Tennis ATP
Mayer verhindert "schwarzen Dienstag" in Hamburg

Florian Mayer ist beim ATP-Masterturnier in Hamburg durch einen Sieg über Michael Juschni in die zweite Runde eingezogen. Für Benjamin Becker, Rainer Schüttler und Alex Waske war bereits in der ersten Runde Endstation.

Florian Mayer hat einen Tag nach Philipp Kohlschreiber beim ATP-Mastersturnier in Hamburg für den zweiten großen Coup aus deutscher Sicht gesorgt. Der Bayreuther bezwang unter dem Jubel der rund 9 000 Zuschauer in einem umkämpften Tenniskrimi den Weltranglisten-15. Michael Juschni (Russland) mit 6:4, 2:6, 7:6 (7:5) und zog damit als zweiter deutscher Spieler in die zweite Runde des wichtigsten deutschen Turniers ein. Dort trifft er am Mittwoch auf den Finnen Jarkko Nieminen, der den deutschen Meister Tobias Summerer mit 6:1, 7:6 (7:5) ausschaltete.

Mayer hat mit seinem Überraschungserfolg nicht nur im Vorfeld des Daviscup-Halbfinals im September gegen Russland ein kleines Zeichen gesetzt, sondern auch den befürchteten "schwarzen Dienstag" für die deutschen Profis verhindert. Denn neben Summerer sind auch Benjamin Becker, Rainer Schüttler und Alexander Waske bereits in ihren Auftaktspielen auf der Strecke geblieben. Becker unterlag dem Spanier Oscar Hernandez 3:6, 7:6 (7:2), 3:6, Schüttler setzte die Reihe seiner Erstrundenpleiten bei großen Turnieren mit einer 6:7 (2:7), 2:6-Niederlage gegen den Franzosen Julien Benneteau fort und Waske scheiterte 3:6, 4:6 an dem Österreicher Jürgen Melzer.

Mayer freut sich über den knappen Sieg

"Das war einer meiner fünf schönsten Siege auf der Tour", meinte Mayer, der 2004 immerhin bis ins Viertelfinale von Wimbledon vorstoßen konnte. Nach 2:10 Stunden nutzt er seinen ersten Matchball und sank anschließend am Netz vor Erleichterung auf die Knie. "Ich hatte das Gefühl, dass er teilweise unglaublich gespielt hat, aber ich habe immer gefightet und schwierige Bälle noch rausgeholt", meinte der überglücklicher Sieger, "es war ganz eng und es hätte auch anders ausgehen können."

2004 hatte der Bayreuther in Hamburg ebenfalls die Zuschauer begeistert, als er bei seinem Rothenbaum-Debüt mit seinem unkonventionellen Spiel bis in die dritte Runde vorstoßen konnte und mit La Ola gefeiert wurde. Dann bedeutete Juschni die Endstation, der Sieg jetzt war also auch eine späte Revanche. "Die Atmosphäre damals werde ich nie vergessen, einer der schönsten Momente meiner Karriere", meinte Mayer, "jetzt habe ich die Chance wieder so weit zu kommen."

Mayer kennt Nieminen auswendig

2:2 lautet seine Bilanz gegen den Weltranglisten-23. Nieminen. Den ersten Satz des Finnen gegen Summerer hat er sich vor seinem Match noch selbst angeschaut, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre: "Ich kenne ihn in und auswendig. Mein Aufschlag muss kommen und die Rückhand. Das Spiel wird schwer, aber ich kann ihn schlagen." Das Selbstvertrauen ist zurück, auch durch die Finalteilnahme beim Challenger-Turnier in Dresden vor vier Tagen. "Ich habe mich in der Rangliste wieder so um 40 eingependelt", erklärte Mayer: "Ich bin wieder auf dem richtigen Weg."

Das behauptete tapfer erneut auch der auf Platz 135 der Weltrangliste abgerutschte Schüttler, der nur mit einer Wildcard ins Hauptfeld des mit 2,082 Mill. Euro dotierten Turniers gekommen ist und möglicherweise seinen letzten Auftritt auf dem Hamburger Centre Court hatte. Immer noch hängt er dem Glauben nach, er könne wieder seine Form von 2003 erreichen, als er bis auf Platz sechs im ATP-Ranking geklettert war. "Ich fühle mich Woche für Woche besser", meinte der 31-Jährige, "ich brauche einfach ein paar gute Turniere, ich hoffe dann kommen die Erfolge wieder."

© SID

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