Tennis ATP
Becker in Halle in Runde zwei - Kiefers frühes Aus

Benjamin Becker (Orscholz) ist beim ATP-Turnier im westfälischen Halle als erster deutscher Spieler in die zweite Runde eingezogen. Dagegen kam für Nicolas Kiefer bei seinem Comeback das erwartet frühe Aus.

Nicolas Kiefer musste bei seinem mit Spannung erwarteten Comeback eine Niederlage hinnehmen, Ausnahmespieler Roger Federer hatte seine Teilnahme schon vor Turnierbeginn abgesagt: Das einzige deutsche Rasenturnier im westfälischen Halle verlor schon am ersten Tag zwei Zugpferde. Der 29-jährige Kiefer unterlag bei den Gerry Weber Open nach über einjähriger Verletzungspause trotz einer guten Vorstellung dem tschechischen Vorjahresfinalisten Tomas Berdych 4:6, 6:7 (3:7) und musste damit nicht unerwartet schon in der ersten Runde die Segel streichen. "Ich hatte schon ein paar Tränen in den Augen, als ich auf den Platz ging. Natürlich war ich auch ein bisschen nervös. Es ist schon ein wenig ärgerlich, dass das Match dann so knapp ausgeht. Aber erstmal ist es wichtig, dass ich wieder auf dem Platz stehe, schmerzfrei bin und diese Momente genießen kann", sagte Kiefer. Kiefers Kollege Benjamin Becker (Orscholz) ist unterdessen als erster von sieben deutschen Spielern im Hauptfeld nach einem 6:4, 7:6 (7:1) gegen den Russen Teimuras Gabaschwili in die zweite Runde eingezogen.

Für den Hannoveraner Kiefer ging hingegen trotz der Auftaktschlappe eine lange Leidenszeit zu Ende. Seit dem 2. Juni 2006 hatte der Olympia-Zweite im Doppel kein Match mehr bestritten. Damals stürzte er bei den French Open in der zweiten Runde im Spiel gegen den Franzosen Marc Gicquel auf sein linkes Handgelenk. In Runde drei musste er dann nach einem Satz aufgeben, auch damals hieß der Gegner Berdych. Im Juli und im Oktober wurde "Kiwi" zweimal operiert, Ende April ließ er sich zudem eine Zyste entfernen. Sein Comeback musste Kiefer, der 1999 das Turnier in Halle gewonnen hatte, immer wieder verschieben.

Mangelnde Spielpraxis bei Kiefer

Im Match gegen den an Nummer vier gesetzten 21-jährigen Berdych merkte man dem durch eine Wildcard ins Hauptfeld gerückten Kiefer zunächst die mangelnde Spielpraxis an. Unter den Augen von Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen musste Kiefer im ersten Satz ein frühes Break hinnehmen, im zweiten Durchgang nutzte dem ehemaligen Vierten der Weltrangliste trotz einer Leistungssteigerung auch eine schnelle 2:0-Führung auf dem teilweise rutschigen Rasen nichts.

Bereits vor dem ersten Aufschlag mussten die Veranstalter des mit 680 250 Euro dotierten Turniers die Absage des Weltranglistenersten Federer verkraften. "Nach dem langen Finale in Paris möchte ich auf jeden Fall eine Verletzung vermeiden. Daher kann ich meinen Titel in Halle leider nicht verteidigen", erklärte der 25-Jährige, der das Finale der French Open in Paris am Sonntag gegen den Spanier Rafael Nadal nach 3:10 Stunden in vier Sätzen verloren hatte. Bei der ATP gab Federer, der zuletzt 48 Begegnungen in Folge auf Rasen gewonnen hatte, einen "Erschöpfungszustand" als Grund für die Absage an.

"Müsssen Federers Entscheidung akzeptieren

Zuletzt hatte Federer in Westfalen viermal in Folge triumphiert. "Ich freue mich schon jetzt darauf, 2008 wieder nach Halle zu kommen", sagte der Wimbledon-Sieger weiter. Turnierdirektor Ralf Weber bedauerte die Absage des Schweizers. "Er hat die Entscheidung schweren Herzens getroffen. Wir müssen sie akzeptieren. Wimbledon hat für ihn Priorität", meinte Weber, der in der Absage aber auch eine Chance sieht: "Jetzt haben einige junge Spieler die Möglichkeit sich durchzubeißen und ins Rampenlicht zu spielen."

Benjamin Becker konnte jedenfalls bei seinem ersten Auftritt überzeugen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem schnellen Break zum 0:2 im ersten Satz übernahm der 25-Jährige das Kommando. Becker schlug gut auf und behielt auch im Tie Break des zweiten Satzes die Nerven. Nach 1:38 verwandelte er seinen ersten Matchball und zeigte sich danach mit dem Auftakt zufrieden. "Das erste Spiel auf Rasen ist immer schwer. Da kann man keine Glanzvorstellung erwarten. Ich habe aber meine Chancen genutzt, das war positiv", meinte Becker, der in Runde zwei auf den an Nummer sieben gesetzten Argentinier David Nalbandian oder Gicquel trifft.

© SID

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