Tennis Daviscup
Deutsches Daviscup-Team liegt in Belgien 2:0 vorn

Starker Freitag des deutschen Daviscup-Teams im Viertelfinale im belgischen Ostende. Gegen die Gastgeber sorgten Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber mit klaren Erfolgen für eine beruhigende 2:0-Führung.

Ein entschlossener Tommy Haas und ein erstaunlich selbstbewusst aufspielender Debütant Philipp Kohlschreiber haben die deutsche Daviscup-Mannschaft im Viertelfinale gegen Belgien in Ostende mit 2:0 in Führung gebracht und die erste Halbfinal-Teilnahme seit 1995 in greifbare Nähe gerückt. Haas besiegte Kristof Vliegen mit 6:7 (4:7), 7:5, 6:4, 6:2, anschließend legte Kohlschreiber mit dem 6:3, 7:5, 7:6 (7:4) gegen Olivier Rochus nach.

Alexander Waske und Michael Kohlmann können mit einem Sieg im Doppel am Samstag (13.30 Uhr/live im DSF) alles klar machen. Wer ihre Gegner sind, stand am Freitagabend noch nicht fest. Gemeldet waren Christophe Rochus und Dick Norman, eine Paarung, an der die deutschen Spieler erhebliche Zweifel haben. Der Sieger von Ostende trifft im Halbfinale vom 21. bis 23. September auf Titelverteidiger Russland oder Frankreich. Deutschland müsste in beiden Fällen auswärts antreten.

Haas legt den Grundstein

Tommy Haas legte am Freitag in Ostende den Grundstein. Der 29-Jährige gewann das Auftakteinzel gegen Kristof Vliegen nach 3:18 Stunden und dem dritten Matchball und war nach einer eher kämpferisch als spielerisch überzeugenden Leistung sichtbar erleichtert: "Ich mache mir im Daviscup nie so viele Gedanken darüber, wie ich spiele, sondern dass ich den Punkt gewinne." Der Druck sei in diesem Jahr, das möglicherweise sein letztes im Daviscup ist, besonders groß: "Ich will unbedingt gewinnen, wirklich unbedingt. Deshalb ist es schon eine enorme Anspannung."

Die Partie auf dem tiefen roten Sand vor 4 000 Zuschauern in der Sleuyter-Arena war vom ersten Ballwechsel an die von den Deutschen befürchtete und von den Belgiern beabsichtigte Wühlerei. Haas, den die Gastgeber auf dem ungeliebten Belag neutralisieren wollten, hielt dennoch gut mit, doch Leichtsinnsfehler und eine streckenweise zu große Hektik der deutschen Nummer eins ließen Vliegen in den ersten anderthalb Sätzen das Match diktieren.

"In der Halle war es sehr laut", berichtete Haas: "Ich habe mich in den ersten beiden Sätzen zu sehr darauf konzentriert, das war falsch. Danach ging es dann besser." Vliegen gewann den ersten Satz im Tiebreak und legte auch im zweiten Durchgang ein 2:0 vor, aber Haas ließ sich von dem Rückstand nicht aus der Fassung bringen.

Wende im zehnten Spiel

Die Wende zugunsten des Deutschen brachte das zehnte Spiel im zweiten Satz, das alleine 20 Minuten dauerte und neunmal über Einstand ging. Zwischenzeitlich schien sogar ein Spielabbruch möglich, als sich Vliegen nach einem Überkopfball mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rücken griff, eine Auszeit nahm und sich behandeln ließ. Danach suchte der Belgier die schnelle Entscheidung und riskierte folglich mehr.

"Er war nicht mehr so geduldig, weil er vielleicht auch nicht mehr so fit war", meinte Haas, der schließlich zum 5:5 ausglich: "Das war wichtig, denn wenn er mit zwei Sätzen führt, geht es vielleicht nicht gut aus." Ging es dann aber doch, in den Sätzen drei und vier hatte Vliegen dem druckvollen Spiel seines Gegners nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Kohlschreiber wild entschlossen

Im zweiten Einzel war Philipp Kohlschreiber bei seinem Daviscup-Debüt dann vom ersten Ballwechsel an wild entschlossen, das 2:0 nachzulegen. Nach zwei Breaks und einer tadellosen Leistung gewann er den ersten Satz gegen Olivier Rochus mit 6:3 und brachte trotz härterer Gegenwehr des Belgiers auch den zweiten Satz mit 7:5 unter Dach und Fach. Im dritten Satz schließlich konterte Kohlschreiber zwei Breaks seines Gegners und brachte das Match in drei Sätzen nach Hause.

© SID

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