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Kiefers Comeback scheint sich zu verzögern

Wegen anhaltender Beschwerden an seinem operierten Handgelenk muss Nicolas Kiefer seine Rückkehr auf den Tennisplatz möglicherweise weiter verschieben. Eigentlich wollte der 29-Jährige beim Rasenturnier in Halle starten.

Nicolas Kiefer muss sein angepeiltes Comeback möglicherweise verschieben. Eigentlich wollte der 29-Jährige in zwei Wochen beim Rasenturnier im westfälischen Halle an den Start gehen. Allerdings bereitet Kiefer immer noch sein zweimal operiertes Handgelenk Probleme. "Ich weiß selber noch nicht, wann ich auf die Tour zurückkehren kann", erklärte der 29-Jährige am Rande des ATP-Mastersturniers in Hamburg.

Kiefer hat seit dem 2. Juni 2006 kein Match mehr bestritten. Damals stürzte er im Zweitrunden-Match der French Open in Paris gegen den Franzosen Marc Giquel auf sein linkes Handgelenk und musste in der dritten Runde gegen den Tschechen Tomas Berdych aufgeben. Im Juli und im Oktober wurde er zweimal an der Hand operiert und ließ sich Ende April mittels Punktierung eine Zyste entfernen. "Seitdem geht es viel besser, ich merke deutliche Fortschritte", sagte "Kiwi", der kaum erwarten kann, dass er wieder als Profi zum Schläger greifen kann: "Hauptsache, es passiert wieder etwas, und wenn es ein Fußfehler ist. Ich freue mich jetzt schon auf diesen Moment."

Die Ungewissheit nagt an Kiefer

Doch die Ungewissheit nagt. Zu oft schon musste er seine Pläne zuletzt verschieben. Anfang Mai hatte er die Wildcard von Turnierdirektor Ralf Weber für das einzige deutsche Rasenturnier in Halle angenommen, weil er im Training keine Schmerzen mehr verspürte. Allerdings musste der Australian-Open-Halbfinalist von 2006 bereits seine Comeback-Pläne diverse Male ändern.

So wollte er ursprünglich Ende Dezember beim Hopman-Cup in Australien wieder spielen, dann verpasste er die US-Hartplatzsaison im März und musste auch die Wildcards für die Turniere in München und Hamburg ablehnen. Die Zusage für den Arag World Team Cup in Düsseldorf nahm er vor zwei Wochen zurück.

Kiefer vor schwerem Weg zurück in die Weltspitze

"Es ist ein ewiges Hin und Her", sagt Kiefer, "es ist schwierig, die richtige Balance zu finden." Er nimmt Schmerztabletten, bekommt Spritzen, dann sagen die Ärzte, er soll über den Schmerz hinwegspielen, keine Tabletten mehr, dann ist die fragliche Stelle überlastet, leicht entzündet, schonen - und so weiter und so weiter. Aber ob die Hand jemals wieder hundertprozentig wird, das scheint in den Sternen zu stehen. Dennoch will er den Kampf gegen den Körper weiter führen: "Ich war immer ein Kämpfer, ich werde jetzt bald 30, aber bis 34, 35 kann ich noch spielen", behauptet Kiefer, "ich habe nie daran gedacht, alles hinzuschmeißen."

Dabei ist es unglaublich schwierig, nach so langer Abwesenheit wieder das alte Niveau zu erreichen. Nach den French Open verliert er sämtliche Weltranglisten-Punkte. Nur Dank der Ausnahmeregeln der ATP für schwer verletzte Spieler kann er überhaupt an seine Rückkehr denken. Bei acht Turnieren innerhalb von neun Monaten nach dem Comeback kommt er noch mit seiner alten Weltranglisten-Position 14 in die Hauptfelder. Diese Turniere muss er sich sehr sorgfältig aussuchen. Dort muss er erfolgreich sein und für das Ranking neue Punkte sammeln. Ansonsten stehen ihm nur noch Wildcards zur Verfügung, aber die wird es für Kiefer wohl nur in Deutschland geben.

© SID

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