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"Ersatzmann" Nalbandian feiert Sieg beim Masters

Überraschung beim Masters Cup in Schanghai. Im Finale setzte sich nicht der hochgewettete Roger Federer durch, sondern "Ersatzmann" David Nalbandian. Der Argentinier behielt in fünf Sätzen die Oberhand.

Der Argentinier David Nalbandian hat das Finale beim Masters Cup in Schanghai gegen Titelverteidiger Roger Federer überraschend gewonnen und den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Nalbandian gewann das Match nach 0:2-Satzrückstand nach insgesamt 4:33 Stunden mit 6:7 (4:7), 6:7 (11:13), 6:2, 6:1, 7:6 (7:3) und verhinderte damit Federers dritten Masters-Sieg in Folge. Nalbandian war als Ersatzmann für den verletzten US-Amerikaner Andy Roddick ins Achterfeld beim Saionfinale gerückt.

Federer verpasste dagegen einen Monat nach seinem im Training erlittenen Bänderriss seinen dritten Erfolg hintereinander beim Saisonfinale und damit ein weiteres Stück Tennisgeschichte. Die Rekordmarken von Ivan Lendl, der das Turnier von 1985 bis 1987 gewonnen hatte, sowie des Rumänen Ilie Nastase, Masters-Sieger 1971 bis 1973, bleiben vorerst bestehen. Für Federer war es die erste Finalniederlage in 25 Endspielen seit Juli 2003 in Gstaad (gegen Jiri Novak).

Dabei sah der 24-Jährige auch in Schanghai schon wie der sichere Sieger aus. Einen Tag nach seinem 6:0, 6:0 im Halbfinale gegen Nalbandians Landsmann Gaston Gaudio bewies er zunächst Nervenstärke und ging nach zwei hart umkämpften Tiebreaks nach mehr als zwei Stunden mit 2:0 Sätzen in Führung.

Doch dann verließen Federer nach seiner Verletzungspause die Kräfte, und der schier unerschöpfliche Nalbandian nutzte die Schwächen des Schweizers konsequent aus. 4:0 führte der Wimbledon-Finalist von 2002 bereits im Entscheidungssatz, als Federer doch noch einmal zurückkam und sich in den alles entscheidenden Tiebreak rettete. Doch dieses Mal hatte Nalbandian das bessere Ende für sich und machte mit dem ersten Matchball den Überraschungscoup perfekt.

Für Federer war es die vierte Niederlage im 85. Match des Jahres - die 82:3-Rekordbilanz von John Mcenroe bleibt bestehen. Noch vor dem Start der 4,5 Millionen-Dollar-Veranstaltung hatte es den Anschein gehabt, als nähmen Federers Konkurrenten mehr oder weniger freiwillig Reißaus. Die sportlich qualifizierten Marat Safin (Russland) und Andy Roddick (USA) reisten wegen Verletzungen nicht an, Lleyton Hewitt (Australien) blieb bei seiner schwangeren Frau und Rafael Nadal (Spanien) zog noch vor Ort zurück.

© SID

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