Tennis ATP
Federer muss in Shanghai die Koffer packen

Für Titelverteidiger Roger Federer ist der Masters-Cup in Shanghai beendet. Der Schweizer unterlag Andy Murray (Schottland). Im Halbfinale steht dagegen Gilles Simon.

Magenprobleme, Rückenschmerzen und die nächste Niederlage gegen den Angstgegner: Roger Federer war am Ende des Tennisjahres auch in Shanghai der Geschlagene. Mit dem 6:4, 6:7 (3: 7), 5:7 gegen den immer stärkeren Schotten Andy Murray im letzten Gruppenspiel beim Masters Cup in Shanghai verpasste der Schweizer nicht nur den Halbfinaleinzug und damit seinen fünften Triumph beim Saisonfinale vorzeitig. Er musste auch erneut miterleben, wie die Konkurrenz immer näher oder sogar vorbei rückt.

Keine Ausreden

Ausreden mochte der angeschlagene Federer in seinem letzten Spiel des Jahres aber nicht gelten lassen: "Ich gebe nicht auf, wenn ich einmal auf dem Platz stehe. Aber mir tat alles weh. Normalerweise ist ein Dreisatzmatch kein Problem. Deshalb ist es sehr schade, dass ich heute nicht klargekommen bin", sagte Federer.

Seit August schon ist er nun nicht mehr er die offizielle Nummer eins der Welt, sondern Rafael Nadal. Der Spanier ist mit seinen Siegen bei French Open, im jetzt schon legendären Finale von Wimbledon gegen Federer und bei den Olympischen Spielen in Peking unbestritten der Mann des Jahres 2008.

Für den "Fed-Express" blieb dagegen "nur" der Erfolg bei den US Open. Insgesamt stehen in diesem Jahr vier Turniersiege für ihn in diesem Jahr zu Buche, das letzte Mal waren es 2003 weniger. Diese Zahlen interessieren den 13-maligen Grand-Slam-Sieger zwar ohnehin nur noch am Rande, er konzentriert sich auf die ganz großen Titel. Doch in Nadal, Novak Djokovic und immer mehr Andy Murray sind nun gleich mehrere Spieler praktisch auf Augenhöhe.

In Shanghai bekämpften sich Federer und Murray im futuristischen Qi Zhong Stadium bis zum letzten Ballwechsel. Offensichtlich geplagt von Magen- und Rückenbeschwerden, wehrte Federer im Entscheidungssatz noch sieben Matchbälle ab, ehe nach fast drei Stunden die vierte Niederlage im sechsten Duell mit Murray feststand.

Außenseiter Simon im Halbfinale

Der 21-Jährige wusste eben auch am Freitag, dass Federer nicht unbesiegbar ist: "Er war am Ende ein bisschen müde und hatte physische Probleme. Das hatte ich immer im Hinterkopf", sagte Murray, gestand aber ein: "Ein Sieg gegen Roger bedeutet mir fast so viel, wie den Masters Cup zu gewinnen. Neben dem ungeschlagenen Briten kam in der Roten Gruppe am letzten Vorrundenspieltag der französische Außenseiter Gilles Simon durch einen 6:1, 6:4-Erfolg über Ersatzmann Radek Stepanek (Tschechien) ins Halbfinale.

Dort spielt Murray nun Samstag gegen den Russen Nikolaj Dawydenko, der in der Goldenen Gruppe Zweiter hinter Australian-Open-Gewinner Novak Djokovic geworden war. Der Serbe trifft auf Simon.

Federer, der in Shanghai zwei Tage krank das Bett gehütet hatte, erwischte in der mit Spannung erwarteten Neuauflage des US-Open-Finals gegen Andy Murray einen guten Start und entschied den ersten Satz für sich. Doch am Ende hatte Murray wieder die Nase vorn. Seit seiner Niederlage in New York gegen Federer Anfang September hat Murray damit bislang nur einmal verloren.

© SID

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