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Ancic kämpft sich ins German-Open-Viertelfinale

Nach einem hart erkämpften 4:6, 7:5, 7:6 (7:3)-Sieg gegen James Blake schaffte der junge Mario Ancic bei den German Open in Hamburg den Sprung ins Viertelfinale. Das deutsche Doppel Schüttler/Kohlmann ist ausgeschieden.

Bei den German Open in Hamburg trennt sich die Spreu so langsam vom Weizen. Mario Ancic aus Kroatien hat das Viertelfinale erreicht. Der an zwölf gesetzte Daviscup-Sieger aus Split bezwang in einem ausgeglichenen und am Ende packenden Duell zweier Hartplatz-Spezialisten den US-Amerikaner James Blake 4:6, 7:5, 7:6 (7:3) und steht erstmals in der Hansestadt unter den letzten Acht. Gegner des 22-Jährigen ist der an vier gesetzte Russe Nikolai Dawidenko, der am Abend Jarkko Nieminen aus Finnland 6:1, 6:3 bezwang.

Ebenfalls im Viertelfinale des mit 2,082 Mill. Euro dotierten ATP-Turniers der Mastersserie steht der Spanier David Ferrer. Der Weltranglisten-20. aus Valencia bezwang seinen Landsmann Juan Carlos Ferrero unter dem wegen Regens geschlossenen Stadiondach überraschend glatt 6:2, 6:4. Sein nächster Gegner ist sein Landsmann Tommy Robredo, der Paul-Henri Matthieu (Frankreich) mit 6:3, 6:3 ausschaltete.

Radek Stepanek erstmals im Viertelfinale

Erstmals die letzten Acht in Hamburg erreichte auch Radek Stepanek aus Tschechien. Der 27-Jährige setzte sich gegen den schwedischen Lucky Loser Robin Söderling 6:3, 6:2 durch und trifft nun auf Kiefer-Bezwinger Max Mirnji. Der Weißrusse bezwang den französischen Qualifikanten Gilles Simon 6:3, 6:2.

Der Spanier Fernando Verdasco hat zum zweitenmal in seiner Karriere das Viertelfinale bei einem ATP-Turnier der Mastersserie erreicht. Der Weltranglisten-22. bezwang überraschend den an sieben gesetzten Chilenen Fernando Gonzalez mit 3:6, 6:2, 6:3 und steht damit nach Rom 2005 wieder unter den letzten Acht. Der Linkshänder trifft im Viertelfinale auf den Argentinier Jose Acasuso. Der 23 Jahre alte Sandplatzspezialist setzte sich mit 7:5, 6:4 gegen den Franzosen Sebastien Grosjean durch.

Das Match des Tages aber lieferten Ancic und Blake. Zweimal schlug der Weltranglistensiebte aus New York zum Matchgewinn auf, aber jedesmal schlug Ancic in der spannenden Begegnung zurück. "Er hat unglaublich in den entscheidenden Momenten gespielt, ich konnte den Sack einfach nicht zumachen", sagte Blake, "er hat mich eine Lektion gelehrt."

Ancic, aufgrund der Ähnlichkeit zu seinem Freund und Vorbild Goran Ivanisevic auch "Mini-Goran" genannt, setzte damit seine Erfolgsserie in diesem Jahr fort. Zum drittenmal bereits steht er nach Miami und Rom im Viertelfinale eines der wichtigsten Turniere nach den Grand Slams. Er scheint auf dem besten Weg, im sechsten Jahr seiner Profikarriere die hohen Erwartungen auch dauerhaft zu erfüllen. Ein Durchbruch war der Daviscup-Sieg 2005 mit Kroatien, als Ancic im entscheidenden letzten Einzel den Siegpunkt gegen den Slowaken Michal Mertinak holte.

"Die Geburtsstunde eines neuen Champions"

Schon 2000 durfte das große Talent an der Seite von Ivanisevic am Doppelwettbewerb der Olympischen Spiele in Sydney teilnehmen. Sein Können ließ der 1,96 Meter lange Schlaks schon immer mal aufblitzen, allein die Konstanz fehlte. So ist Ancic der letzte Spieler, der Roger Federer auf einem Rasenplatz schlagen konnte. Das war 2002 in der ersten Runde in Wimbledon und Boris Becker schwärmte damals als Kommentator der BBC: "Wir haben die Geburtsstunde eines neuen Champions erlebt."

Schon äußerlich hat Ancic gewisse Ähnlichkeiten mit Ivenisevic, dem Wimbledonsieger von 2001: Ein gewaltiger Aufschlag, dunkle Haare und wenn er spricht, dann klingt er auch noch wie Ivanisevic, die gleiche tiefe Stimme, der gleiche Sprachrhytmus, der gleiche Akzent. "Aber ich bin Mario", sagt er, "Goran ist absolut einzigartig."

Schüttler und Kohlmann scheitern im Doppel

Das deutsche Tennis-Doppel Rainer Schüttler (Korbach) und Michael Kohlmann (Hagen) musste sich hingegen in der zweiten Runde geschlagen geben. Sie unterlagen den Doppelspezialisten Kevin Ullyet (Zimbabwe) und Paul Hanley (Australien) knapp mit 6:7 (5:7), 4:6. Kohlmann wurde erst am Donnerstag von Daviscup-Kapitän Patrik Kühnen für die deutsche Mannschaft nominiert, die ab Sonntag in Düsseldorf ihren Titel beim Arag-World-Team-Cup verteidigt.

© SID

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