Tennis Australian Open: Tsonga im Finale der Australian Open

Tennis Australian Open
Tsonga im Finale der Australian Open

Das französische Tennis-Märchen nimmt bei den Australian Open kein Ende. Jo-Wilfried Tsonga setzte sich im Halbfinale glatt mit 6:2, 6:3 und 6:2 gegen Rafael Nadal durch und zieht in sein erstes Grand-Slam-Finale ein.

Der Franzose Jo-Wilfried Tsonga steht überraschend im Endspiel der Australian Open in Melbourne. Der 22-Jährige bezwang in der Vorschlussrunde den Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal (Spanien) mit 6:2, 6:3, 6:2 und steht damit schon bei seiner fünften Grand-Slam-Teilnahme erstmals im Finale.

"Ich habe unglaublich gespielt, nichts konnte mich stoppen", sagte Tsonga. Sein Gegner wird am Freitag (9.30 Uhr MEZ) zwischen Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) und Novak Djokovic (Serbien) ermittelt. Das Endspiel findet in der Night Session am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) statt.

Die Geschichte des Turniers in diesem Jahr aber schrieb der Sohn eines Kongolesen und einer Französin aus Le Mans. Wie Marcos Baghdatis vor zwei Jahren hat sich in Tsonga ein bislang weitgehend unbekannter Spieler mit seiner frischen und unverbrauchten Art in die Herzen der Fans gespielt und die Tenniswelt für einen Moment auf den Kopf gestellt. "Es ist wie ein Traum, ich kann es nicht glauben", meinte Tsonga: "Ich bin unheimlich glücklich."

"Jeder Schlag war drin"

"Tsonga-Tsunami" schrieb ein Zuschauer auf ein Plakat und beschrieb damit passend die Power des Newcomers, der Nadal 49 Winner ins Feld haute. Wegen seiner äußerlichen Ähnlichkeit zu der lebenden Box-Legende lautet sein Spitzname "Muhammad Ali". Am Donnerstag spielte er tatsächlich wie der "Größte". Insbesondere mit seiner Vorhand gelangen ihm immer wieder spektakuläre Punkte, gegen die Nadal keinerlei Mittel fand. "Meine Taktik war, mit jedem Schlag anzugreifen", meinte er: "Und jeder Schlag war drin."

Nadal nahm die Abreibung gefasst hin, schüttelte während des nur 1:57 Stunden dauernden Matches immer wieder staunend den Kopf. "Er hat unglaublich gespielt, praktisch keine Fehler gemacht", sagte der 21-Jährige: "Ich muss die Niederlage akzeptieren, ich hatte keine Chance." Der Spanier traut Tsonga sogar den ganz großen Coup am Sonntag zu: "Wenn er wieder so spielt, ist er für jeden schwer zu stoppen."

Tsonga stürmt die Top-20

Tsonga ging als 38. der Weltrangliste in das Turnier in Melbourne. Auf dem Weg ins Endspiel schaltete er bereits die Top-Ten-Spieler Andy Murray und Richard Gasquet aus. Tsonga war 2003 zweitbester Junior der Welt und Sieger des Juniorenturniers bei den US Open. Der Durchbruch bei den "Großen" ließ aber auf sich warten. Ein Bandscheibenvorfall und Probleme mit der Bauchmuskulatur behinderten ihn 2004 und 2005 entscheidend. Nun wird er am Montag erstmals unter den Top 20 der Welt notiert.

Weder gegen Federer noch gegen Djokovic hat Tsonga bislang auf der Tour gespielt. Angst haben muss er in der Form vom Halbfinale aber gegen keinen der beiden. Und um seine Nerven muss man sich wohl auch keine Sorgen machen. Unglaublich abgeklärt erledigte er den Job gegen Nadal, keinen Moment gab es, in dem der Arm schwer zu werden schien. "Ich werde auch im Finale versuchen, mein Bestes zu zeigen", sagte Tsonga: "Auch Federer und Djokovic haben nur zwei Arme und Beine."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%