Tennis Fed Cup
Deutsches Fed-Cup-Team zwingt Schweiz in die Knie

Das deutsche Fed-Cup-Team darf von der Rückkehr in die Weltgruppe I träumen. Das Doppel Grönefeld/Malek fuhr gegen die Schweizerinnen Schnyder/Vögele den entscheidenden Punkt ein.

In einem Tennis-Krimi haben sich die deutschen Fed-Cup-Frauen die Chance zur Rückkehr in die Weltklasse erkämpft. In der Schweiz machten Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek mit einem 6:4, 6:3 im alles entscheidenden Abschlussdoppel über Patty Schnyder/Stefanie Vögele den Punkt zum 3:2-Erfolg. Am 25. und 26. April spielt die Mannschaft von Kapitän Barbara Rittner damit in den Play-offs um den Wiederaufstieg in die Weltgruppe I der acht besten Teams.

Überglücklich und mit Tränen in den Augen lagen sich die deutschen Frauen nach dem Zitterspiel von Zürich in den Armen und nahmen die Glückwünsche von Tennis-Bund-Präsident Georg von Waldenfels entgegen. "Die Mannschaft ist hier sehr motiviert aufgetreten und hat viele gute Ansätze gezeigt", sagte von Waldenfels. Bei einer Niederlage hätte in der 45. Fed-Cup-Saison einer deutschen Mannschaft erstmals der Abstieg in die drittklassige Euro-Afrika-Zone gedroht. Nun geht es auf jeden Fall in einem Heimspiel gegen Frankreich, China, Spanien, die USA oder Argentinien um einen Platz im Kreis der Besten für die nächste Saison.

Grönefeld und Malek, Helden des Tages

"Die ganze Anstrengung hat sich gelohnt. Wir wussten, dass es so knapp ausgehen würde, aber als Anna-Lena und Tatjana dann auf dem Platz standen, hatte ich einfach ein gutes Gefühl", sagte Barbara Rittner und lobte die gesamte Mannschaft. Helden des Tages in der mit ein paar Hundert Zuschauern nur spärlich gefüllten Saalsporthalle von Zürich aber waren Fed-Cup-Rückkehrerin Grönefeld und Malek, die nach einer lebensgefährlichen Lungembolie im März 2008 lange pausiert hatte.

Gegen Grönefelds Tour-Partnerin Schnyder und die 18 Jahre alte Vögele präsentierten sie sich als das wesentlich ausgeglichenere Doppel. Bereits im Weltgruppen-Play-off 2007 gegen Japan hatte das Duo das entscheidende Doppel für sich entschieden. Aus der Weltgruppe I war Deutschland nach einem 2:3 gegen Argentinien im vergangenen Jahr abgestiegen, zum dritten Mal seit 2004.

Am Sonntag hatte Grönefeld die Gäste mit einem 6:3, 6:1 über die lange verletzte Timea Bascinszky erst in das Entscheidungsdoppel gerettet. Die 19 Jahre alte Sabine Lisicki in ihrem ersten Fed-Cup-Spiel als deutsche Nummer eins hatte das erste Sonntagsmatch trotz großen Kampfes mit 7:6 (7:4), 5:7, 1:6 gegen die Weltranglisten-16. Patty Schnyder verloren und dabei den zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand kassiert.

Auch Lisicki hat Anteil am Erfolg

In ihrem leuchtend gelben Top mit "Germany"-Aufschrift war sie dabei aber wieder äußerst mutig und selbstbewusst zu Werke gegangen und hatte ihr Potenzial unterstrichen. Warum sie dann im Entscheidungsdurchgang gegen Schnyder einbrach, wusste sie "auch nicht so wirklich. Aber sie hat die Erfahrung, die mir noch fehlt. Aber solche Matches helfen mir bestimmt weiter", sagte die Berlinerin über ihre elf Jahre ältere Gegnerin.

Immerhin hatte Lisicki am Samstag mit ihrem souveränen Zweisatzsieg über Bacsinszky (6:0, 6:4) das 6:7 (0:7), 3:6 Grönefelds zum Auftakt gegen Schnyder ausgeglichen und dabei sogar Szenenapplaus vom Schweizer Publikum erhalten. Grönefeld war nach ihrer letztlich deutlichen Niederlage gegen Schnyder zumindest gegen die überforderte Bacsinszky auf der Höhe. Voll konzentriert ließ sie ihr mit druckvollen Grundlinienschlägen keine Chance.

© SID

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