Tennis Davis Cup: Kühnen hofft und Pilic schreibt Geschichte

Tennis Davis Cup
Kühnen hofft und Pilic schreibt Geschichte

Nach dem glatten 5:0-Erfolg der deutschen Tennisspieler über Südafrika steht nun die Auslosung der Davis-Cup-Weltgruppe an. Deutschland hofft dabei auf den Vorteil des Heimrechts.

Wenn am Mittwoch um 12.30 Uhr in Brüssel die erste Runde der Davis-Cup-Weltgruppe 2011 ausgelost wird, drücken Patrik Kühnen und die Offiziellen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ganz fest die Daumen. "Viel vom Erfolg hängt auch mit Losglück zusammen", sagt Kühnen, dessen Team nach dem 5:0-Erfolg im Relegationsspiel gegen Südafrika im sechsten Jahr in Folge zur Davis-Cup-Elite gehört. Dreimal in Folge schon scheiterte seine Mannschaft früh an einem späteren Finalisten, in den vergangenen beiden Jahren in Spanien und Frankreich zudem jeweils auswärts.

Deutsche Hoffnung auf ein Heimspiel

"Das Heimrecht ist schon ein sehr großer Vorteil", sagt der deutsche Kapitän - und hofft. Dabei geht es natürlich um die Unterstützung durch die eigenen Fans. Noch wichtiger ist aber das Recht, den Spielbelag auszuwählen. Schneller Hartplatz oder langsamer Sand, draußen oder Halle, das kann schon entscheidend sein. "Die Franzosen haben sich in diesem Jahr nur mit Heimspielen bis ins Finale gespielt", sagt Kühnen: "Das zeigt ja, was zuhause möglich ist."

Die Chancen für einen Auftritt in der ersten Runde vom 4. bis 6. März in Deutschland stehen allerdings sehr gut. Die DTB-Auswahl wird eines der acht gesetzten Top-Teams zugelost bekommen - nur gegen Kroatien müsste Deutschland sicher reisen. Gegen die USA, Spanien, Frankreich, Russland, Argentinien und Tschechien gäbe es ein Heimspiel. Beim Match gegen den aktuellen Finalisten Serbien müsste über das Heimrecht das Los entscheiden, beide Teams sind noch nie aufeinandergetroffen.

Serbien im Finale gegen Frankreich

Das könnte allerdings eine äußerst reizvolle Aufgabe sein und ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten bringen, der sich gerade anschickt, Davis-Cup-Geschichte zu schreiben: Niki Pilic. Als Kapitän leitete der Münchner aus Kroatien Deutschland zu den Davis-Cup-Triumphen 1988, 1989 und 1993. 2005 führte er Kroatien zum Titel. Jetzt ist der 71-Jährige als "Berater" ganz wesentlich für die serbische Mannschaft mitverantwortlich, die im Finale vom 3. bis 5. Dezember die Franzosen erwartet.

"In unserer Halle in Belgrad ist kein Team der Welt Favorit", sagte der Weltranglisten-Zweite Novak Djokovic nach dem emotionalen 3:2-Sieg im Halbfinale gegen Tschechien: "Ich bin sicher, dass wir zuhause weiterhin ungeschlagen bleiben." Serbiens Held war Janko Tipsarevic, der im entscheidenen Einzel Radek Stepanek bezwang und anschließend von seinen Mannschaftskameraden auf Schultern getragen wurde.

Pilic hatte 2007 bei Serbien angeheuert, "aber nicht nur, um eine erste Runde zu gewinnen". Und dafür hat er das beste Team zusammen. Für Spitzenspieler Djokovic war es trotz der Belastungen im Finale der US Open vor einer Woche nie eine Frage, dass er sich im Halbfinale zur Verfügung stellt. "Meine Jungs sind unglaublich motiviert, für ihr Land zu spielen", sagte Pilic: "Drei Punkte im Finale zu gewinnen, wird allerdings so schwer, wie den Mount Everest zu besteigen."

Schweiz ohne Federer chancenlos

Während Djokovic seinem Land zur Verfügung stand, verzichtete Roger Federer auf den Einsatz im Davis Cup, prompt ging die Schweiz in Kasachstan 0:5 unter und stieg aus der Weltgruppe ab. Da fehlt im nächsten Jahr in dem 28-maligen Champion Australien ein weiterer großer Name. Spitzenspieler Lleyton Hewitt hatte sich im Doppel am Handgelenk verletzt, und schon gingen am Montag nach Regenunterbrechungen in Cairns die beiden entscheidenden Einzel gegen Belgien verloren.

Davis-Cup-Teams mit bekannten Spielern wie Federer, Hewitt, Andy Murray (Großbritannien) sind in der Weltgruppe nicht dabei. Auch ehemals erfolgreiche Nationen wie die Slowakei, Italien, die Niederlande oder Brasilien sucht man in der Eliteklasse im nächsten Jahr vergeblich. Deutschland aber ist seit sechs Jahren konstant am Start. "Gegen die großen Nationen ist es schwer für uns", sagte Kühnen: "Aber, dass mit Glück und Teamgeist etwas geht, haben die Slowaken 2005 bewiesen, als sie das Finale erreichten."

© SID

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