Tennis Daviscup
Haas und Ljubicic setzen sich durch

Nach dem ersten Tag ist in der Daviscup-Partie zwischen Deutschland und Kroatien noch alles offen. Die beiden Topspieler Tommy Haas und Ivan Ljubicic gewannen in Krefeld ihre Einzel jeweils in vier Sätzen.

Tommy Haas legte souverän zum 1:0 vor, doch Benjamin Beckers Daviscup-Debüt gegen Kroatien in Krefeld blieb die Krönung versagt. Der 25-jährige Saarländer, mit Baseball-Shirt und Deutschland-Kappe, verlor gegen den Weltranglistenachten Ivan Ljubicic trotz einer soliden Leistung mit 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6 und kassierte damit das 1:1. Zum Auftakt hatte Haas mit 2:6, 6:4, 6:4, 6:4 gegen Mario Ancic gewonnen.

Für das Doppel am Samstag (ab 13.45 Uhr/live im DSF) sind Alexander Waske und Michael Kohlmann sowie Ancic und Ljubicic vorgesehen. Gut möglich allerdings, dass Teamkapitän Patrik Kühnen Haas anstelle von Kohlmann auf den Platz stellt. Bei Kroatien ist ein Ersatz für den nach eigenem Bekunden stark erkälteten Ancic denkbar. Der Sieger von Krefeld spielt im Viertelfinale vom 6. bis 8. April gegen Australien oder Belgien.

Haas war mit sich zufrieden

"Das war sicher eines meiner besten Daviscup-Matches", sagte Haas sichtlich erleichtert und stolz. Sein bis dato letzter Auftritt in der deutschen Mannschaft beim Play-off im September in Düsseldorf gegen Thailand hatte in einem sportlichen Desaster und einer Niederlage gegen Danai Udomchoke geendet. "Das habe ich abgehakt", versicherte Haas: "Ich hätte damals im Vorfeld ehrlicher sein und zugeben sollen, dass ich mental und körperlich nicht fit war. Das hat sich gerächt, aber es spielt heute keine Rolle mehr."

Haas ließ sich in seiner Freude über das gelungene Match auch nicht von der Aussage seines Gegners irritieren, es habe lediglich "der gesündere Spieler gewonnen". Ancic hatte seit Mittwoch gekränkelt und berichtete, er habe gegen Ende des Matches "überhaupt nicht mehr gewusst, wo ich war". Haas konterte diese Aussage kühl und selbstbewusst: "Wir waren beide am Schluss ein bisschen müde, das ist nach drei Stunden aber normal."

Haas findet im zweiten Satz zu seinem Spiel

Haas hatte allerdings schon im ersten Satz ein bisschen lethargisch gewirkt und Ancic mit sehenswerten Volleys das Spiel überlassen. Im Gegensatz zu den Australian Open in Melbourne, als Haas auf dem Weg ins Halbfinale teilweise lautstarke Selbstgespräche auf dem Platz geführt hatte, war von dem 28-Jährigen in Krefeld zunächst nichts zu hören und auch nicht viel zu sehen. Nach 38 Minuten gewann Ancic den ersten Satz mit 6:2.

Im zweiten Durchgang kam ein anderer Tommy Haas auf den Platz. Die Körpersprache war nun eine ganz andere, er war angespannt, auf der Hut, ließ keine Chance ungenutzt und zwang seinen Gegner in die Defensive. Vor allem mit der Vorhand, mit der er für gewöhnlich sein offensives Spiel steuert, produzierte Ancic in Bedrängnis ungewöhnlich viele Fehler.

Waske macht in der deutschen Box Stimmung

Nach dem Satzausgleich begann der dritte Satz wie der zweite mit einem Break von Tommy Haas, den die deutsche Box mit Stimmungsmacher Alexander Waske an der Spitze unermüdlich anfeuerte. In fast jedem Aufschlagspiel hatte Ancic Breakbälle, doch er konnte keinen davon nutzen. "Das war sicher der Schlüssel, dass ich so viele Breakchancen abgewehrt habe", sagte Haas.

Im vierten Satz war Haas dann eindeutig Herr auf dem Platz. Zwar erzwang Ancic trotz seines immer fehlerhafteren Spiels ein ums andere Mal Breakbälle, doch der Kroate vermochte seine Chancen an diesem Tag einfach nicht zu nutzen. Haas wirkte ungeheuer souverän und sicher und hatte die Partie jederzeit unter Kontrolle.

Ljubicic bringt seine große Routine ins Spiel

Nach 3:05 Stunden verwandelte er unter dem Jubel der 4 600 Zuschauer in der ausverkauften Halle seinen ersten Matchball, riss sich die Kappe vom Kopf und klopfte sich mit der Faust zweimal stolz auf die linke Brust. "Hier heißt es nicht Spiel Haas sondern Spiel Deutschland", erklärte er später: "Das ist etwas ganz anderes als sonst."

Auch für Benjamin Becker war es anders als sonst, stand der 25-Jährige doch erstmals für Deutschland auf dem Platz. Lange sah es so aus, als könne er den ungewohnt reserviert spielenden Ljubicic in den Griff bekommen, doch nach dem im Tiebreak gewonnenen ersten Satz gelang es Becker nicht mehr, das Kommando zu übernehmen. Unspektakulär, aber routiniert spulte Ljubicic sein Programm ab und verwandelte schließlich Matchball zum 1:1-Ausgleich für seine Mannschaft.

© SID

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