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Talent Thron trotz Niederlage gefeiert

Joschi Thron war beim Mercedes-Cup auf dem Stuttgarter Weissenhof trotz seiner Auftaktniederlage gegen Mariano Zabaleta der umjubelte Akteur. Der 18-Jährige will sich jetzt durch Future-Turniere nach oben tasten.

Das 18 Jahre alte Tennis-Talent Joschi Thron hat beim Mercedes-Cup auf dem Stuttgarter Weissenhof trotz einer deutlichen Auftaktniederlage für reichlich Begeisterung unter den Anwesenden gesorgt. Gegen den Argentinier Mariano Zabaleta kämpfte der umjubelte Blondschopf aus dem badischen Binzen 84 Minuten um jeden Ball, unterlag jedoch am Ende deutlich mit 2:6 und 3:6. "Ich gehöre hier noch nicht hin", lautete Throns erfrischend ehrliche Selbsterkenntnis nach dem Spiel: "Ich muss jetzt erstmal Future-Turniere spielen und mir da die nötige Erfahrung und Matchpraxis holen, um auf dieser Ebene mithalten zu können."

Kohlschreiber und Beck gewinnen Erstrundenmatch

Besser machte es am Montag der für Blau-Weiß Neuss in der Bundesliga spielende Philipp Kohlschreiber. Der 21-Jährige gewann sein Erstrundenmatch gegen den argentinischen Qualifikanten Juan Pablo Brzezicki mit 3:6, 6:3, 6:3, war aber mit seiner Leistung noch nicht hundertprozentig zufrieden. "Ich hoffe, dass ich mich noch steigern kann", meinte Kohlschreiber, der in der nächsten Runde auf den Tschechen Tomas Berdych trifft. Im September sind die Tschechen im Daviscup-Playoff in Liberec Gegner der deutschen Mannschaft. "Da will ich ihm schon mal ein bisschen Angst machen", verriet Kohlschreiber mit einem Augenzwinkern. Auch Andreas Beck aus Ravensburg bezwang seinen Erstrundengegner Alessio di Mauro (Italien) mit 6:4, 6:3. Damit trifft Beck in der 2. Runde auf Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 3) .Dagegen unterlag der Münchner Tobias Summerer gegen Juan Monaco (Argentinien) 1:6, 4:6. Die Entscheidung im Match des Reutlinger Qualifikanten Simon Greul gegen den Tschechen Tomas Zib musste beim Stand von 6:4, 6:7 wegen Dunkelheit auf Dienstag verschoben werden.

Wenn Joschi Thron den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht, wird er in einigen Jahren auch so manchem Gegner Angst machen. Seit einigen Wochen trainiert der drahtige, aber noch zu schmächtige Junge bei Rainer Schüttlers langjährigem Coach Dirk Hordorff. "Das ist für mich die beste Sache überhaupt, dass sich so ein Weltklassemann wie Dirk um mich kümmert", sagte er fast ehrfürchtig. Knapp anderthalb Jahre war er bei Nick Bollettieri in Florida, aber "das hat nicht so gut hingehauen".

In Wimbledon wohnte er mit Hordorff und dessen Trainingsgruppe um Rainer Schüttler und Lars Burgsmüller zusammen in einem Haus und kam so auch in den Genuss, mit Mentalcoach Alberto Castellani zu arbeiten. "Wir haben oft Entspannungsübungen gemacht, und abends hat Alberto gekocht", berichtete Thron. Auch Kunst und Kultur standen auf dem Programm des Italieners, der seine Schützlinge mitunter sogar Gedichte schreiben und Skulpturen basteln lässt. Das allerdings, findet Thron, "ist mir nicht so gut gelungen".

Thron peilt die Top 100 an

Auf dem Stuttgarter Centre Court gelang ihm am Montag auch bei weitem nicht alles, dennoch deutete Thron an, welches Potenzial in ihm steckt. Sein erster Aufschlag rauscht nicht selten mit mehr als 200 km/h über das Netz, er spielt aggressiv, mit hohem Risiko und viel Ballgefühl, und er beherrscht den Flirt mit dem Publikum, das ihm per Internet-Voting zur Wildcard in Stuttgart verholfen hatte.

Immer wieder ballte er nach gelungenen Bällen die Faust, animierte die Zuschauer, ihn zu unterstützen und kämpfte verbissen bis zum letzten Punkt. Manchmal überpowerte Thron ein bisschen, was aber auch daran lag, dass er vor dem Match und im ersten Satz "so tierisch nervös" war.

Am Ende war das Talent dann "ziemlich platt, das gebe ich zu". In Stuttgart, so hatte Dirk Hordorff vorgegeben, sollte er erkennen, was ihm alles noch fehlt, und das war dann doch so einiges. "Ich kann noch nicht so schnell und so lange laufen und Power machen, dazu fehlt mir noch die Kraft", sagte Thron, der im Ranking der ATP derzeit die Nummer 1 400 ist und möglichst bald in die Top 100 mit Blickrichtung Top Ten will. Deshalb wird er bis Freitag vor Ort bleiben, auf dem Weissenhof mit den Stars der Szene trainieren und von ihnen lernen.

Behrend in Amersfoort raus

Tomas Behrend ist in der ersten Runde des ATP-Turniers im niederländischen Amersfoort ausgeschieden. Der an Nummer acht gesetzte Alsdorfer unterlag dem Spanier David Sanchez 4:6, 5:7.

© SID

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