Tennis National
Dresden will Tennis im Osten etablieren

Ab Samstag soll das Challenger-Turnier in Dresden dem Tennis im Osten Deutschlands neues Leben einhauchen. Auch wenn der Vertrag mit der ATP 2007 ausläuft, will sich die Veranstaltung langfristig etablieren.

Das Tennis-Brachland im Osten der Republik soll mit Hilfe des am Samstag beginnenden Challenger-Turniers in Dresden neu erblühen. Denn längst sucht man in internationalen Veranstaltungs-Kalendern vergeblich nach Einträgen in den neuen Bundesländern. Das einst mit Steffi Grafs Hilfe etablierte WTA-Turnier in Leipzig ist längst nach Peking verkauft. Zwei Herren-Turniere in Eisenach und Magdeburg überlebten ebenfalls nicht. Im Vorjahr startete die sächsische Landeshauptstadt den neuen Versuch, nachdem die Pleite des Hauptsponsors 1998 bereits einmal zum Aus der Veranstaltung im Waldpark geführt hatte.

Sprungbrett für den Nachwuchs

Doch auch 2005 kamen die Organisatoren nicht aus den roten Zahlen, der Vertrag mit der ATP für die mit 25 000 Dollar dotierte Veranstaltung der "zweiten Liga" läuft bis 2007. "Wir planen aber längerfristig, wollen wieder eine Tradition aufbauen. Gerade junge deutsche Talente können bei uns wichtige Weltranglistenpunkte sammeln", sagte Turnierdirektor Peter Gorka: "Für sie könnte das Turnier als Sprungbrett dienen. Und für den Tennis-Sport im Osten ist es wichtig, dass solche Veranstaltungen stattfinden und Interesse für unseren Sport wecken."

Der Nachwuchs im Osten braucht diese "Entwicklungshilfe" wie durch Wildcards bei der Veranstaltung in Dresden dringend. "Die guten Trainer machen noch immer einen Bogen um den Osten, weil sie woanders mehr verdienen", nennt Thomas Emmrich, Serienmeister der DDR, einen Grund für den Leistungsrückstand.

Niki Pilic als Trainer dabei

Gorka, Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), ist zumindest bezüglich der Turnier-Finanzen optimistisch: "Wir haben inzwischen schon wieder neue Sponsoren gewonnen und den Etat von rund 150 000 auf 240 000 Euro aufgestockt. Wir sind auf einem guten Weg." Auch das Teilnehmerfeld sei stärker besetzt als beim Neuanfang 2005. Janko Tipsarevic aus Serbien und Montenegro (Platz 101 der Weltrangliste) führt das Hauptfeld an. Mit dabei ist auch der deutsche Newcomer Simon Greul aus Stuttgart.

Berühmtester Name auf der Anlage des TC Blau-Weiß Blasewitz ist freilich kein Spieler. "Mister Daviscup" Niki Pilic, der die begehrte Trophäe als Kapitän dreimal mit Deutschland und einmal mit Kroatien gewann, kommt als Coach eines lettischen Qualifikanten. Zumindest ein Hauch der großen Tennis-Welt weht dann über der Anlage, auf der zwischen 1993 und 1998 (damals 75 000 Dollar Dotierung) auch spätere Stars wie Jewgeni Kafelnikow, Marcelo Rios, Gustavo Kuerten oder Carlos Moya die Bälle über das Netz schlugen.

An eine Aufstockung des Preisgeldes denkt Gorka derzeit nicht. "Das muss alles langsam wachsen. Wir wollen dieses Turnier erst einmal etablieren", sagt er und bremst voreilige Euphorie.

© SID

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