Tennis National
Hordorff zieht Kandidatur zurück

Dirk Hordorff hat seine Kandidatur auf den Präsidenten-Posten beim Deutschen Tennis Bund (DTB) zurückgezogen. Der 48-Jährige empfindet zu wenig Rückendeckung für seine Reformen bei den 18 Landesfürsten.

Dirk Hordorff will unter den gegebenen Voraussetzungen nun doch nicht Präsident des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) werden und hat seine Kandidatur offiziell zurückgezogen. In einem Brief an die Präsidenten der 18 Landesverbände, die als DTB-Bundesausschuss zur Abstimmung berechtigt sind, begründet der 49-Jährige seine Entscheidung mit dem fehlenden Vertrauen aus diesem Kreis. Allerdings ist Hordorff bei einem eventuellen Meinungsumschwung der Präsidenten "gerne bereit, meine Kandidatur erneut zu erklären. Mein Team und ich sind nach wie vor bereit, einen Neuanfang für das deutsche Tennis anzugehen, das trostlose Weiterwurschteln des jetzigen Präsidiums zu beenden und zukunftsorientiert zu arbeiten."

Am frühen Freitagmorgen hatte Hordorff den Präsidenten des hessischen Landesverbandes, Wolfgang Kassing, gebeten, ihn bei der Bundesausschuss-Sitzung am Freitagnachmittag nicht als offiziellen Kandidaten vorzuschlagen. In einem Brief an die Präsidenten der 18 Landesverbände, die diesen wahlberechtigten Bundesausschuss bilden, begründete der 49-Jährige seine Entscheidung mit fehlendem Vertrauen aus diesem Kreis.

Wörtlich heißt es: "Ich hätte gerne mit Ihnen einen Neuanfang für das deutsche Tennis begonnen. Da die Mehrheit der Stimmen aber nicht bereit ist, diesen Neuanfang zu unterstützen und mitzutragen, habe ich den hessischen Tennisverband gebeten, mich nicht weiterhin als Kandidat vorzuschlagen."

Amtsinhaber Waldenfels zeigt sich überrascht

Amtsinhaber Georg von Waldenfels zeigte sich im Gespräch mit dem sid "sehr überrascht" von dieser Entwicklung. "Vor allem enttäuscht es mich, dass Herr Hordorff sich offensichtlich nicht traut, nach Bremen zu kommen und persönlich zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Er hat den Präsidenten sein Konzept vorgelegt, zu dem es hier sicher einige Fragen gegeben hätte." Dass allein die ablehnende Haltung der Landesverbände maßgeblich zu Hordorffs Entscheidung beigetragen hat, will von Waldenfels allerdings nicht so recht glauben: "Die Meinung des Bundesausschusses kannte er seit Juli. Da muss es noch einen anderen Grund geben."

Auch nach dem vorläufigen Teil-Rückzug von Dirk Hordorff ist allerdings kaum davon auszugehen, dass die seit Wochen mit erbitterter Härte geführte öffentliche Schlammschlacht der beiden Kontrahenten nun beendet ist. "Herr von Waldenfels hat eine Menge Unwahrheiten über mich und andere verbreitet, er hat sich hier nicht als Freiherr sondern als Lügenbaron geoutet", sagte Hordorff dem sid am Freitag: "Ihn interessiert Tennis einfach nicht, ihm ist das Golf spielen viel wichtiger." Unverständlich sei es für ihn, dass "der Bundesausschuss einen Präsidenten akzeptieren kann, der in der Öffentlichkeit dem deutschen Tennis immer wieder aufs Neue schadet."

Auch die Tatsache, dass Waldenfels für sich in Anspruch nimmt, den DTB in den sechs Jahren seiner bisherigen Amtszeit saniert und wieder handlungsfähig gemacht zu haben, lässt Hordorff nach wie vor nicht unwidersprochen: "In seiner Amtszeit wurden unter anderem durch seine völlig verfehlte Personalpolitik so hohe Verluste erzielt, dass die Banken die Hälfte der Schulden erlassen haben, um den DTB vor der Insolvenz zu bewahren." Nach dem Verkauf der Damenturniere in Hamburg und Berlin für geschätzte zwölf Mill. Euro habe Waldenfels dann "ca. sechs bis sieben Mill. an die Banken zurückgezahlt. Da frage ich mal: Wo ist denn der Rest?"

© SID

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