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Hamburg feiert Spanier Robredo

Der Spanier Tommy Robredo hat die 100. German Open in Hamburg gewonnen. Im Finale besiegte der 24-Jährige den Tschechen Radek Stepanek überraschend deutlich mit 6:1, 6:3, 6:3.

Ein Spanier hat bei der 100. Ausgabe der German Open in Hamburg triumphiert. Der 24-jährige Tommy Robredo bezwang im Endspiel vor 12 000 Zuschauern den Tschechen Radek Stepanek in zwei Stunden mit 6:1, 6:3, 6:3 und feierte damit seinen ersten Triumph bei einem ATP-Turnier der Mastersserie. Robredo klettert am Montag durch den insgesamt dritten Turniersieg seiner Laufbahn vom 12. auf den achten Platz der Weltrangliste. Auch Stepanek verbessert sich unter die Top Ten.

Robredo hatte am Samstag sein erstes Mastersfinale durch einen 7:5, 6:4-Erfolg über den Kroaten Mario Ancic erreicht. Stepanek schaltete im Halbfinale den Argentinier Jose Acasuso mit 6:4, 7:6 (7:5) aus. Der Sieger kassiert für seinen Triumph ein Preisgeld von 340 000 Euro, Stepanek muss sich mit 170 000 Euro trösten. Robredo ist der 50. Sieger bei einem Masters-Turnier seit Einführung der Serie 1990.

Glühender "Barca"-Fan

"Das ist perfektes Timing für mich", sagte der Nachfolger des abwesenden Titelverteidigers Roger Federer, "ich bin sehr glücklich, dass mir dieser Erfolg in der gleichen Woche wie dem FC Barcelona gelungen ist." Nach dem verwandelten Matchball riss sich der Katalane sein Hemd vom Körper, bis zur Siegerehrung durch Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und seinen zweimal in Hamburg erfolgreichen Landsmann Juan Aguilera war er aber wieder vorschriftsgemäß gekleidet. "Ich bin sehr stolz, dass ich gewonnen habe", sagte Robredo, "ich freue mich darauf, im nächsten Jahr mein Porträt in der Siegergalerie hängen zu sehen."

Robredo nutzte in der Hansestadt konsequent die Chance, die sich ihm durch die Absage von Federer, Sandplatz-Rekordhalter Rafael Nadal sowie David Nalbandian und Andy Roddick geboten hat. Stepanek schien im Endspiel außerdem mit den Gedanken mehr bei seiner Freundin Martin Hingis zu sein, die gleichzeitig in Rom gegen Dinara Safina um den ersten Turniersieg seit ihrem Comeback spielte. Ihm unterliefen in dem Match 46 unerzwungene Fehler gegenüber nur 16 seines Gegners. Der 27-Jährige konnte im Finale zu keiner Zeit an seine Leistungen aus den ersten Runden anknüpfen. Für Stepanek war es die zweite Finalniederlage bei einem Masters-Turnier nach Paris-Bercy 2004.

In der neuen Weltrangliste am Montag wird Robredo auf Position acht und damit erstmals unter den "Top 10" notiert. Außerdem kassierte er ein Preisgeld von 340 000 Euro, natürlich die höchste Börse seiner Karriere. Stepanek musste sich mit 170 000 Euro trösten, schaffte aber ebenfalls erstmals den Sprung unter die besten zehn Spieler der Welt. "Ich habe alles versucht, das Match noch rumzureißen", sagte der Tscheche, "aber Tommy war einfach zu gut."

Unter keinem guten Stern

Er ließ sich auf seinem Erfolgsweg auch nicht davon stören, dass er die Nacht vor dem Semifinale beinahe im Spieler-Restaurant verbringen musste: Nach seinem Viertelfinal-Erfolg über David Ferrer wurde Robredo dort eingeschlossen, konnte sich aber nach einiger Zeit selbst befreien.

Das einseitige Endspiel der beiden eher unauffälligen Spieler passte zur 100. Austragung der Traditionsveranstaltung. Absagen der Topstars, Dauerregen seit Mittwoch, Versagen der deutschen Spieler - das Turnier am Rothenbaum stand 2006 unter keinem guten Stern. Dennoch wollte sich kein Verantwortlicher bei den German Open die Laune verderben lassen. "Es hat sich bestätigt, wie wichtig das Turnier für den Deutschen Tennis Bund ist, wir haben den Standort Hamburg erfolgreich verteidigt", sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels, "es war sportlich und wirtschaftlich ein großer Erfolg."

Die German Open an sich sind jedenfalls in Norddeutschland größer als Namen von Spielern. Rund 105 000 Zuschauer strömten wieder auf die Anlage, finanziell kommen die Veranstalter DTB und sein Partner, der Tennisverband von Katar, wohl mit einer "schwarzen Null" davon. Die Zukunft ist bis auf Weiteres gesichert, "und was in drei bis vier Jahren mit dem Status der Master-Turniere geschieht", sagte Turnierdirektor Walter Knapper, "weiß ohnehin niemand. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir weiter zu den Top-Veranstaltungen dazugehören". Wie seit 1 892 halt.

© SID

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