Tennis French Open
Kämpfer Kiefer schlägt sich durch

Nach dem Fünfsatz-Sieg über den Franzosen Marc Gicquel in der zweiten Runde der French Open stellt Nicolas Kiefer seinen "fighting spirit" zur Schau. "An solchen Sachen kann ich mich aufgeilen", so der Hannoveraner.

Am Ende hatte es für Nicolas Kiefer zum Sieg gereicht: Erst riss er sich das T-Shirt über den Kopf, stieß dann einen gewaltigen Schrei aus und tigerte anschließend mit nacktem Oberkörper freudestrahlend über den Court Nummer 2. "Da musste einfach alles raus: Wut, Anspannung, Frust und Freude," sagte "Kiwi" nach seinem spektakulären Sieg im Fünfsatz-Krimi gegen den weithin unbekannten Franzosen Marc Gicquel in der zweiten Runde der French Open.

Die Entscheidung zu Kiefers Gunsten fiel erst nach sieben Stunden, drei Regenunterbrechungen machten die Partie zu einem Marathon-Match. Zunächst beherrschte der Deutsche das Geschehen auf dem Platz souverän und konzentriert, doch irgendwann kam der Regen. Kiefer fegte bei einem Rettungsversuch fast den Linienrichter um und bedachte den Mann mit wenig freundlichen Worten. Fortan schimpfte er sich durch das Match, hechtete immer wieder in den roten Sand und legte sich mit den französischen Zuschauern an.

Für den derzeit besten deutschen Tennisprofi sind solche Spiele fester Bestandteil des Repertoires. Noch im Januar beim bislang besten Grand Slam seiner Karriere in Melbourne sorgte er vor seinem Halbfinaleinzug wegen seines offensiven Verhaltens auf dem Platz für reichlich Schlagzeilen. "An solchen Sachen kann ich mich aufgeilen. Ich brauche einfach das Adrenalin", verkündete Kiefer nach dem Match gegen Gicquel und verabschiedete sich mit einem Eisbeutel am Schienbein in die Nachtruhe.

"Kiwi, der Fighter"

Eigentlich tat Kiefer nach dem 11:9 im Entscheidungssatz wohl so gut wie alles weh: "Ich bin auf beide Handgelenke gestürzt und konnte eigentlich nicht mehr. Aber ich habe mich durchgequält. Das hat mir gezeigt, dass ich ein Match auch so gewinnen kann", sagte er. Auf seiner Internetseite drückte es der 28-Jährige bekannt gewöhnungsbedürftig so aus: "Kiwi, der Fighter! Wenn es spielerisch nicht läuft, muss eben die Kampfmaus ran."

Die wird sich spielerisch allerdings gehörig steigern müssen, denn nach den ersten beiden Sätzen, in denen Kiefer "unglaublich gut" spielte, hätte er es nie zu dem Nerven aufreibenden Ende kommen lassen dürfen. "Durch die erste Regenpause habe ich den Faden verloren. Und irgendwann ist es doch normal, dass man nervös wird", meinte Kiefer.

Jetzt erwartet ihn der starke Tscheche Tomas Berdych. Schon beim Arag World Team Cup in der vergangenen Woche in Düsseldorf und beim Daviscup 2005 in Liberec hatte Kiefer gegen den 20-Jährigen den Kürzeren gezogen: "Er ist einer der kommenden Spieler. Jeder erwartet seinen Durchbruch, und er hatte hier bisher sicher leichteres Spiel. Aber ich bin fit. Das Turnier hat erst begonnen."

© SID

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