Tennis
Lisicki wirft Williams in Wimbledon raus

Sabine Lisicki hat die Sensation geschafft. Die Deutsche hat sich in Wimbledon gegen die Weltranglistenerste Serena Williams durchgesetzt und zieht damit ins Viertelfinale des Turniers ein.
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LondonSabine Lisicki fiel vornüber auf den Heiligen Rasen, warf eine Kusshand ins Publikum und heulte einfach drauflos. Auf der Tribüne herzte Bundestrainerin Barbara Rittner Lisickis Mama. Die Zuschauer auf der bedeutendsten Tennisbühne der Welt saßen nach dem sensationellen Schauspiel in drei Akten längst nicht mehr. Die 23 Jahre alte Berlinerin bezwang am Super-Montag von Wimbledon die Weltranglisten-Erste, Titelverteidigerin, fünfmalige Wimbledon-Siegerin und unangefochtene Top-Favoritin Serena Williams mit 6:2, 1:6, 6:4.

„Ich zittere immer noch“, sagte Lisicki in ihrem ersten Interview. Dann erstickten die Tränen der Freude für einen kurzen Moment die Stimme. „Es ist natürlich unglaublich für mich, dieses Match noch gewonnen zu haben. Es ist ein wunderbares Gefühl“, sagte sie. „Ich habe alles gegeben und um jeden Punkt gekämpft.“

Belohnung für die Meisterleistung gegen die zuletzt alles beherrschende Williams ist nun das vierte Wimbledon-Viertelfinale nach 2009, 2011 und 2012. Und in diesem verrückten Jahr scheint noch sehr viel mehr möglich. Lisickis nächste Gegnerin Kaia Kanepi hat zwar in der zweiten Runde die Vorjahres-Halbfinalistin Angelique Kerber besiegt, doch die Berlinerin ist als Nummer 24 der Welt 22 Plätze besser notiert als ihre nächste Gegnerin aus Estland.

Nach einer Demonstration der Stärke gegen die Beste der Welt braucht sich Lisicki vor keiner Kontrahentin mehr zu fürchten. „Darüber denke ich jetzt noch nicht nach“, sagte sie nach ihrem Coup auf dem Centre Court. Es klang fast wie eine Warnung an die Konkurrenz, als sie hinterher schob: „Das Turnier ist noch nicht vorbei.“

Für Williams schon – obwohl die 31-Jährige zuletzt 34 Siege nacheinander feierte, die French Open gewann und seit dem überraschenden Aus von Maria Scharapowa für manche schon als logische Siegerin vorab gekürt wurde. Bis zu diesem denkwürdigen Montagnachmittag, bis zu dem beinahe schon unglaublichen Auftritt der jungen Deutschen.

Bei jeder Gelegenheit hatte Lisicki in den vergangenen Tagen betont, wie sehr sie die Atmosphäre im All England Lawn Tennis Club liebe und wie gern sie diesen mythenumwobenen Centre Court betrete. So war der Applaus auch ein bisschen lauter und der Empfang ein bisschen herzlicher, als die blonde Berlinerin am Montagnachmittag vor dem ersten Ballwechsel auf ihre Seite des Netzes schritt.

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„Magic Monday“

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