Tennis ATP
Federer fertigt Favorit Nadal ab

Die wohl beeindruckendste Siegeserie der Tennis-Geschichte ist beendet. Nach 81 Siegen auf Sand verlor Rafael Nadal das Finale des Mastersturniers in Hamburg gegen den Weltranglisten-Ersten Roger Federer 6:2, 2:6, 0:6.

Rafael Nadal kann auf Sand doch verlieren. Der Weltranglisten-Erste Roger Federer hat den Spanier beim ATP-Turnier in Hamburg besiegt und damit eine Woche vor den French Open ein deutliches Signal gesetzt. Mit seinem 2:6, 6:2, 6:0-Erfolg über den 20 Jahre alten Spanier triumphierte der Schweizer zum vierten Mal am Rothenbaum und wurde nach einer am Ende grandiosen Leistung von 12 600 Fans euphorisch gefeiert. Er brachte Nadal mit seinem ersten Sieg im sechsten Duell auf Sandplatz nach 81 siegreichen Spielen auf dem roten Belag die erste Niederlage seit April 2005 bei.

"Es freut mich sehr, dass ich hier wieder gewinnen konnte, Hamburg ist mein Lieblingsturnier geworden", sagte der Eidgenosse. Nach dem verwandelten Matchball nach 1:55 Stunden Spielzeit war ihm die Erleichterung über den Erfolg deutlich anzumerken. Für Federer könnte der Triumph mit Blick auf die French Open zu einem weiteren Meilenstein in seiner Karriere werden: "Dieser Sieg über Rafael wird mir sehr viel Selbstvertrauen für Paris geben", meinte der Schweizer.

Die French Open sind schließlich das einzige Grand-Slam-Turnier, das er noch nicht gewinnen konnte, in den letzten beiden Jahren stand ihm der zweimalige Champion Nadal im Weg. Nun scheint der Bann gebrochen, so wie 2002, als Federer in Hamburg erstmals ein bedeutendes Turnier gewann und anschließend seinen Siegeszug an die Spitze der Tenniswelt begann. Federer kassierte für seinen Triumph ein Preisgeld von 340 000 Euro.

Nadal: "Ich bin traurig, dass meine Serie zu Ende gegangen ist"

Nadal musste sich mit 170 000 Euro trösten. Er verpasste durch die Niederlage eine historische Bestmarke: Noch nie hat ein Spieler die drei Mastersturniere auf Sand in Monte Carlo, Rom und Hamburg in einer Saison gewinnen können. "Ich bin natürlich etwas traurig, dass meine Serie zu Ende gegangen ist", sagte Nadal: "Aber wenn ich schon gegen jemanden verlieren muss, dann ist er der Mann."

Schon im Halbfinale gegen den Australier Lleyton Hewitt am Samstag war Nadal ernsthaft gefährdet, bevor er sich in einem echten Thriller mit 2:6, 6:3, 7:5 durchsetzen konnte. Die Begegnung hat ihn aber möglicherweise so viel Kraft gekostet, dass er dem am Ende wie entfesselt aufspielenden Schweizer nichts mehr entgegensetzen konnte. Auch Federer hatte in einem erstklassigen Match bei seinem 4:6, 6:4, 6:2-Erfolg über den Spanier Carlos Moya erheblichen Widerstand zu brechen.

Das Hamburger "Traumfinale" war der Schlusspunkt unter die siebenjährige Tätigkeit von Walter Knapper als Turnierdirektor am Rothenbaum. Der Schwabe übergibt die Geschicke im kommenden Jahr an den ehemaligen Daviscup-Sieger Carl-Uwe Steeb. Doch ob der 39-Jährige über 2008 hinaus einem Turnier der sportlich bedeutenden Mastersserie vorstehen kann, bleibt unsicher. Der von der ATP geplante Umzug nach Madrid ab 2009 steht weiterhin im Raum. "Wir kämpfen weiterhin darum, dass Hamburg in Zukunft seinen Platz unter den Spitzenturnieren behält", sagte Georg von Waldenfels, der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB).

Mit neun von zehn Top-Ten-Spielern, einem Zuschauerrekord von über 110 000 Besuchern sowie dem ersten Endspiel zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der Weltrangliste in der über 100-jährigen Turniergeschichte wurde eigentlich beste Werbung für den Turnierstandort Rothenbaum gemacht: "Die Hamburger haben mit den Füßen abgestimmt", meinte von Waldenfels.

Turnierleitung baut auf die Unterstützung der Profis

Auch den meisten (europäischen) Spielern sowie dem Präsidenten des Internationalen Tennisverbandes ITF, Francesco Ricci Bitti gehen die Reformpläne der ATP und ihres Vorsitzenden Etienne de Villiers zu weit. Aber auf Protestbriefe der Spieler, eine Klage des DTB und einen Kompromissvorschlag der Turniere von Monte Carlo, Rom und Hamburg über jährlich wechselnde Startverpflichtungen für die Profis gibt es noch keine Reaktion. Von Waldenfels hofft deshalb auf die weitere Unterstützung der Profis: "Wenn die auf unserer Seite sind, werden die Pläne der ATP scheitern."

© SID

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