Superbowl: Colts und Regen machen Bears nass

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Colts und Regen machen Bears nass

Die Indianapolis Colts haben den diesjährigen Superbowl im American Football gewonnen. Die Mannschaft setzte sich am Sonntag mit 29:17 gegen die Chicago Bears durch und errang so zum ersten Mal seit 36 Jahren wieder den Titel.

MIAMI. Am Sonntagmorgen werden viele der 140 000 zum Super Bowl nach Miami angereisten Fans beim ersten Blick aus dem Fenster den gleichen Satz gesagt haben – aber mit unterschiedlichen Betonungen. Beim Anblick des grauen Himmels und des peitschenden Regens werden die Anhänger der Chicago Bears siegesgewiss gerufen haben: „Bears-Wetter“. Die Fans der Indianapolis Colts dürften Ähnliches auf den Lippen gehabt haben, jedoch entweder enttäuscht gemurmelt oder laut geflucht haben: „Bears-Wetter“.

Den ganzen Tag über blieb es kaum eine Stunde trocken, das Endspiel der American-Football-Liga NFL wurde zur Regenschlacht. Und wenn es regnet, so war die klare Prognose, würden die Bären einen klaren Vorteil haben: Sie spielen in einem offenen und oft zugigen Stadion, sind mieses Wetter gewohnt. Die Colts dagegen verfügen in ihrer Tragluftarena immer über feinste Bedingungen. Und: Die Colts greifen vor allem mit Pässen an, bei denen ein nasser Ball schnell wegrutscht, Chicago bevorzugt den Lauf.

Es kam aber wie so oft im Sport bei solch scheinbar klarer Ausgangslage: Das Gegenteil trat ein. Die Indianapolis Colts schlugen vor 74 512 Zuschauern Chicago mit 29:17.

Danach sah es zunächst nicht aus. Das erste Viertel dürfte als eines der turbulentesten der Superbowl-Geschichte in die Historienbücher gelangen. Schon den Kick-Off nahm Chicagos Devon Hester, die Menschwerdung von Speedy Gonzalez, auf und lief durch zum Touchdown – 14 Sekunden nach Anpfiff. Die Colts zeigten sich geschockt, verloren einmal den Ball aus den Händen, ihr Star-Quarterback Peyton Manning warf einen Pass in die Hände des Gegners. Doch auch Chicago hatte seine Probleme, leistete sich zwei Ballverluste. Mitte des ersten Viertels verkürzte Indianapolis nach einem 53-Yard-Traumpass von Manning auf Reggie Wayne zwar auf 7:6 – doch den anschließenden Extrapunkt, eigentlich eine Formsache, vergab der für seine Sicherheit gerühmte Adam Vinatieri.

Als die Bears nach rund zehn Minuten auf 14:6 nachlegten, hatten sie das Spiel sicher in der Hand, und ihre zahlenmäßig deutliche überlegenen Fans das Stadion. Was folgte war die große Show des Peyton Manning. Für einen großen Spielmacher, dem im entscheidenden Moment die Nerven versagen, hielten ihn seine Kritiker. Doch der Liebling der Werbeindustrie riss sich ab dem zweiten Viertel zusammen. Immer wieder änderte er wild gestikulierend die Spielzüge, brachte damit die gegnerischen Fans in Rage – und verunsicherte zunehmend die Bären.

Erst ein Field Goal sechs Minuten vor der Halbzeit, dann ein kurzer Lauf von Dominic Rhodes – die Colts gingen mit einer 16:14-Führung in die Halbzeit. Und nach der verlor das Team aus Chicago jede Linie, jeden Mut. Vinatieri sorgte mit zwei Field Goals für das 22:14, bevor auch die Bears sich eine Minute vor dem Ende des Viertels mit einem Feldtor zurückmeldeten.

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