Tennis ATP
Kohlschreiber und Gremelmayr scheitern in München

Beim ATP-Turnier in München hat Philipp Kohlschreiber den Sprung ins Halbfinale verpasst. Der Augsburger unterlag dem Belgier Kristof Vliegen mit 5:7, 4:6. Auch Denis Gremelmayr ist im Viertelfinale ausgeschieden.

Die deutschen Tennisspieler müssen dem ersten "Heimsieg" bei den Internationalen Bayerischen Meisterschaften seit 1994 ein weiteres Jahr hinterherlaufen. Ein Dutzend war diesmal beim ATP-Turnier in München an den Start gegangen, die letzten beiden nationalen Hoffnungsträger scheiterten im Viertelfinale jeweils gegen Belgier beim Versuch, in die Fußstapfen von 94er-Sieger Michael Stich zu treten. Zunächst war Kristof Vliegen zu stark für Philipp Kohlschreiber aus Augsburg (7:5, 6:4), dann besiegte Olivier Rochus Qualifikant Denis Gremelmayr (Heidelberg) 6:4, 7:5.

Kohlschreiber dennoch zufrieden

Seinen Wunsch nach einem Halbfinale oder gar Finale konnte sich Kohlschreiber trotz gelungener Auftritte wieder nicht erfüllen. Dem 22-Jährigen missglückte zum dritten Mal in diesem Jahr das Vorhaben, erstmals über das Viertelfinale hinauszukommen. "Mein Gegenüber hat sehr gutes, fast fehlerloses Tennis gespielt, er hat verdient gewonnen", sagte Kohlschreiber, der sich selbst "nichts vorzuwerfen" hatte. Ausnahme: Nachdem er dem 50. der Weltrangliste zu Beginn der Partie den den Aufschlag abgenommen hatte, "hätte ich den Satz zumachen müssen".

Zwei Spieler, die in der Weltrangliste vor ihm liegen, hatte Kohlschreiber, selbst auf Position 86 geführt, zuvor geschlagen. In der ersten Runde besiegte er den an Nummer zwei gesetzten kroatischen Daviscupsieger Mario Ancic (19.), im Anschluss dann den Tschechen Jan Hernych (80.). Auch Vliegen hätte er allzu gerne noch geschlagen: "Ich brauche einfach mal ein Halbfinale oder Finale bei einem Turnier, das würde mich weiterbringen." Ziel verpasst, dennoch war der 22-Jährige zufrieden: "Ich habe hier gutes Tennis gezeigt. Dass ich zu den letzten Acht gehört habe, ist toll."

Gremelmayr zeigt gutes Tennis

Gutes Tennis hatte auch Qualifikant Denis Gremelmayr gezeigt, vor allem bei seinem sensationellen Sieg gegen den topgesetzten Argentinier Guillermo Coria in der ersten Runde. Auch gegen Rochus, 30. der Weltrangliste, hielt der 102 Positionen tiefer eingestufte Heidelberger hervorragend mit. Im zweiten Satz musste er sich bei eigener 4:3-Führung vorübergehend am linken Oberschenkel behandeln lassen, kämpfte dennoch weiter, nahm dem Belgier das Service ab, verlor sein eigenes, und konnte erst nach einem Aufschlagverlust zum 5:6 nicht mehr kontern.

So richtig glücklich war Gremelmayr freilich nicht. "Ich kann am Ende nicht zufrieden sein. Ich hatte im ersten und im zweiten Satz genügend Breakbälle, ich hatte genügend Chancen, aber gegen einen solchen Spieler muss man diese Chancen auch nutzen", sagte der 24-Jährige. "Zu unüberlegt", habe er außerdem gespielt. Rochus tat sein Übriges, um den unerfahrenen Deutschen zu ärgern, vor allem nach dessen Verletzung: "Er hat dann noch mehr Stopps gespielt."

Erfolgreiches Tennis zeigt in München auch Jarkko Nieminen. Der Finne zog durch ein 7:5, 2:6, 6:2 gegen Robin Vik aus Tschechien zum dritten Mal ins Halbfinale ein und trifft dort auf Vliegen. Vor drei Jahren verlor Nieminen erst im Finale gegen Roger Federer (Schweiz), im Vorjahr dann im Halbfinale gegen den späteren Sieger David Nalbandian (Argentinien). Der an Nummer drei gesetzte Finne ist derzeit die Nummer 20 der Welt und nach dem frühen Aus von Coria, Ancic und Tommy Haas der letzte der vier topgesetzten Spieler, der im Wettbewerb verblieben ist.

© SID

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