Tennis ATP
Petzschner ärgert Hewitt, Aus für Schüttler

Philipp Petzschner musste sich beim ATP-Turnier in München Lleyton Hewitt nur knapp geschlagen geben. Enttäuschend war dagegen das Erstrunden-Aus von Rainer Schüttler.

Tennis-Profi Philipp Petzschner hat das ATP-Turnier in München beinahe seiner Hauptattraktion beraubt. Der 25 Jahre alte Bayreuther trieb den ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt in der ersten Runde der mit 450 000 Euro dotierten BMW Open an den Rand einer Niederlage, musste sich allerdings nach großem Kampf mit 2:6, 7:6 (7:2), 6:7 (8:10) geschlagen geben. Der 28 Jahre alte Australier, nach der Absage von Titelverteidiger Fernando Gonzalez aus Chile Favorit auf den Turniersieg und den ausgelobten Sportwagen, wurde anschließend schon mal mit einer Torte belohnt - es war sein 500. Sieg auf der ATP-Tour.

"Es zeigt wohl, dass ich älter werde", sagte Hewitt im Scherz über sein Jubiläum. Von den aktiven Spielern haben nur Roger Federer (Schweiz/638) und Carlos Moya (Spanien/573) mehr Siege. Allerdings musste der Australier hart für den Meilenstein arbeiten. "Ich wollte hier Matchpraxis sammeln, aber das war mehr, als ich vorhatte", erklärte er und ergänzte angesichts der zwei Matchbälle von Petzschner im Tiebreak des dritten Satzes: "Ich hatte Glück, dass ich da heil rausgekommen bin.'

Petzschner vergibt zwei Matchbälle, Hewitt nutzt seinen Siebten

Hewitt schien auf der Anlage des Mttc Iphitos zunächst kurzen Prozess mit Petzschner zu machen. Doch nach ersten Schwierigkeiten im zweiten Satz vergab er beim Stand von 5:4 und 40:15 seine ersten beiden Matchbälle, im dritten Durchgang erneut beim Stand von 5:4 nochmal drei. Petzschner hielt bis zum Schluss mit - vergab dann aber im Tiebreak seinerseits zwei Matchbälle. Erst nach 2:36 Stunden konnte Hewitt, der nach einer Hüftoperation im vergangenen August und einem Absturz in der Weltrangliste in München mit einer Wildcard am Start ist, schließlich seinen siebten Matchball nutzen.

Hewitts nächster Gegner ist der Niederländer Thiemo De Bakker, der die Pleiten-Serie von Rainer Schüttler in München verlängerte. Der 33 Jahre alte Korbacher unterlag dem Qualifikanten mit 3:6, 3:6 und scheiterte auf der Anlage des Mttc Iphitos schon zum fünften Mal seit seiner Halbfinal-Teilnahme 2004 in der ersten Runde. Zugleich verpasste die aktuelle deutsche Nummer zwei (hinter Nicolas Kiefer), immerhin an Nummer fünf gesetzt und 206 Weltranglistenplätze besser als De Bakker, seinen seinen 300. Einzel-Sieg auf der ATP-Tour.

Beck siegt im Duell der Hoffnungsträger

Während Schüttlers große Erfolge der Vergangenheit angehören, boten zwei deutsche Hoffnungsträger einen Blick in die Zukunft. Der 23 Jahre alte Andreas Beck und der 21 Jahre alte Mischa Zverev waren in den vergangenen Wochen jeweils mit einem Viertelfinaleinzug bei einem Masters-Turnier äußerst angenehm in Erscheinung getreten. Ihr Prestigeduell endete nach 87 Minuten allerdings mit einem deutlichen Ergebnis - 6:3, 6:4 für Beck, der damit als einer von fünf Deutschen in die zweite Runde einzog. Elf deutsche Tennis-Profis hatten zunächst im Hauptfeld gestanden.

"Es war ein sehr durchwachsenes Spiel. Wir waren beide sehr nervös, wir kennen uns ja seit der Jugend. Und es ist immer schwer gegen einen Freund zu spielen", erklärte der Sieger. Beck hatte in der vorvergangenen Woche die Runde der letzten Acht beim Turnier in Monte Carlo erreicht, war anschließend in Rom allerdings schon in der Qualifikation gescheitert. In der Weltrangliste verbesserte er sich dennoch auf Position 58.

Zverev wiederum hatte in Rom erst im Viertelfinale in zwei hart umkämpften Sätzen gegen den Weltranglisten-Zweiten Roger Federer aus der Schweiz verloren. Der gebürtige Moskauer liegt im ATP-Ranking (56.) noch knapp vor Beck, auf dem spärlich besetzten Center Court in München war der Konkurrent seit Jugendtagen jedoch schon der klar Bessere. "Mischa war etwas zu passiv. Ich habe aggressiver gespielt, das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte Beck.

Zwei deutsche Außenseiter überraschen mit Siegen

Auch zwei deutsche Außenseiter kamen überraschend weiter. Daniel Brands aus Deggendorf nutzte seine Wildcard, die er von Turnierdirektor Patrik Kühnen bekommen hatte, zu einem 6:3, 7:6 (7: 2) gegen den österreichischen Routinier Stefan Koubek. Denis Gremelmayr aus Heidelberg erreichte ebenfalls die zweite Runde, profitierte dabei aber bei einer 5:1-Führung im ersten Satz von der Aufgabe seines Gegners Martin Vassallo Arguello aus Argentinien.

Ausgeschieden ist auch der Sonthofener Dieter Kindlmann. Er unterlag erwartungsgemäß dem an Nummer zwei gesetzten Marin Cilic aus Kroatien mit 3:6, 2:6. Der 15. der Weltrangliste ist in der zweite Runde nun Gegner von Philipp Kohlschreiber, der seinen zweiten Sieg nach 2007 anstrebt.

© SID

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