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T-Mobile beschwört den "Sieg für die Moral"

Der Armstrong-Express war zwar erneut nicht zu schlagen, gute Laune herrschte nach dem Mannschaftszeitfahren dennoch im T-Mobile-Lager. "Die Mannschaft konnte die Hoffnungen erfüllen", betonte Teamchef Walter Godefroot.

Das Wort Niederlage war nach dem Mannschaftszeitfahren der Tour de France bei T-Mobile tabu. Sportdirektor Mario Kummer wertete den dritten Platz stattdessen als "Sieg für die Moral", Teamchef Walter Godefroot war "einfach nur glücklich, dass die Mannschaft die Hoffnungen erfüllen konnte". Dass der Rückstand ihres Kapitäns Jan Ullrich auf Spitzenreiter Lance Armstrong trotzdem viel größer war als in allen Jahren zuvor zu diesem Zeitpunkt des Rennens, tat der spürbaren Erleichterung keinen Abbruch - man hatte offenbar mit mehr gerechnet.

Zuversicht trotz 1:36 Minuten Rückstand

"Bei jedem in der Mannschaft, vom Fahrer bis zum Techniker, war die Anspannung vorher groß. Wenn es dann so läuft, ist man natürlich erleichtert", erklärte Kummer. Auch wenn Armstrongs Vorsprung auf Ullrich auf 1:36 Minuten angewachsen war, versprühte der sportliche Leiter mit Blick auf das Gesamtklassement Zuversicht: "Wichtig ist, dass man vor den Bergen in Reichweite zur Spitze ist, das sind wir." - Allerdings deutlich weiter weg als bei den vier bisherigen Duellen zwischen Ullrich und Armstrong, bei denen es stets unter eine Minute war (2000/0:43 Minuten, 2001/0:27, 2003/0:38 und 2004/0:55).

1:06 Minuten hatte der deutsche Herausforderer schon beim Auftakt-Zeitfahren verloren, "nur" 30 von eigentlich 35 Sekunden kamen nach der seit letztem Jahr geltenden Regel zur Begrenzung der Rückstände im Teamzeitfahren hinzu. Insgesamt mehr, als Ullrich vor den am kommenden Dienstag beginnenden Bergetappen eingeplant hatte. Aber noch nicht zuviel, als dass er den Kampf ums Gelbe Trikot schon verloren geben müsste, bevor er richtig begonnen hat. Vor dem Abstecher nach Deutschland am Freitag und Samstag wollte der 31-Jährige keinesfalls auf die Euphorie-Bremse treten: "Die Fans stehen weiter hinter uns."

Klöden: "Die Harmonie in der Mannschaft stimmt"

Für Teamkollege Andreas Klöden war das gute Abschneiden im kollektiven Kampf gegen die Uhr ein positives Signal. "Die Harmonie in der Mannschaft stimmt und wir sind immer noch angriffslustig", erklärte der letztjährige Tour-Zweite, der als 28. der Gesamtwertung schon 2:29 Minuten Rückstand hat. Bester T-Mobile-Fahrer ist weiter Alexander Winokurow (Kasachstan), der als Siebter 1:21 Minuten hinter Armstrong zurückliegt. "Unsere Ausgangslage hat sich nach dem Mannschaftszeitfahren nicht groß verändert", konstatierte Kummer.

Armstrong konnte sich nach seiner Fahrt ins Gelbe Trikot einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz nicht verkneifen. So überrascht sei er von seinem komfortablen Vorsprung gar nicht, versicherte der US-Amerikaner: "Damit war doch durchaus zu rechnen. Schon das erste Zeitfahren war mit 19km ja sehr lang."

© SID

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