Tennis Australian Open: Deutscher erreicht bei Australian Open Finale

Tennis Australian Open
Deutscher erreicht bei Australian Open Finale

Der Deutsche Alexandros-Ferdinandos Georgoudas hat bei den Australian Open das Junioren-Endspiel erreicht. Dort trifft der 17-Jährige am Samstag auf den topgesetzten Yuki Bhambri.

Gestatten: Alexandros-Ferdinandos Georgoudas, deutsche Mutter, griechischer Vater, 17 Jahre alt, wohnhaft in Hannover und ausgebildet im dortigen Bundesstützpunkt des Deutschen Tennis Bundes (DTB).

Durch ein 6:4, 6:4 im Halbfinale gegen den an zwei gesetzten Julen Uriguen (Guatemala) stieß Georgoudas bei den Australian Open in Melbourne ins Endspiel vor, in dem er am frühen Samstagmorgen (MEZ) auf den topgesetzten Inder Yuki Bhambri trifft. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren hat ein deutscher Tennisjunior wieder das Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht.

"Dieser Erfolg ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich", sagte der Unaussprechliche, den seine Kameraden in der Trainingsgruppe deshalb wahlweise Greece, Freddy oder Alex rufen. Von Spiel zu Spiel hat er sich gesteigert, blieb auch in schwierigen Matchsituationen cool. "Ich habe mit Geduld gewonnen" sagte Georgoudas. "Ich war natürlich in jeder Runde nervös, aber es ist mir gelungen, mich zu beruhigen."

Erst seit drei Jahren in Deutschland

Vor drei Jahren erst ist er aus Saloniki nach Hannover übergesiedelt. Sein griechischer Trainer trat damals einen neuen Job auf Kreta an, die Familie sah sich um, machte einen Probebesuch in Hannover und war überzeugt - Glück für den DTB. In der niedersächsischen Landeshauptstadt trainiert Greece mit Nicolas Kiefers Coach Sascha Nensel.

Ab und an schlägt er auch mit "Kiwi" Bälle. Im September waren beide gemeinsam in Thailand im Trainingslager, und Kiefer hat nach dem Finaleinzug auch gleich per SMS gratuliert: "Ich habe ihn ermutigt, nun auch noch den nächsten Schritt zu gehen." Der zurzeit verletzte Kiefer bezeichnet Georgoudas als "Haudrauf Marke Philippoussis. Bei ihm muss alles zügig und schnell gehen."

Für Junioren-Bundestrainer Peter Pfannkoch ist Georgoudas' Final-Teilnahme in Melbourne der ultimative Abschluss eines sehr erfolgreichen Australien-Trips. Schon vor den Open überzeugte seine Truppe bei Junioren-Turnieren, in Melbourne standen fünf im Hauptfeld, der Bielefelder Richard Becker (Kiefer: "Ein Tüftler und Stratege") zog ins Viertelfinale ein.

600 000 Euro jährlich für Nachwuchsförderung

"Natürlich helfen uns diese Erfolge auch in der Wahrnehmung nach außen", sagt Pfannkoch. Die finanzielle Ausstattung der drei Leistungszentren Hannover, Stuttgart und Oberhaching könnte noch besser sein, der DTB sucht Sponsoren. 600 000 Euro jährlich gibt der Verband für die Nachwuchsförderung aus. Mehr Geld ist nicht da.

Georgoudas hat die Schule vor zwei Jahren mit der Mittleren Reife beendet. Seitdem bereitet er sich auf seine Tenniskarriere vor. Ein bisschen professioneller unter anderem in Sachen Ernährung könnte er noch werden, meint der Bundestrainer. Die richtigen Anlagen mit einem starken Aufschlag und Vorhand aber hat er.

"Wichtig ist, dass wir Geduld haben", sagt Pfannkoch. "Es hat sich gezeigt, dass gute Junioren etwa zwischen 20 und 22 Jahren den Sprung auf die Herrentour schaffen." Vielleicht geht es aber noch schneller. Dem Sieger des Juniorenturniers winkt im kommenden Jahr eine Wildcard für die Qualifikation.

© SID

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