Tennis Daviscup
Daviscup-Team blickt in ungewisse Zukunft

Das deutsche Daviscup-Team hat nach der erfolgreichen Relegation gegen Thailand und dem Klassenerhalt in der Weltgruppe noch eine Menge Arbeit vor sich. Außerdem läuft der Vertrag von Teamchef Patrik Kühnen aus.

Trotz des Erfolgserlebnisses bei der erfolgreichen Relegation gegen Thailand sieht das deutsche Daviscup-Team in der Weltgruppe in eine ungewisse Zukunft. "Wir haben hier die Basis gelegt", sagte Teamchef Patrik Kühnen am Sonntag in Düsseldorf: "Jetzt müssen wir die Auslosung abwarten und dann weitersehen."

Weitersehen - viel mehr hat Kühnen in den nunmehr vier Jahren seiner Amtszeit nicht tun können. Tommy Haas und Nicolas Kiefer, die in guter Form und bei bester Gesundheit durchaus in der Lage wären, die deutsche Mannschaft gemeinsam erfolgreich durch die Weltgruppe zu führen, pflegen ihre Animositäten konsequenter als seinerzeit Boris Becker und Michael Stich. Zudem haben beide echte Führungsqualitäten bisher vermissen lassen.

"Fernduell" zwischen Kiefer und Kühnen

Dass sich der seit vier Monaten verletzt pausierende Kiefer in Düsseldorf auch noch auf ein "Fernduell" mit Kühnen und dem Deutschen Tennis Bund (DTB) einließ, passte ins Bild. Anfang der Woche hatte er in Aussicht gestellt, zur moralischen Unterstützung der Mannschaft nach Düsseldorf zu kommen. Einen Tag später sagte er ab und führte dabei laut Kühnen und DTB eine Erkältung als Begründung an, die ihn aber nicht davon abhielt, zu einer Promotion-Tour in eigener Sache nach Vietnam zu starten.

"Dass (...) durch eine Meldung, ich sei erkältet und deshalb nicht in Düsseldorf, kurzzeitig Irritation aufkam, kann ich nicht verstehen", ließ Kiefer auf seiner Homepage (www.nicolas-kiefer.de) wissen: "Ich war nicht erkältet, bin es nicht und habe davon auch nie gesprochen." Vielmehr habe er der Mannschaft nicht durch seine Anwesenheit in Düsseldorf die Schau stehlen wollen. "Ich weiß doch, wie die Gesetze funktionieren. Hätte ich im Rochusclub gesessen, wären aufgrund meiner langen Abstinenz von der Tour immer wieder die Fragen gestellt worden: Kiwi wie gehts? Kiwi, würdest du nicht gerne spielen? Kiwi, was sagst du zu deinen Kollegen? Nein, das wollte ich nicht", erklärte Kiefer.

"Mir hat er erzählt, dass er eine Erkältung hat, alles andere ist mir neu", sagte Kühnen, der sich aber nicht weiter zu der Angelegenheit äußern wollte: "Das kann ich erst, wenn ich mit Kiwi gesprochen habe." Das hat er schon oft getan, gebracht hat es wenig.

"Spiel du, ich bin schlapp"

Tommy Haas hat derweil seinen Status als Leitfigur der deutschen Mannschaft weitgehend verloren. In Düsseldorf schwächelte der 28-Jährige, verlor sein erstes Einzel gegen den auf Sand noch nie in Erscheinung getretenen Danai Udomchoke und sah sich auch zwei Tage später nicht in der Lage, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. "Spiel du, ich bin zu schlapp", soll er Alexander Waske nach einem gemeinsamen Joggen am Rhein gesagt haben. Dass Haas und Waske diese Entscheidung unter sich ausgemacht haben, bestritt Kühnen vehement: "Wir haben das definitiv zu dritt beschlossen."

Kühnens Vertrag läuft am Jahresende aus, aber der 40-Jährige will seine Arbeit nach eigenem Bekunden unbedingt fortsetzen: "Ich kann nur sagen, dass ich nach wie vor das Feuer in mir spüre." Demnächst will Kühnen mit dem DTB besprechen, "ob, wie und wohin es weitergeht".

In der Weltgruppe, die am kommenden Donnerstag in Rom ausgelost wird, weht jedenfalls ein anderer Wind. Trotz der starken Leistung von Alexander Waske und einer bemerkenswerten Steigerung von Florian Mayer hätte die deutsche Mannschaft an diesem Wochenende vermutlich gegen jeden anderen Gegner aus den Top 20 verloren. "Wir haben viel Arbeit vor uns", sagte Kühnen: "Um im Daviscup wirklich erfolgreich zu sein, muss eine ganze Menge zusammenpassen."

© SID

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