Tennis Daviscup: Grosjean und Gasquet bleiben in Halle cool

Tennis Daviscup
Grosjean und Gasquet bleiben in Halle cool

Mit Siegen über Nicolas Kiefer und Tommy Haas haben Sebastien Grosjean und Richard Gasquet im Daviscup-Duell in Halle für eine 2:0-Führung für das französische Team gesorgt. Am Samstag steht das Doppel an.

Denkbar ungünstig verlief der erste Tag des Daviscup-Duell gegen Frankreich aus deutscher Sicht. Zum Auftakt im ostwestfälischen Halle liegt die deutsche Mannschaft fast aussichtslos mit 0:2 zurück. Der Traum vom Viertelfinale ist damit fast beendet, stattdessen droht dem deutschen Team im September erneut ein Relegationsmatch gegen den Abstieg.

In einer Partie, die zwischenzeitlich kurz vor einem Eklat stand, verlor Haas vor 10 000 lautstarken Zuschauern mit 6:1, 4:6, 4:6, 7:6 (7:1), 3:6 gegen Richard Gasquet und konnte damit die 5:7, 6:7 (7:9), 0:6-Niederlage von Nicolas Kiefer gegen Sebastien Grosjean nicht ausgleichen.

Schiedsrichter greifen mehrfach ein

Haas und Alexander Waske müssen nun am Samstag (15.00 Uhr/live im DSF) im Doppel unbedingt gegen Michael Llodra und Arnaud Clement gewinnen, um wenigstens am Sonntag in den abschließenden Einzeln noch die theoretische Chance auf einen Gesamterfolg zu haben.

Schon das Match von Kiefer war durch umstrittene Schiedsrichterentscheidungen geprägt, in der Partie von Haas mischte sich Oberschiedsrichter Mike Morrissey Ende des dritten Satzes dann massiv in das Spielgeschehen ein. Der Engländer ließ nach einem umstrittenen Punkt für Gasquet einen anschließend von Haas gewonnenen Punkt wegen angeblicher Störungen der 10 000 Zuschauer wiederholen. Die Fans waren anschließend auch von Kapitän Patrik Kühnen über das Mikrofon kaum zu beruhigen.

Gasquet behält die Nerven

"Diese Entscheidung ist das Lächerlichste, was ich je erlebt habe, das ist völliger Blödsinn", sagte Waske: "In Südamerika schmeißen die Leute Stühle auf den Platz und spucken dich an, und nichts passiert." Beim Satzball für Gasquet zum 6:4 riefen einzelne Zuschauer erregt in den Ballwechsel, Gasquet aber spielte zu Ende, bevor Morrissey Haas den gewonnenen Punkt wieder aberkannte. Der erst 19-Jährige Franzose entschied den Satz trotz der großen Nervenbelastung eiskalt für sich.

Auch im vierten Satz ließ sich Gasquet trotz eines 0:2-Rückstands kaum aus der Ruhe bringen, lediglich im Tiebreak hatte Haas das bessere Ende für sich. Der Weltranglisten-16., der noch bei den Australian Open in Melbourne glatt gegen den Deutschen verloren hatte, zeigte ab dem zweiten Satz eine exzellente Leistung. Die Partie wurde zu einer Nervenschlacht mit Zauberschlägen und unerzwungenen Fehlern. Im fünften Satz brachte Gasquet mit einem frühen Break den Sieg unter Dach und Fach. Haas musste damit im Daviscup die fünfte Einzelniederlage in seinem 20. Match hinnehmen.

Kiefer: "Das war eine seltsame Entscheidung"

Auch im Match von Kiefer hatten sich im spannenden Tiebreak des zweiten Satzes die Gemüter erhitzt. Bei Grosjeans drittem Satzball schlug Kiefer einen starken Aufschlag und nutzte den anschließenden Schmetterball zum vermeintlichen 8:8. Doch der Franzosen reklamierte, einen "Aus"-Ruf gehört zu haben, und Schiedsrichter Mohamed Lahyani aus Schweden ließ den Punkt wiederholen. In die Diskussionen schaltete sich erstmals an diesem Tag Morrissey ein, der im Duell der beiden Kontrahenten bei den Australian Open bei Kiefers Schlägerwurf noch den Punkt für den Deutschen gegeben hatte.

"Man soll die Niederlage nicht daran festmachen", sagte Kiefer: "Das war eine seltsame Entscheidung, es ist einfach dumm gelaufen." Mit großen Hoffnungen und voller Selbstvertrauen war Kiefer in die Partie gegangen. Die Knöchelverletzung aus Australien war weitgehend ausgeheilt, er hatte hervorragend trainiert. Doch als es im überdachten Gerry-Weber-Stadion darauf ankam, wirkte der 28-Jährige wie so oft gehemmt, wenn er für Deutschland antrat. "Die Erwartungen waren natürlich gewaltig", sagte Kiefer: "Ich habe mich nicht so gut bewegt und den Ball nicht gut getroffen."

Dennoch hatte Kiefer in den ersten beiden völlig ausgeglichenen Sätzen gute Chancen. "Leider habe ich sie nicht genutzt. Im ersten Durchgang war ich vielleicht ein wenig zu passiv, im zweiten Satz habe ich aggressiv gespielt und mehr riskiert, aber er spielte bei den wichtigen Bällen zu gut", meinte Kiefer im Anschluss: "Ich bin natürlich enttäuscht."

© SID

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