Tennis Davis Cup
Kiefer trifft im Davis Cup auf Nadal

Das ab Freitag in Bremen stattfindende Davis-Cup-Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien wird mit der Einzel-Partie Nicolas Kiefer gegen Rafael Nadal eröffnet.

Als Oberschiedsrichter Stefan Fransson am Donnerstagmittag das eine Los zog, das die Auftaktpartie im Davis-Cup-Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien entschied, wurde das Gesicht von Teamkapitän Patrik Kühnen für einen Augenblick etwas länger. Rafael Nadal und Nicolas Kiefer bestreiten am Freitag in Bremen ab 14.00 Uhr (live im DSF) das erste Match, anschließend treffen Philipp Kohlschreiber und David Ferrer aufeinander. Entäuschung machte sich breit im deutschen Team, Lospech trübte die bislang so gute Simmung.

"Man muss es nehmen, wie es kommt", sagte Kühnen. Der Münchner hatte gehofft, dass zunächst seine Nummer eins Kohlschreiber im ersten Spiel gegen Spaniens Nummer zwei aufschlagen kann. Die Chancen, dann 1:0 in Führung zu gehen, wären sicher höher gewesen, als im Match der Nummer 47. der Welt gegen die Nummer zwei. `Diese Messlatte ist sehr hoch, eine Riesenherausforderung', sagt Kiefer vor seinem ersten Davis-Cup-Match seit Februar 2006: "Ich muss am Limit spielen und er vielleicht einen schlechten Tag haben."

Kohlschreiber lässt Doppeleinsatz offen

Auch die Planungen für das oft vorentscheidende Doppel am Samstag (13.30 Uhr/live im DSF) sind durch die Auslosung gefährdet. Kohlschreiber ist an der Seite von Philipp Petzschner gegen Feliciano Lopez und Fernando Verdasco vorgesehen. "Wenn ich am Freitagabend fünf Stunden kämpfen muss, könnte das für das Doppel nicht so gut sein", weiß Kohlschreiber: "Wir müssen kurzfristig sehen, wie es mir geht." Am Sonntag muss der Augsburger ab 13.30 Uhr (live im DSF) dann bereits wieder gegen Nadal ran, ehe Kiefer die Partie gegen Ferrer beendet.

"Realistisch gesehen liegen unser Chancen bei 30 bis 40 Prozent", beschreibt Kohlschreiber die Lage gegen den zweimaligen Davis-Cup-Sieger: "Die Spanier haben die besseren Spieler." Durch Nadal und den Weltranglistenfünften Ferrer stellen die Iberer zurzeit weltweit das beste Team. Kohlschreiber (25.) und Kiefer (47. ) liegen im ATP-Ranking weit dahinter. "Ich hoffe, das Bremer Publikum kann uns dabei helfen, das Wunder einzuleiten und das Unmögliche möglich zu machen", sagt Kohlschreiber.

Dafür aber muss Kiefer seine bislang so enttäuschende Einzelbilanz im Davis Cup von 8:10 Siegen verbessern. Gegen Nadal hat er erst vor knapp zwei Wochen in Miami 2:6, 4:6 klar verloren. "Ich habe meine Lehren daraus gezogen", sagt der Hannoveraner: "Wir werden das besprechen, und am Samstag hat Patrik dann einen Zettel mit Tipps im Schuh."

Seit Sonntag hatte das deutsche Team in Bremen auf dem schnellen Rebound-Ace-Belag trainiert. Die Vorbereitung sei top gelaufen, betont Kühnen immer wieder, und die Stimmung sei erstklassig. Die Irritationen Anfang der Woche über die Anwesenheit von Kohlschreibers Privattrainer Michael Geserer, seine Anreise erst am Sonntag und seine Prämien-Initiative von der ersten Runde in Braunschweig sind jedenfalls offiziell längst kein Thema mehr.

"Für mich ist das bislang die schönste Davis-Cup-Woche", sagt Kohlschreiber: "Ich dränge mich keinesfalls in den Vordergrund und will keine Extrarechte. Wir kämpfen alle für die gleiche Sache." Dass auf seine Initiative eine Prämienregelung ausgehandelt wurde, in der ein Spieler mehr Geld verdient, der öfter spielt, als einer der weniger zum Einsatz kommt, hält Kohlschreiber für normal: "Das ist doch eine Frage der Gerechtigkeit, und alle waren damit einverstanden."

© SID

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