Tennis Daviscup: Kohlmann Waske sorgen für deutsche Führung

Tennis Daviscup
Kohlmann Waske sorgen für deutsche Führung

Alexander Waske und Michael Kohlmann haben im Daviscup den zweiten Punkt für Deutschland im Duell mit Kroatien perfekt gemacht. Das Doppel setzte sich mit 6:4, 6:2, 7:6 (7:5) gegen Mario Ancic und Ivan Ljubicic durch.

Die deutsche Daviscup-Mannschaft darf erstmals seit 2001 wieder an die Viertelfinal-Teilnahme denken. In der Erstrunden-Partie gegen Kroatien in Krefeld brachte das Doppel die Gastgeber mit 2:1 in Führung. Alexander Waske und Michael Kohlmann besiegten Ivan Ljubicic und Mario Ancic mit 6:4, 6:2, 7:6 (7:5) und brachten den beiden im Daviscup bis dato ungeschlagenen Kroaten damit die erste Niederlage bei.

"Psychologischer Pluspunkt"

"Das ist nur eine Momentaufnahme und es liegt noch ein langer weg vor uns. Aber wir haben jetzt einen emotionalen und psychologischen Pluspunkt und können am Sonntag mit breiter Brust in die Spiele gehen", meinte ein sichtlich zufriedener Teamkapitän Patrik Kühnen.

Vor den Augen der komplett anwesenden deutschen Daviscup-Sieger von einst mit Kühnen, Boris Becker, Carl-Uwe Steeb und Eric Jelen gerieten Chef-Motivator Waske und der von einer Erkältung rechtzeitig genesene Kohlmann zu keiner Phase der 2:06 Stunden dauernden Partie gegen das ungewohnt schwache kroatische Weltklasse-Duo in Gefahr.

Kommunikation Schlüssel zum Erfolg

"Ich habe gerade meine komplette Stimme verloren", krächzte Kohlmann, Mitte der Woche noch mit 39 Grad Fieber im Bett, nach dem Matchball in das DSF-Mikrofon. "Der Grund für unseren Erfolg ist Kommunikation", stellte Waske fest: "Wir waren einfach top eingestellt. Im Doppel geht es halt nicht nur darum, wer den besten Aufschlag und die beste Vorhand hat."

Am Sonntag hat es nun zunächst Tommy Haas im dritten Einzel gegen Ljubicic (ab 13.00 Uhr/live bei DSF) in der Hand, das Viertelfinale perfekt zu machen. Abschließend muss Benjamin Becker gegen Ancic ran. Der Sieger von Krefeld trifft im Viertelfinale am Osterwochenende (6. bis 8. April) auf Australien oder Belgien. Gegen Australien hätte die deutsche Mannschaft erneut ein Heimspiel, gegen Belgien müsste sie auswärts ran. Die bis dato letzte deutsche Viertelfinal-Teilnahme endete 2001 in ´s-Hertogenbosch mit einer 1:4-Niederlage gegen die Niederlande. In der Folge musste Deutschland in jedem Jahr in die Relegation.

Den Grundstein dafür, dass das in diesem Jahr anders werden kann, hatte ein beeindruckend starker Tommy Haas bereits am Freitag mit dem 2:6, 6:4, 6:4, 6:4 gegen Ancic gelegt. Der beherzt kämpfende Debütant Benjamin Becker verlor allerdings anschließend sein erstes Daviscup-Match mit 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6 gegen Ljubicic und haderte mit sich selbst.

"Ich bin ein bisschen sauer auf mich", gab Becker zu: "Ich habe nach dem ersten Satz zu viel nachgedacht und irgendwie plötzlich den Faden verloren." Erst im vierten Satz kam er wieder ran, doch da ließ sich der routinierte Ljubicic das Match nicht mehr aus der Hand nehmen.

Schwächen des Gegners ausgenutzt

Am Samstag dagegen stand Ljubicic neben einem erneut schwächelnden Mario Ancic auf verlorenem Posten. Waske und Kohlmann, das derzeit beste deutsche Doppel, übernahmen von Anfang an das Kommando auf dem Platz. Geduldig lauerten die Deutschen auf ihre Chance und schlugen gnadenlos zu, als Ancic Ende des ersten Satzes bei seinen Aufschlagspielen wackelte. Dreimal hintereinander verlor der 22-Jährige sein Service, was für Deutschland gleichbedeutend mit dem Gewinn des ersten und zweiten Satzes war.

Im dritten Durchgang zwangen die Kroaten ihre Gegner zwar in den Tiebreak, konnten aber eine 5:2-Führung nicht nutzen und unterlagen schließlich glatt in drei Sätzen.

Zwischenzeitlich war auch Tommy Haas als Doppelspieler anstelle von Michael Kohlmann im Gespräch gewesen, denn der 28-Jährige hatte bei seinem Auftaktsieg gegen Ancic mit ungeheurem Selbstbewusstsein und einer klaren Körpersprache beeindruckt. "Das war sicher eines meiner besten Daviscup-Matches", sagte Haas anschließend sichtlich erleichtert und stolz.

Sein bis dato letzter Auftritt in der deutschen Mannschaft beim Play-off im September in Düsseldorf gegen Thailand hatte in einem sportlichen Desaster und einer Niederlage gegen Danai Udomchoke geendet. "Das habe ich abgehakt", versicherte Haas: "Ich hätte damals im Vorfeld ehrlicher sein und zugeben sollen, dass ich mental und körperlich nicht fit war."

Haas ließ sich in seiner Freude über das gelungene Match auch nicht von der Aussage seines Gegners irritieren, es habe lediglich "der gesündere Spieler gewonnen". Ancic hatte seit Mittwoch gekränkelt und berichtete, er habe gegen Ende des Matches "überhaupt nicht mehr gewusst, wo ich war".

© SID

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