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Deutsches Tennis-Trio scheitert in Hamburg

Bei den German Open in Hamburg ist Nicolas Kiefer in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Hannoveraner unterlag dem Weißrussen Max Mirnyi glatt in zwei Sätzen. Auch Björn Phau und Rainer Schüttler ereilte das Aus.

Bei den mit 2,082 Mill. Euro dotierten German Open in Hamburg kann Nicolas Kiefer schon wieder seine Koffer packen. Der Hannoveraner scheiterte in seiner Zweitrunden-Begegnung nach einer über weite Strecken desolaten Leistung glatt mit 2:6, 2:6 an dem Weißrussen Max Mirnyi.

Deutschlands derzeit bester Tennisprofi fand gegen den Serve- und Volleyspieler nie zu seinem Spiel und leistete sich zahlreiche Fehler. Mirnyi zog damit nach drei Erstrundenpleiten in der Hansestadt erstmals seit 2002 wieder ins Achtelfinale des ATP-Turniers ein.

Ausgerechnet beim bedeutendsten deutschen Turnier kassierte Kiefer die erste Niederlage gegen den 28-jährigen Weißrussen, den er zuvor in fünf Duellen stets bezwungen hatte. Kiefer ist damit bei seiner neunten Hamburg-Teilnahme bereits zum achten Mal in den ersten beiden Runden gescheitert. Lediglich 2001 stand er einmal im Achtelfinale.

Phau unterliegt Stepanek

Zuvor hatte bereits Björn Phau den Sprung ins Achtelfinale verpasst. Der Bundesligaspieler von Grün-Weiß Mannheim unterlag dem an Nummer 15 gesetzten Radek Stepanek erwartungsgemäß mit 4:6, 3:6. Der 26-jährige Deutsche zeigte gegen den Tschechen zwar eine couragierte Leistung, scheiterte aber an der Routine seines Gegners.

Unterdessen sind die topgesetzten Spieler eine Runde weiter. Der an Nummer vier gesetzte Russe Nikolaj Dawydenko schlug Andreas Seppi (Italien) 6:1, 6:2, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 8) setzte sich gegen Florent Serra aus Frankreich 3:6, 6:3, 6:2 durch. Außerdem gewann der Finne Jarkko Nieminen 6:1, 6:0 gegen Christophe Rochus (Belgien) und Paul-Henri Mathieu (Frankreich) schlug Kristof Vliegen (Belgien) 6:2, 6:4.

Ferrero schlägt Schüttler

Im zweiten Jahr in Folge ist kein deutscher Spieler mehr im Achtelfinale vertreten. Auch in diesem Jahr zeigte Rainer Schüttler die beste Leistung der deutschen Profis, aber dem Korbacher fehlt nach der Serie seiner Niederlagen in den letzten Monaten das Quäntchen Glück und Zutrauen. Schüttler scheiterte trotz einer seiner besten Leistungen seit langem mit 3:6, 6:3, 2:6 an dem ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan Carlos Ferrero aus Spanien. "Ich kann nur immer weitermachen und hoffen, dass Sicherheit und das Selbstvertrauen zurückkommen", meinte Schüttler.

"Es tut mir auch Leid, für mich ebenso wie für die Zuschauer", sagte Kiefer, dessen Abgang von den leidgeprüften Fans erstaunlich gleichmütig hingenommen wurde. Nach den Absagen der vier Weltbesten Roger Federer, Rafael Nadal, David Nalbandian und Andy Roddick sowie der Allergie-Attacke von Tommy Haas am Dienstag hatten sie wohl kaum noch etwas anderes erwartet. Zu bescheiden ist auch Kiefers Bilanz auf der langsamen roten Asche an der Hallerstraße. Bei neun Teilnahmen drang der 28-Jährige nur einmal (2001) bis in die dritte Runde vor.

"Mein Ziel muss sein, auch auf Sand eine Lösung zu finden", dozierte Kiefer anschließend. Dass der Niedersachse dazu seit mittlerweile zwölf Jahren auf der Profitour Zeit gehabt hätte, kann man leicht vergessen, denn sichtbare Fortschritte gibt es keine.

Da tut es nicht mal ein Gegner wie Mirnji, der mit seinem Serve- und Volleyspiel wie gemalt für den Deutschen und seine Returns schien. In fünf vorherigen Matches konnte er ihn jedenfalls immer schlagen, auch in Monte Carlo auf Sand vor drei Wochen. Doch mit 30 unerzwungenen Fehlern gegenüber 16 seines Gegners klappte es diemal nicht. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte Kiefer.

Phau macht dank Braasch 33 ATP-Plätze gut

Enttäuscht war auch Björn Phau, der die große Chance verpasst hat, aus dem Schatten der bekannten Namen zu treten. Der 26-Jährige ist als Nummer 65 der Weltrangliste inzwischen immerhin der drittbeste Deutsche, aber kaum jemand weiß das. Seit Jahresbeginn lässt er sich von "Doppel-Original" Karsten Braasch betreuen und hat davon bereits profitiert: 33 Plätze hat Phau im ATP-Ranking seitdem gutgemacht.

"Ich kann unheimlich viel von ihm lernen, Katze weiß alles über Tennis, vielleicht war er sowas wie eine Initialzündung für mich", sagte Phau, der seine Karriere einst im längst gescheiterten Nachwuchsteam von Boris Becker begann.

Gegen den Weltranglisten-16. aus Tschechien aber reichte es trotz vieler Chancen nicht zum Sieg. "Heute war etwas möglich", grämte sich Phau: "Aber ich habe zu viele Fehler gemacht, ich habe dafür keine Erklärung." Aber so geht es ja vielen in diesem Hamburger Tennisfrühling.

© SID

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