Tennis Fed-Cup
Grönefeld und Malek machen alles klar

Das deutsche Fedcup-Team hat Kroatien mit 4:1 besiegt. Am zweiten Tag in Fürth holten Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek in ihren Einzeln die entscheidenden Punkte. Auch das deutsche Doppel gewann.

Deutschlands Tennis-Damen haben mit der "verlorenen Tochter" Anna-Lena Grönefeld und Joker Tatjana Malek im Fed-Cup wieder zum Erfolg gefunden. Nach siebenwöchiger Turnierpause hatte die Nordhornerin Grönefeld mit zwei Einzelsiegen entscheidenden Anteil am Triumph in der Weltgruppe II über Kroatien, den Tatjana Malek aus Bad Saulgau mit ihrem 6:2, 6:3 im letzten Einzel gegen Ivana Lisjak zum 3:1 vorzeitig perfekt machte. Damit war das abschließende Doppel, das Malek und Andrea Petkovic mit 6:3, 6:7 (7:9) und 6:3 gegen Jelena Kostanic-Tosic und Sanja Ancic gewannen, bedeutungslos. Deutschland trifft im Kampf um den Aufstieg nun auf einen Verlierer der Weltgruppe I. Am Mittwoch in London findet die Auslosung statt.

"Das war mein bestes Match seit den French Open. Die Woche hätte nicht besser für mich laufen können", sagte Anna-Lena Grönefeld nach ihrem 6:4 und 6:3 gegen die kroatische Nummer eins Jelena Kostanic-Tosic zur 2:1-Führung. Tags zuvor hatte sie bereits gegen Ivana Lisjak zwar nicht so souverän, aber dennoch verdient 3: 6, 6:3, 7:5 gewonnen und damit das Vertrauen von Teamchefin Barbara Rittner belohnt, die trotz der Krise stets zu ihrer Nummer eins gehalten hatte.

Ende einer langen Leidenszeit

Für Grönefeld bedeutete der Erfolg von Fürth das Ende einer langen Leidenszeit. Vor rund sieben Wochen hatte sie sich von der Tour zurückgezogen und eine Pause eingelegt, weil sich ein Misserfolg an den nächsten reihte. Mit ihrem neuen Coach Dirk Dier trainierte sie seither in ihrem Wohnort Saarbrücken und feilte im Verborgenen an dem, was ihr abhanden gekommen war seit den French Open 2006, als sie als Weltranglisten-14. ins Viertelfinale vorgestoßen war. Seither lief nicht mehr viel zusammen, die Probleme mit ihrem damaligen Coach Rafael Font de Mora, der als Schleifer gilt, wurden immer größer. Schließlich erfolgte die Trennung.

Über ihren neuen Trainer findet sie nur lobende Worte. "Seine Philosophie ist, dass ich das Spiel spüre und nicht so sehr geleitet werde, dass ich das Spiel liebe und Spaß habe auf dem Platz", sagte die 21-Jährige. Unter ihrem Ex-Coach spürte sie dagegen vor allem dessen harte Hand, die sie zwar antrieb, ihr aber die Lust am Spiel nahm. "Es war ein super Gefühl, wieder da draußen zu stehen und es auch zu wollen", sagte sie bereits nach ihrem ersten Auftritt in Fürth. Im Kreis des Fed-Cup-Teams habe sie zudem eine super Gemeinschaft gespürt, "alle unterstützen sich gegenseitig".

Auch Rittner erleichert

Neben den Mitspielerinnen freute sich auch Rittner über die gelungene Rückkehr der Nummer 45 der Welt. "Natürlich bin ich erleichtert. Ich freue mich, dass sie gewonnen hat, aber vor allem darüber, wie sich Anna-Lena präsentiert hat", sagte Rittner, die mit ihrer Entscheidung für einen Einzeleinsatz Grönefelds überrascht hatte.

Anfangs zeigte Grönefeld zwar Nerven, als sie sich im ersten Match gegen Lisjak 16 Doppelfehler erlaubte, kämpfte sich aber ins Spiel zurück. Im zweiten Einzel überzeugte sie durch ein selbstbewusstes und druckvolles Auftreten, die Fehlerzahl sank deutlich (fünf Doppelfehler), die Zahl der direkten Punkte stieg. "Heute war ich um eine Klasse besser. Ich habe mich super gefühlt." Noch aber habe sie ihr Potenzial lange nicht ausgeschöpft.

Im Jubel um Grönefeld und den Erfolg der DTB-Damen mischte sich nur ein kleiner Wermutstropfen. Sandra Klösel aus Oberkirch hatte ihren ersten Auftritt gegen Kostanic-Tosic total verpatzt (3:6, 1:6) und war tags darauf von Tatjana Malek im letzten Einzel des Wochenendes ersetzt worden. Die 19-Jährige rechtfertigte das Vertrauen mit dem dritten Punkt.

© SID

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