Teamchef Ernesto Bertarelli
Alinghi-Sieg „noch besser als beim letzten Mal"

Skipper Brad Butterworth hängte noch schnell eine Alinghi-Mütze an den Pokal, dann war der große Moment gekommen: Um Punkt 17.25 Uhr nahm Teamchef Ernesto Bertarelli den America's Cup in Empfang und reckte ihn stolz in die Höhe. "Abgesehen von der Geburt meiner Kinder ist das der schönste Tag in meinem Leben", jubelte der Milliardär lauthals in die Mikrofone.

Mit dem zweiten Cup-Triumph nach 2003 hat Bertarellis Team endgültig Segel-Geschichte geschrieben. Als erster europäischen Mannschaft gelang es den Schweizern, die legendäre Regatta zweimal in Folge zu gewinnen. "Das hier ist noch größer und besser als beim letzten Mal", meinte der Genfer nach zehn spannenden Tagen: "Und es war härter, als ich je erwartet hätte."

Zukunft bleibt bis Donnerstag offen

Auf der anschließenden Pressekonferenz ging Bertarellis erster Dank an Skipper Butterworth, den er mit einem Seitenhieb auf den 2004 gefeuerten Russell Coutts als "besten Segler der Welt" bezeichnete, ehe Lob für Steuermann Ed Baird sowie den Spanier Juan Vila folgten. Etwas verlassen wirkte in diesem Moment der am Rand sitzende Sportdirektor Jochen Schümann. Erst Minuten später fand Bertarelli auch für den Deutschen einige Worte. "Du warst für uns enorm wichtig", sagte der Mann aus Genf, und irgendwie klang es nach Abschied.

Weiter in die Zukunft schauen wollten allerdings weder Schümann noch Bertarelli. Der Penzberger wehrte Fragen nach einem Wechsel zum deutschen Team mit dem Hinweis "jetzt wird erst einmal gefeiert" ebenso ab wie sein Chef Fragen nach dem künftigen Austragungsort. Am Donnerstag will sich die Alinghi über das weitere Vorgehen äußern. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Cup an Ort und Stelle bleibt. "Valencia war perfekt", so Bertarelli.

Schümann: "Ein perfektes Finale"

Den Feierlichkeiten vorausgegangen war das engste Finalrennen aller Zeiten. Auf den letzten Metern drehte der Wind um unglaubliche 110 Grad, sorgte für Chaos an Bord der Alinghi und eine plötzliche Führung des Team New Zealand. Die "Kiwis" mussten jedoch noch einen Strafkringel drehen und erreichten daher eine Sekunde zu spät das Ziel. "Das war ein perfektes Finale", so Schümann über das Foto-Finish.

Der Sieg war jedoch mehr als verdient, da die Alinghi schon während des Rennens durch taktische Meisterleistungen überzeugt hatte. Höhepunkt war das Manöver vor der letzten Wendemarke: Die Schweizer stellten den "Kiwis" eine Falle, aus der sie nicht mehr entkommen konnten, ohne das Wegerecht zu verletzten. Der fällige Penalty kostete den Neuseeländern das Rennen -- und schenkte den Schweizern den 32. America's Cup.

© SID

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