Tennis French Open
Justine Henin macht Hattrick in Paris perfekt

Die Belgierin Justine Henin hat zum dritten Mal in Folge bei den French Open triumphiert. In einem einseitigen Finale besiegte die Weltranglistenerste die serbische Überraschungs-Finalistin Ana Ivanovic in zwei Sätzen.

Justine Henin hat auf der roten Asche von Roland Garros Geschichte geschrieben. Im Finale der French Open machte die kleine Belgierin mit Überraschungsfinalistin Ana Ivanovic aus Serbien beim 6:1, 6:2 kurzen Prozess und schaffte als erste Spielerin seit Monica Seles (1990 bis 1992) den Hattrick in Paris.

Für ihren sechsten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier kassiert Henin, die am Freitag auf dem Court Philippe Chatrier ganz entspannt Anschauungsunterricht beim Weltranglistenersten Roger Federer genommen hatte, eine Million Euro Preisgeld. "Ich habe das alles noch gar nicht realisiert. Als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, hier zu gewinnen", sagte Henin und widmete den Sieg ihrer Familie: "Zu Jahresbeginn hatte ich eine schwierige Zeit. Aber ich habe mich durchgekämpft, und jetzt macht es wieder richtig Spaß."

Nach nur 1:05 Stunden durfte sie seit ihrem ersten Paris-Triumph 2003 am Samstag zum insgesamt vierten Mal den Coupe Suzanne Lenglen in die Höhe recken. Nur Rekordsiegerin Chris Evert (7 Titel), Steffi Graf (6) und Margaret Court (5) haben beim bedeutendsten Sandplatzturnier der Welt noch häufiger triumphiert.

Ivanovic klettert in der Weltrangliste

Die 19 Jahre alte Ivanovic darf sich nach dem bisher besten Grand-Slam-Turnier ihrer Karriere mit 500 000 Euro trösten und klettert in der Weltrangliste auf den vierten Platz. "Ich hoffe, dass wir uns alle im kommenden Jahr im Finale wiedersehen. Ich hatte versucht, meine Nerven im Zaum zu halten. Aber von einem Moment auf den anderen hat es mich dann erwischt", meinte Ivanovic, die große Probleme hatte, ihren Aufschlag im Feld unterzubringen.Zwei Wochen lang hatte sie gemeinsam mit ihren jeweils ins Halbfinale vorgestoßenen Landsleuten Novak Djokovic und Jelena Jankovic für ein serbisches Tennismärchen gesorgt, doch gegen Henin war sie so letztlich chancenlos.

Zwar nahm die selbstbewusste Ivanovic gleich im ersten Spiel Henin den Aufschlag ab und überraschte die Weltranglistenerste vor allem mit ihrer knallharten Vorhand. Doch die 19 Zentimeter kleinere Belgierin schaffte direkt das Rebreak. Ivanovic hatte dann große Probleme mit ihrem sonst mächtigen Aufschlag und brachte Henin - von der französischen Sporttageszeitung L'Equipe im Vorfeld zur 55:45-Favoritin erklärt - so immer besser ins Spiel.

Variabel wie immer und hoch konzentriert schaffte Henin im ersten Spiel des zweiten Durchgangs wieder das Break und diktierte gegen die letztlich überforderte Ivanovic das Match bis zum Schluss. Bereits bei ihren Zweisatzsiegen gegen Kim Clijsters 2003 sowie Mary Pierce 2005 und im vergangenen Jahr gegen Swetlana Kusnezowa hatte Henin keinen Satz und insgesamt nur 14 Spiele abgegeben.

Eindrucksvolle Siegesserie

In Roland Garros hat sie nun in 21 Spielen 35 Sätze in Folge gewonnen, ein bislang einmaliges Kunststück in der Turniergeschichte. Die hatte Henin als Zehnjährige schon live mitverfolgt. 1992 sah sie auf dem Court Central den denkwürdigen Finalsieg von Monica Seles über Steffi Graf und versprach ihrer inzwischen verstorbenen Mutter: "Eines Tages werde ich auch da unten spielen."

© SID

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