Tennis Davis Cup
Australien wegen Terror-Angst nicht nach Indien

Aus Angst vor möglichen Terroranschlägen hat der australische Tenniverband angekündigt, nicht zum Davis-Cup-Spiel gegen Indien in Chennai antreten zu wollen.

Der australische Tennisverband wird wegen Sicherheitsbedenken kein Team zum Davis-Cup-Match (8. bis zehn Mai) nach Indien schicken. Tennis Australia (TA) nimmt eine zwölfmonatige Sperre und Geldstrafe durch den Weltverband ITF in Kauf. Als erste Konsequenz erklärte die ITF Indien zum Sieger der Erstrunden-Begegnung in der Asien/Ozeanien-Gruppe I und Teilnehmer an den Weltgruppen-Play-offs (18. bis 20. September).

Die Australier hatten um eine Verlegung der Begegnung in der Asien/Ozeanien-Gruppe I an einen neutralen Ort gebeten. Das lehnte die ITF am Freitag nach einer Inspektionsreise in die südindische Stadt jedoch ab.

ITF-Entscheidung stößt auf Unverständnis

"Die ITF-Entscheidung lässt uns keine Option. Wir können kein Team entsenden. Es wäre von uns unverantwortlich, Spieler in eine Region mit solch hohen Risiken zu schicken. Der Davis Cup ist für uns sehr wichtig, aber es gibt wichtigere Dinge als Tennis", sagte TA-Präsident Geoff Pollard.

Der Verband des 28-maligen Davis-Cup-Siegers hatte nach den Anschlägen auf den Teambus eines Cricket-Teams im pakistanischen Lahore und dem Attentat islamischer Terroristen in Mumbai mit 150 Todesopfern interveniert. In Indien gilt Chennai jedoch als sichere Region.

Indischer Sportminister empört über Pakistan-Indien Vergleich

"Die Australier hätten kommen sollen. Aus meiner Sicht sind solche Entscheidungen nicht korrekt. Dann müssten wir in Zukunft alle Sportereignisse nur noch in so genannten sicheren Ländern austragen. Außerdem ist es von den Australiern unfair, die Situation in Indien und Pakistan gleichzustellen", sagte Indiens Sportminister Manohar Singh Gill. Ebenfalls wegen Sicherheitsbedenken waren die Cricket-Spiele der hochdotierten Indian Premier League (IPL) nach Südafrika verlegt worden.

Australiens Davis-Cup-Kapitän John Fitzgerald hadert mit dem Weltverband: "Die ITF-Entscheidung ist nicht zu verstehen. Die Sicherheit der Spieler geht vor. Was ist mit der Tatsache, dass im Vorfeld von Wahlen ein Dutzend Leute getötet wurden, und in dieser Woche wieder ein Zug entführt wurde? Für uns ist es schade, denn wir haben hart gearbeitet, um in die Weltgruppe zurückzukehren." Aus Sicherheitsgründen hatte der schwedische Verband sein

Davis-Cup-Match gegen Israel im vergangenen Monat in Malmö unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen lassen. Ein fünfjährige ITF-Sperre gegen die Malmö-Veranstalter und eine Geldstrafe in Höhe von 25 000 Dollar waren die Folge.

© SID

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