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Sydney-Gold für US-Staffel um Johnson bestätigt

Die US-amerikanische 4x400-m-Staffel darf ihre Goldmedaille von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney behalten. Der Internationale Sportgerichtshof gab dem Einspruch des US-Leichtathletik-Verbandes am Donnerstag statt.

Überraschende Wende im "Fall Young": Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat dem Einspruch des US-Leichtathletik-Verbandes (Usatf) am Donnerstag stattgegeben und der 4x400-m-Staffel um Weltrekordler Michael Johnson die Goldmedaille der Olympischen Spiele 2000 in Sydney zugesprochen. Damit verliert lediglich der inzwischen lebenslang gesperrte Jerome Young seine Goldmedaille von Sydney.

US-Verband hielt Dokumente lange zurück

Der CAS hatte Young, 400-m-Weltmeister von Paris 2003, bereits im vergangenen Jahr zum Dopingsünder gestempelt und erklärt, dass er vom 26. Juni 1999 bis 25. Juni 2001 hätte gesperrt werden müssen. Dokumente, die den Dopingfall betrafen, waren jahrelang vom US-Verband zurückgehalten und erst 2004 nach massivem Druck durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Leichtathletik-Weltverband Iaaf öffentlich gemacht worden.

Iaaf wollte der gesamten Staffel Gold wegnehmen

Die Iaaf hatte im Juli 2004 zudem den Beschluss gefasst, der gesamten Staffel Gold abzuerkennen. Nach dem Protest aus den USA entschied das CAS nun aber zu Gunsten von Johnson und Co. "Die Iaaf ist sehr enttäuscht über dieses Urteil. Unsere Entscheidung, der Staffel die Medaille abzuerkennen, war im Interesse unseres Sportes gefallen", erklärte Verbands-Sprecher Nick Davies: "Jerome Young wurde später sogar lebenslänglich gesperrt, und trotzdem hat der CAS unsere Entscheidung revidiert. Das müssen wir leider akzeptieren."

Nach der Sperre gegen Young war erwartet worden, dass auch der fünfmalige Olympiasieger Johnson und seine Staffelkollegen Alvin und Calvin Harrison, Antonio Pettigrew sowie der wie Young nur im Vorlauf eingesetzte Angelo Taylor ihre Medaillen abgeben müssen. "Auf Basis der im Jahr 2000 gültigen Regeln der Iaaf wird das Resultat nicht korrigiert, und lediglich Jerome Young verliert seine Medaille", hieß es nun aber in einer Mitteilung des CAS.

Usatf begrüßt die Entscheidung

Die damaligen Regeln hätten nicht die Annullierung des Ergebnisses einer gesamten Staffel vorgesehen, wenn später lediglich ein Vergehen bei einem einzelnen Mitglied festgestellt wird. Das Nationale Olympische Komitee der USA begrüßte in einer kurzen Stellungnahme die Entscheidung. Usatf bedankte sich beim CAS für die "verantwortungsvolle Behandlung des Falles".

© SID

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