Tennis ATP
Haas will sich in München für Paris einspielen

Tommy Haas trifft beim ATP-Turnier in München heute auf den Franzosen Sebastien Grosjean. Er wolle möglichst lange im Wettbewerb bleiben, um sich gut auf die French Open vorzubereiten, sagte Haas im Interview.

Beim mit 353 450 Euro dotierten ATP-Turnier in München muss sich Daviscup-Spieler Tommy Haas heute mit Sebastien Grosjean aus Frankreich auseinandersetzen. Für den 29-Jährigen sei die Veranstaltung in der bayrischen Landeshauptstadt auch als Vorbereitung für die French Open wichtig, erklärte Haas im Interview.

Frage: "Herr Haas, Sie sind mal wieder in München. Was bedeutet das für Sie?"

Tommy Haas: "Es ist schön, wieder hier zu sein. Nicht nur wegen des Turniers, sondern auch, weil ich meine Familie wiedersehen kann."

Frage: "Sie sind schon ein paar Tage vor Turnierbeginn in München eingetroffen. Wie haben Sie die Zeit mit Ihrer Familie verbracht?"

Haas: "Ich habe diese Zeit sehr intensiv genutzt, meine Familie ist mir sehr wichtig. Am Sonntag hat meine Mutter gekocht, wir haben zusammen gegessen, es gab Schweinsbraten mit Rotkraut."

Frage: "Zwei Tage nach dem Verwöhnprogramm steht bei den BMW Open das Match gegen den Franzosen Sebastien Grosjean auf dem Programm. Welche Bedeutung hat das Münchner Turnier in Ihren Planungen?"

Haas: "Dieses Turnier auf Sand ist für mich ganz wichtig, vor allem im Hinblick auf die French Open Ende Mai. Darauf kann ich mich hier gut vorbereiten, um dort in optimaler Verfassung zu sein. Es ist ja bekannt, dass Sand nicht gerade zu meinen Lieblingsbelägen zählt. Außerdem spiele ich ja nicht so oft in Deutschland, deswegen ist das für mich schon etwas Besonderes."

Frage: "Man bringt Ihnen hier eine hohe Wertschätzung entgegen, außerdem sind Sie an Nummer eins gesetzt ..."

Haas: "2004 habe ich hier erstmals seit meiner Schulterverletzung wieder gespielt. Vergangenes Jahr bin ich leider schon in der ersten Runde ausgeschieden. Jetzt steht mein Name an Position eins der Setzliste. Es ist ein geiles Gefühl, zu sehen, wie ich mich entwickelt habe."

Frage: "Die Saison läuft bislang entsprechend gut für Sie, man denke beispielsweise an den Halbfinal-Einzug bei den Australian Open. Haben Sie etwas verändert?"

Haas: "Bis jetzt lief es in der Tat sehr gut. Mit den Australian Open hat es angefangen. Ich bin in einer guten körperlichen Verfassung, das harte Training im November und Dezember scheint sich auszuzahlen. Aber umgestellt habe ich das Training nicht."

Frage: "Wie geht es eigentlich Ihrer Schulter, die Sie 2003 komplett außer Gefecht gesetzt hat?"

Haas: "Meine Schulter hat mich in den vergangenen zweieinhalb bis drei Jahren kaum beschäftigt. Hier in München habe ich sie allerdings schon gespürt, weil die Bälle hier steinhart sind. Ich hoffe, dass ich keine Probleme bekomme."

Frage: "Nicht nur als Einzelspieler, auch mit dem deutschen Daviscup-Team haben Sie zuletzt Erfolge gefeiert, die Mannschaft steht erstmals seit 1995 im Halbfinale ..."

Haas: "Wir haben uns als gesamtes Team sehr viel vorgenommen. Auch ich persönlich habe mich tierisch unter Druck gesetzt, wollte meine Einzel unbedingt gewinnen. Gegen Kroatien haben wir einen wichtigen, großen Erfolg gefeiert. Das hat uns als Team weitergebracht, was man dann ja auch gegen Belgien gesehen hat. Das Halbfinale ist für uns ein Riesenerfolg. Möglich wurde das sicherlich auch, weil wir uns als Team sehr gut verstehen."

Frage: "Was wäre denn für Sie wichtiger: Der Gewinn des Daviscups oder ein Einzeltitel bei einem Grand-Slam-Turnier?"

Haas: "Da Tennis ja vorwiegend ein Einzelsport ist, würde ich sagen: Ein Grand-Slam-Titel steht vor dem Daviscup. Aber beides hört sich nicht schlecht an."

Frage: "Mit nun 29 Jahren haben Sie allerdings nicht mehr allzuviel Zeit, sich diesen Traum zu erfüllen..."

Haas: "Wenn man gesehen hat, wie gut ein Andre Agassi mit 29 bis 35 Jahren noch gespielt hat, dann schon. Das Alter ist nur eine Zahl, es kommt darauf an, wie man sich fühlt. Aber klar: Die Zeit läuft einem schon etwas davon."

Frage: "Roger Federer dominiert das Tennis seit geraumer Zeit fast nach Belieben. Ist er der Beste, den es je gab?"

Haas: "Er hat auf jeden Fall die Mittel und die Chance, der Beste aller Zeiten zu werden. Einige Titel fehlen ihm noch. Man muss abwarten, ob es bei seiner Dominanz bleibt. Von der Art, wie er Tennis spielt, kann man aber schon jetzt sagen, dass es bislang keinen so Guten wie ihn gab."

© SID

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