Tennis Daviscup: Tommy Haas bringt Deutschland den Sieg

Tennis Daviscup
Tommy Haas bringt Deutschland den Sieg

Tommy Haas hat dem deutschen Daviscup-Team den entscheidenden dritten Punkt gegen Kroatien beschert. In Krefeld bezwang Haas Ivan Ljubicic am Sonntag mit 6:2, 7:6 (9:7), 6:4 und brachte den DTB somit ins Viertelfinale.

Tommy Haas hat das deutsche Daviscup-Team nach sechs Jahren erstmals wieder ins Viertelfinale der Weltgruppe geführt. Der DTB muss somit am Osterwochenende (6. bis 8. April) in Belgien antreten. In der Erstrunden-Partie gegen Kroatien in Krefeld holte Haas am Sonntag mit dem 6:2, 7:6 (9:7), 6:4 gegen Ivan Ljubicic den entscheidenden dritten Punkt und machte seinem Teamkapitän Patrik Kühnen damit ein gelungenes Geschenk zum 41. Geburtstag.

Nach einer Ehrenrunde mit Deutschland-Fahne in der Hand und auf den Schultern seiner Teamkameraden strahlte Haas über das ganze Gesicht. "Wir freuen uns alle tierisch. Dieser Sieg tut verdammt gut, denn in den vergangenen Jahren sind wir oft knapp gescheitert", meinte der gebürtige Hamburger: "Auch diesmal waren wir nicht unbedingt Favorit, aber das ist jetzt ein gutes Geschenk für Patrik." Das bedeutungslose letzte Einzel verlor Debütant Benjamin Becker gegen Marin Cilic mit 4:6, 6:1, 1:6 zum 3:2-Endstand.

Zuletzt stand eine deutsche Mannschaft 2001 im Viertelfinale der Weltgruppe, damals verloren der diesmal als Tribünengast anwesende langzeitverletzte Nicolas Kiefer und David Prinosil in ´s-Hertogenbosch mit 1:4 gegen die Niederlande. Danach ging der Weg des dreimaligen Daviscup-Siegers Deutschland Jahr für Jahr in die Relegation und zwischenzeitlich sogar runter bis in die Euro-Afrika-Zone. In diesem Jahr müssen die Kroaten gerade mal 14 Monate nach ihrem Daviscupsieg im Dezember 2005 um den Klassenerhalt kämpfen.

Waske/Kohlmann am Samstag souverän

Kaum vorstellbar, dass es mit einem Haas in der aktuellen Form für die Deutschen noch einmal so weit kommen könnte. Souverän und selbstbewusst wie zu seinen allerbesten Daviscup-Zeiten, hatte der 28-Jährige die deutsche Mannschaft bereits am Freitag mit 1:0 in Führung gebracht. Sein 2:6, 6:4, 6:4, 6:4 gegen den kränkelnden Mario Ancic konnte Neuling Benjamin Becker allerdings nicht als Vorlage nutzen. Der 25-Jährige verlor bei seinem ersten Daviscup-Einsatz für Deutschland trotz heftiger Gegenwehr mit 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6 gegen Ljubicic und ärgerte sich vor allem über sich selbst: "Ich habe nach dem ersten Satz zu viel nachgedacht und irgendwie plötzlich den Faden verloren."

Dieses Problem hatten Alexander Waske und Michael Kohlmann, der noch am Mittwoch mit 39 Grad Fieber das Bett gehütet hatte, am Samstag nicht. Das beste deutsche Doppel gewann gegen Ivan Ljubicic und Mario Ancic mit 6:4, 6:2, 7:6 (7:5) und brachte den beiden im Daviscup bis dato ungeschlagenen Kroaten damit die erste Niederlage bei. Waske und Kohlmann zogen ihre Linie knallhart durch. Immer wieder servierten sie auf den Körper des Gegners, damit dieser nicht zu einem schwungvollen Return ansetzen konnte, und spielten konsequent durch die Mitte.

"Ivan und Mario haben wie zwei Einzelspieler agiert", sagte Waske hinterher: "Ivan hat nur seine Seite abgedeckt, deshalb sind wir dazu übergegangen, überwiegend Mario anzuspielen." Mit Erfolg, zumal weder Ljubicic noch Ancic, immerhin die Nummer acht und neun der Welt, auf der Höhe ihres Könnens waren.

Ende des ersten Satzes begann Ancic zu wackeln, er verlor dreimal hintereinander seinen Aufschlag und bescherte den Deutschen damit einen Vorteil, den diese nicht mehr aus der Hand gaben. Der Grund für den Erfolg war laut Waske die permanente Kommunikation untereinander: "Wir waren einfach von Punkt zu Punkt top eingestellt. Im Doppel geht es halt nicht nur darum, wer den besten Aufschlag und die beste Vorhand hat."

Haas nach "Tief von Düsseldorf" eindrucksvoll zurück

Zwischenzeitlich war auch Tommy Haas als Doppelspieler anstelle von Michael Kohlmann im Gespräch gewesen, denn der 28-Jährige beeindruckte in den Tagen von Krefeld mit ungeheurem Selbstbewusstsein und einer klaren Körpersprache. "Das war sicher eines meiner besten Daviscup-Matches", sagte Haas nach seinem Auftaktsieg gegen Ancic sichtlich erleichtert und stolz und setzte zwei Tage später noch einen drauf.

Gegen Kroatiens Spitzenmann Ivan Ljubicic zeigte Tommy Haas eindrucksvoll, dass sich "seine" Mannschaft nach dem kurzen Tief von Düsseldorf und der Niederlage gegen Thailands Nummer zwei Danai Udomchoke mehr denn je auf ihn verlassen kann. Haas stand wie eine Wand, kühl bis ans Herz und souverän wie einst Tribünengast Boris Becker ließ er Ljubicic ein ums andere Mal ins Leere laufen. Der "Tommynator", wie ihn der Hallensprecher angekündigt hatte, behielt in jeder Lage die Übersicht. Er wartete an der Grundlinie geduldig auf seine Chance, um im nächsten Moment blitzschnell am Netz aufzutauchen.

Die einzige kritische Phase musste er im zweiten Durchgang überstehen, als Ljubicic im Tiebreak sogar Satzball hatte. Doch Haas blieb cool, setzte seinen starken Auftritt unbeirrt fort und machte schließlichd den Sieg perfekt. 4 600 Zuschauer im ausverkauften und erstmals auch gefüllten Krefelder Königpalast feierten ihren Helden mit Ovationen.

© SID

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