Tennis Australian Open
Haas hofft auf Sensation gegen Federer

Nach seinem Sieg über Peter Luczak trifft Tommy Haas bei den Australian Open in Melbourne am Montag (ca. elf Uhr MEZ) auf den Weltranglistenersten Roger Federer. "Ich hoffe, dass ich ihn schlagen kann", so Haas.

Tommy Haas hat seinen freien Tag in Melbourne beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres gewohnt ruhig verbracht. Trotz der australischen Sommerhitze trainierte Haas am Sonntag und verfolgte danach die Niederlage Andy Roddicks im Fernsehen. "Ein freier Tag wie immer", erklärte der deutsche Daviscupspieler vor dem Aufeinandertreffen im Achtelfinale der Australian Open mit dem Schweizer Weltranglistenersten Roger Federer am Montag (ca. elf Uhr MEZ). "Ich hoffe natürlich, dass ich ihn schlagen kann", sagte Haas: "Ich muss halt schauen, ob ich die eine oder andere Chance nutzen kann."

Haas bei den Buchmachern Außenseiter

51,5 für 10 Dollar Einsatz zahlen die Buchmacher für einen Sieg des Deutschen bei den Australian Open, 10,9 bekommt, wer auf Federer setzt. Die Wettanbieter haben ein gutes Gespür dafür, wer Favorit ist und wer Außenseiter. Trotzdem schwingt so eine vage, kaum greifbare Hoffnung über die Anlage am Yarra, Haas wird eine Überraschung zugetraut. "Es wird ein schwieriges Spiel gegen ihn, er hat mir in der Vergangenheit einige Male Schwierigkeiten gemacht", sagt Federer über Haas: "Ich freue mich darauf."

Vor zwei Wochen siegte der Eidgenosse im Halbfinale von Doha glatt, beim Showturnier von Kooyong gewann Haas, der diesen Erfolg allerdings nicht ernst nimmt: "Das hat nichts zu bedeuten, es war eine Exibition." Er weiß, wie es ist, wenn Federer Ernst macht. Zuletzt hat Tommy Haas vor fast genau vier Jahren ein offizielles Match gegen den Magier aus der Schweiz gewonnen, ebenfalls im Achtelfinale der Australian Open nach Abwehr eines Matchballes.

Die Entwicklung der beiden ging danach in unterschiedliche Richtungen. Federer dominiert die ATP Tour seit zwei Jahren praktisch nach Belieben. Haas erklomm zwar im Mai 2002 noch Platz zwei in der Weltrangliste, stürzte danach aber unter anderem wegen seiner beiden Schulteroperationen ab und beendete das letzte Jahr auf Rang 46: "Das ist ziemlich frustrierend für mich. Ich war leider nach der unglücklichen Verletzung in Wimbledon und dem Daviscup gegen Tschechien ziemlich unmotiviert."

Neuorientierung mit neuem Coach

Ein turbulentes Privatleben im Sommer tat sein Übriges, hinzu kam die Trennung vom langjährigen Coach Red Ayme. Im Herbst beschloss er eine komplette Neuorientierung. Dazu gehörte auch die Verpflichtung von Trainer Thomas Hogstedt, der zuvor Nicolas Kiefer betreute.

"Tommy hat ein enormes Potenzial, das er nicht immer ausschöpft", sagte der Schwede. Seit Januar steht er offiziell bei Haas in Lohn und Brot, doch schon im Dezember quälte der 42-Jährige seinen neuen Schützling in Florida. "Man macht zehn 100-Meter-Sprints, bis man umfällt", sagt Haas: "Das macht man für Spiele gegen die Nummer eins auf einem voll besetzten Centre Court."

Der Start ins neue Jahr ist vielversprechend. Der 27-Jährige wirkt austrainiert wie lange nicht, behält auf dem Platz die Ruhe auch bei kritischen Entscheidungen gegen ihn und scheint an sich zu glauben. Mit den Ergebnissen Doha und Kooyong und dem Erreichen des Achtelfinales beim ersten Grand-Slam des Jahres kann er auch schon Erfolge vorweisen. "Dabei hatte Thomas mich eigentlich darauf vorbereitet, dass es zwei Monate dauern kann, bis ich wieder anständige Ergebnisse habe", sagt Haas.

Der gebürtige Hamburger wird in diesem Jahr 28, er hat scheinbar begriffen, dass die Uhr tickt: "Ich weiß, dass ich nur noch drei, vier Jahre habe, ich kann nicht mehr so lange auf der Tour dabeisein."

Bis auf zwei Halbfinalteilnahmen in Australien 1999 und 2002 und Olympiasilber 2000 in Sydney hat er in seinen zehn Jahren als Profi eigentlich nichts Außergewöhnliches geleistet. "Wenn man mental nicht richtig dabei ist, kann man auch nichts erreichen", sagt er nun, und man traut seinen Ohren kaum: "Talent allein reicht nicht in diesem Sport, man muss auch andere Dinge machen."

© SID

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