Tennis ATP
Bolelli fordert Gonzalez im Finale von München

Simone Bolelli steht überraschend im Münchner Finale. Der Italiener schlug den topgesetzten Franzosen Paul-Henri Mathieu 7:6, 4:6, 7:6 und trifft nun auf Fernando Gonzalez (Chile).

Nach dem Sturz des an Nummer eins gesetzten Paul-Henri Mathieu aus Frankreich ist der Chilene Fernando Gonzalez der große Favorit auf den Sieg beim ATP-Turnier in München. Während der 27 Jahre alte Olympiasieger im Doppel von 2004 den Marokkaner Younes El Aynaoui auf dessen bemerkenswertem Weg zu einem zweiten Triumph bei den BMW Open nach 2002 in drei Sätzen stoppte, scheiterte Mathieu überraschend im zweiten Semifinale: Die Nummer 18 der Welt verlor gegen den ungesetzten Italiener Simone Bolelli 6:7 (1:7), 6:4, 6:7 (4:7).

Der 22 Jahre alte Bolelli steht am Sonntag zum ersten Mal im Endspiel eines ATP-Turniers. Für den Sieger am Aumeister gibt es in diesem Jahr ein Preisgeld von 59 100 Euro sowie ein Cabrio im Wert von mindestens 29 000 Euro. Gemessen am bislang einzigen Duell der beiden Finalisten verspricht das Endspiel allerdings Hochspannung: Das Aufeinandertreffen 2006 in Basel gewann Gonzalez denkbar knapp 7:6, 6:7, 7:6 gegen den Rechtshänder aus Bologna - allerdings wurde damals auf Teppich gespielt.

Auch Mitfavorit Gonzalez hatte gegen El Aynaoui, der 2002 am Aumeister seinen fünften und weiterhin letzten Titel (gegen Rainer Schüttler) auf der ATP-Tour gewonnen hatte, mehr Mühe als ihm lieb sein konnte. Nach Anlaufschwierigkeiten gewann er schließlich nach 1:52 Stunden mit 3:6, 6:4, 6:3. Er steht damit vor seinem zweiten Turniersieg in diesem Jahr. Das Finale im chilenischen Vina del Mar Ende Januar gewann er freilich kampflos: Gegner Juan Mureno hatte wegen einer Verletzung passen müssen.

El Aynaoui war nicht chancenlos

Gegen den bereits 36 Jahre alten El Aynaoui, der zunächst mit einer Wildcard in der Qualifikation hatte antreten müssen, missriet Gonzalez bis Mitte des zweiten Satzes einiges. Die aktuelle Nummer 15 der Welt, in der Rangliste 280 Plätze höher eingestuft als sein Gegner, wirkte schwerfällig und unkonzentriert. El Aynoui, ältester Halbfinalist eines ATP-Turniers seit Jimmy Connors (USA) 1993, trat dagegen trat zunächst sehr leichtfüßig und souverän auf und schien das Spiel im Griff zu haben.

"Er hat wirklich großartiges Tennis gespielt, er hat gut aufgeschlagen. Er hat gespielt wie ein Top-Fünf-Spieler", erklärte Gonzalez. Nach einem Break für El Aynaoui zum 3:2 im zweiten Satz drehte sich das Match. Gonzalez zertrümmerte zunächst wutentbrannt seinen Schläger: "Manchmal hilft so was", sagte er schmunzelnd. Es half, dem Chilenen gelang sofort das Rebreak. "Danach hatte ich das Gefühl, das Spiel unter Kontrolle zu haben." Das Gefühl trog nicht: El Aynaoui ließ nach, Gonzalez nutze seine Chancen konsequent.

© SID

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