Team aus der Domstadt rückt mehr und mehr in Favoritenrolle
Das letzte Hurra der alten Männer

Die Kölner Haie können heute als erste Mannschaft in das Playoff-Halbfinale einziehen.

NÜRNBERG. Hans Zach mag keine Statistiken. Wird ihm allzu theoretisches Zahlenwerk entgegengebracht, pflegt der 56 Jahre alte Oberbayer zu brummeln: „Eishockey heißt Eishockey, weil es auf Eis gespielt wird.“ Einer Statistik aber kann und mag auch Zach sich nicht verschließen: Sechs von sieben Spielen im bisherigen Saisonverlauf in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben die von ihm betreuten Kölner Haie gegen die Nürnberg Ice Tigers gewonnen, darunter sämtliche drei im Play-off-Viertelfinale. Nur ein Sieg trennt sie also noch vom Erreichen des Halbfinales; dagegen müsste Nürnberg die verbleibenden maximal vier Spiele allesamt gewinnen, um selbst noch die nächste Runde zu erreichen.

„Das ist wenig wahrscheinlich“, meint auch Zach. Für die Haie bedeutet das eine glänzende Perspektive, denn wann immer sie in elf Jahren DEL das Viertelfinale überstanden haben, erreichten sie anschließend auch das Finale. Und das war immerhin fünfmal der Fall. Diese Verbindung von Viertelfinal-Sieg und anschließendem Finaleinzug trifft auch auf die Nürnberg Ice Tigers zu, doch leider überstand der Klub überhaupt erst einmal die erste Runde. Daran wird sich wohl auch in diesem Jahr nichts ändern, stattdessen droht das sechste Viertelfinal-Aus hintereinander. Schon heute könnte es soweit sein, bei einer Niederlage in Köln ist die Saison für Nürnberg beendet.

Und die Haie machen nicht den Eindruck, als wollten sie dem Gegner die Hoffnung auf ein Comeback ermöglichen. „Einen Sieg brauchen wir noch, und den holen wir uns“, kündigt Zach an. So viel Siegesgewissheit ist selten für den Eishockey-Lehrer, doch war seine Mannschaft jener der Ice Tigers in den bisherigen Vergleichen zu deutlich überlegen, um nun noch Understatement zu betreiben. Also sagt Zach: „Wenn wir selbst gut drauf sind, kann der Gegner machen was er will – er wird keine Chance haben.“

Bislang war das Team der Haie im Play-off sogar außergewöhnlich gut drauf. Das war so nicht zu erwarten, denn im Verlauf der 52 Spieltage langen Vorrunde war es teilweise argen Schwankungen unterworfen. Die Saison war schon mehr als einen Monat alt, ehe im 14. und 15. Spiel erstmals zwei Siege in Folge gelangen. Dies bildete zunächst den Auftakt zu einem Klubrekord von 13 Erfolgen am Stück, dann bremsten vier Niederlagen den Höhenflug abrupt ab. Weiter ging es mit acht Siegen aus zehn Spielen, zum Abschluss der Vorrunde gab es acht Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen. Unter dem Strich brachte das Platz fünf in der Tabelle und viel Kritik an Mannschaft und Trainer.

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