Surfen an der Algarve
Die tollkühnen Reiter auf der Monsterwelle

Der Alentejo ist die Sehnsuchtsregion europäischer Wellenreiter. Jedes Jahr im Oktober treibt sie der Nervenkitzel in die Fluten des Atlantiks. Doch die Suche nach der besten Welle kann tödlich enden. Ein Ortsbesuch.
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FaroEin völlig überfüllter Parkplatz an einem der wohl schönsten Strände des Alentejos. Ein ausgebauter Bus reiht sich an den Nächsten und im Wasser tummeln sich die ölig schimmernden Neoprenanzüge der Wellenreiter. Portugal bietet 850 Kilometer Küste, doch nirgendwo ist der Surf besser als an der Westalgarve.

Türkises Wasser, das die Außenwelt wie einen Vorhang abzuschneiden scheint. Strände, Riffe und Sandbänke, die ein Repertoire für fast jede Form von Kondition, Können und Kühnheit bieten: Von Sagres bis Setubal ist die Küste Südwestportugals ab Oktober das Mekka der europäischen Wellenreiter. Im Herbst beginnt hier die Surfsaison: Vom 12. bis zum 23. Oktober macht die internationale „Men's World Championship Tour“ vom Trendsetter-Unternehmen Rip Curl in Portugal Halt.

Das Gefühl von Freiheit kulminiert im allherbstlichen Monsterwellenreiten. Da stürzen sich Waghalsige in 20-Meter-Brecher, um statt zu überleben, die Wasserberge komplett hinunter zu fahren – und das alles auf einer klitzekleinen Plastikplanke. Der aktuelle Rekord im Big-Wave-Surfen: Eine Welle von 28,5 Meter.

Die Surfer spielen dabei mit ihrem Leben, denn die gewaltigen Kräfte der Brecher können sie tief unter Wasser ziehen oder an eine Felswand schleudern. Die Fluten des Atlantiks entfesseln kaum zu bändigende Kräfte. „Wenn es dich einmal rauszieht, bist du für immer weg“, sagt einer der Surflehrer am Amado-Strand.

Immer wieder kommt es zu Todesfällen an der rauen Küste Südwestportugals. Zuletzt hat eine Riesenwelle sieben Studenten verschluckt und nur einen wieder hergegeben. Sechs Tote musste die Polizei noch Tage später von den Stränden der Region bergen.

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