespots interessieren wie für das Spiel selbst. Eine Studie der Universität von Wisconsin am Beispiel von Hollywood-Filmen ergab: Im Durchschnitt erzielte ein beim Super Bowl beworbener Blockbuster doppelt so viele Einnahmen wie ein vergleichbarer Streifen, der ohne das Großereignis vermarktet wurde.

„Es ist eine amerikanische Tradition, sich mit Freunden und Familie zum Super Bowl zu versammeln“, heißt es beim Einzelhandelsverband NRF. „Und dieses Jahr sieht es so aus, dass die Verbraucher in Feierlaune sind“. Das wiederum seien gute Nachrichten für die Unternehmen in diesen üblicherweise eher mauen Wochen.

Super Bowl Duell der Systeme - und der Brüder

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Laut NRF wird der durchschnittliche Zuschauer dieses Jahr 68 Dollar für eine neue TV-Ausrüstung ausgeben, 4 Dollar mehr als 2012. Die Fastfood-Branche erwartet den Verzehr von 1,2 Milliarden Chicken Wings, die Kette Pizza Hut bereitet sich darauf vor, zwei Millionen Pizzas auszuliefern.

42 Prozent der Haushalte wollen Bier ausschenken, und 17 Millionen Fans wollten sich vor dem Spiel mit neuen Trikots und Mützen ausstatten. Die Gesamtausgaben im Zusammenhang mit dem Super Bowl schätzt der Einzelhandel auf 12,3 Milliarden Dollar.  

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Super Bowl-Werbespots 2013 Wüstenrennen, Jamaikaner und heiße Saunagänge

Traditionell geben sich die Werbeschaffenden in den USA zum Super Bowl besondere Mühe. Auch 2013 glänzen die Spots in den Spielpausen wieder - von schrillen Wüstenrennen, weißen Jamaikaner und heißen Saunagängen.

Freuen auf den Super Bowl dürfte sich auch die Sängerin Beyonce Knowles, die in der Halbzeit ihren großen Auftritt haben wird. Im vergangenen Jahr hatte Madonna gezeigt, wie man aus dem Sport-Großergeignis Kapital schlägt: Nach ihrem Auftritt hatten sich die Verkäufe ihrer Alben und Titel mal eben verdreifacht.

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  • 04.02.2013, 03:06 Uhrgeostratege

    Die 1990er E-Klasse W124 (gebaut von 85-94) war eines der besten Autos, die je von Mercedes gebaut wurden! Das Preis-Leistungsverhältnis ist bei diesen unzerstörbaren gebrauchten Autos absolut das beste, sofern man von vernünftigen Verkäufern (keine unbemittelten Armleuchter!) wie Rentner, Witwen usw. einen gepflegten mit Automatik kauft. Ich spreche von 40 Jahren Mercedes Erfahrung, derzeit 300 D (124er) mit über 330tsd auf der Uhr, seit 5 Jahren kein Schraubenschlüssel daran gewesen! Nur Verschleissteile gewechselt. Dieses Auto fährt billiger und bequemer als jeder Möchtegern-Kleinwagen, selbst wenn der 13 Jahre jünger ist!

  • 03.02.2013, 23:39 Uhr1Pr0digy

    vor 4 jahren oder so (da war ich 14) hatte ich auch noch das gefühl. Inzwischen finde ich gibt es durchaus modelle, die sich zwischen bmw und audi sehen lassen können.

    klar kann man mit einer 1990er e-klasse nicht bei der jungen generation punkten, aber da hat sich das angebot ja inzwischen deutlich geändert.

  • 03.02.2013, 22:44 UhrAdemis

    Bitte "Die erfolgreichsten Super-Bowl-Teilnehmer seit 1967" updaten und nicht nur copy and paste vom letzten Jahr benutzen. Die New York Giants haben viermal den Super Bowl gewonnen, das vierte Mal war 2012, das Jahr welches hier nicht aufgeführt wird.

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