Tennis French Open
Becker und Brands ohne Chance

Für Benjamin Becker und Daniel Brands sind die French Open nach der ersten Runde schon wieder vorbei. Becker unterlag Michail Juschni, Brands verlor gegen Dimitri Tursunow.

Die French Open in Paris finden ab der zweiten Runde erstmals seit 1981 ohne deutsche Männer statt. Am Mittwoch schieden als letzte der acht am Sonntag gestarteten Deutschen auch noch Benjamin Becker (Orscholz) und Daniel Brands (Dettweiler) aus. Die Partien von beiden konnten am Dienstag wegen Regens nicht zu Ende gespielt werden.

"Dieses Abschneiden ist natürlich absolut enttäuschend", sagte der ratlose Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, "so kurze Zeit war ich noch nie bei diesem Turnier."

Becker unterlag dem an 15 gesetzten Russen Michail Juschni 1:6, 3:6, 6:7 (4:7). Qualifikant Brands zog gegen Dimitri Tursunow (Russland/Nr. 30) mit 2:6, 4:6, 5:7 den Kürzeren. Für den 20-Jährigen war allerdings bereits die Teilnahme an seinem ersten Grand-Slam-Turnier ein Erfolg. Der Weltranglisten-200. spielt normalerweise auf der zweitklassigen Challenge-Tour.

Brands: "Darauf kann ich aufbauen"

Bezeichnenderweise war gerade der größte Nobody derjenige, der als letzter ausschied, und er war als einziger zufrieden. Drei Siege in der Qualifikation konnte der 20-Jährige verbuchen, darunter über Olympiasieger Nicolas Massu (Chile). "Dass ich mein erstes Grand-Slam-Hauptfeld erreicht habe, ist der größte Erfolg meiner Karriere", sagte der 1,96-m-Schlaks, "darauf kann ich aufbauen." In Halle und anschließend in Wimbledon will er sich nun wieder durch die Qualifikation spielen ("Rasen liegt mir"), in zwei bis drei Jahren die Top 100 erreicht haben: "Man muss Geduld und Disziplin haben, es geht immer weiter."

Für Kühnen ging es noch am Abend nach Hause. Der Münchner bemühte sich erst gar nicht, seine Enttäuschung zu verbergen. "Man darf die Ergebnisse nicht pauschal beurteilen, sondern muss die Matches einzeln analysieren", sagte er, "aber unterm Strich bleibt, dass keiner über sich hinausgewachsen ist und eine Überraschung geschafft hat." Nur mit Denis Gremelmayr war Kühnen zufrieden, der bereits am Sonntag in vier Sätzen gegen den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic unterlag, dabei aber eine gute Leistung bot.

Der größte Hoffnungsträger Philipp Kohlschreiber schleppte auch in Paris ein Paket aus gesundheitlichen Problemen und Nebenkriegsschauplätzen von außerhalb des Tennisplatzes mit sich. Der Augsburger wird nach seinem Ausscheiden in der Weltrangliste wieder hinter die verletzt und krank fehlenden Tommy Haas und Nicolas Kiefer fallen. Die formalen Kriterien für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking hat er damit verfehlt.

Kühnen kämpft für Kohlschreibers Olympia-Ticket

Kühnen aber hofft noch: "Wir bemühen uns beim Deutschen Olympischen Sportbund sehr darum, dass Philipp als Sonderfall mit nach Peking fahren darf, damit wir ein Doppel melden können." Bei der Argumentation wird auch die Viruserkrankung von Kohlschreiber angeführt werden: "Das ist mit maßgeblich, dass er seiner Form vom Jahresbeginn hinterherläuft." Bislang hat allein Nicolas Kiefer das Ticket für Peking in der Tasche.

"Wir wussten, dass es insgesamt eine schwere Auslosung war", meinte der Davis-Cup-Kapitän. Von den acht Deutschen trafen immerhin sechs auf gesetzte Spieler. "Wir müssen realistisch sehen, dass unsere Spitzenspieler zwischen 30 und 40 stehen, so ist der Ist-Zustand", weiß Kühnen, "natürlich ist das für das deutsche Tennis insgesamt nicht gut."

© SID

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