Tennis National
Van Harpen ist Grönefelds Interimslösung

Der Niederländer Eric van Harpen wird Anna-Lena Grönefeld bei ihren kommenden Turnieren betreuen. Ob der 58-Jährige die Nummer 18 der Weltrangliste später dauerhaft trainieren wird, ist derzeit jedoch unklar.

Mit Eric van Harpen hat Anna-Lena Grönefeld einen neuen Coach gefunden, zumindest für das Turnier in der kommenden Woche in Moskau. Nach der Trennung von ihrem alten Trainer Rafael Font de Mora will die 21-Jährige zunächst "mehrere Trainer probieren, um den richtigen zu finden."

Für Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner steht Grönefeld zurzeit am Scheideweg ihrer noch jungen Karriere. "Sie muss jetzt alleine rausfinden und fühlen, wer es wirklich ehrlich mit ihr meint." Rittner betreut die Nummer 18 der Weltrangliste beim derzeit laufenden Porsche-Cup in Stuttgart.

Es ist nur ein Teilzeit-Job, denn schon nächste Woche in Moskau trägt Eric van Harpen die sportliche Verantwortung bei der sensiblen Grönefeld. Der 58-jährige Niederländer, der bereits mit klangvollen Namen wie Anna Kurnikowa, Maria Scharapowa, Patty Schnyder oder Conchita Martinez zusammengearbeitet hat, gilt in der Branche eher als Verfechter der etwas härteren Gangart.

"Wichtig ist doch nur, dass es zwischen den beiden funkt."

Grönefelds Marketing-Berater George Pascal findet diesen Aspekt gar nicht so entscheidend: "Wichtig ist doch nur, dass es zwischen den beiden funkt." Van Harpen wird die stille Anna, die vom Typ her eigentlich gar nicht so recht in die Knochenmühle Profitennis passt, in Moskau, Zürich und eventuell in Hasselt/Belgien betreuen, danach wird man weitersehen. Allerdings steht van Harpen seit Juni beim Schweizer Verband Swiss Tennis unter Vertrag, wo er als Teamchef nicht nur für die Fed-Cup-Mannschaft, sondern für den gesamten weiblichen Bereich von der Jugend aufwärts zuständig ist.

Ob Grönefeld diese Entscheidung tatsächlich selber trifft, ist zumindest fraglich. Immerhin ist auch Ex-Coach Rafael Font de Mora unter anderem als Berater in Sachen Turnierplanung noch im Geschäft. "Das hat er doch schon immer gemacht, und es hat sich bewährt", sagt Pascal: "Warum sollten wir das ändern?" Für van Harpen habe sich Anna-Lena jedenfalls ganz alleine entschieden: "Sie wollte ihn haben, und er hat ja auch einen Namen in der Branche."

Grönefeld ist "total zuversichtlich"

Für die Zukunft ist Pascal jedenfalls nicht bange, auch wenn Anna-Lena Grönefelds druck- und kraftvolles Spiel unter den Turbulenzen der letzten Monate doch ein wenig gelitten hat. Zudem hat sie offenbar ein paar Kilo zugelegt, was sich bei ihren 1,80 m Körpergröße nicht unbedingt positiv auf ihr Spiel auswirkt. Pascal versichert dennoch, dass seine Klientin "total zuversichtlich" sei: "Sie hat akzeptiert, dass es im Tennis nicht immer nur nach oben geht. Manchmal muss man einen kleinen Schritt zurückgehen, um Anlauf für zwei große nach vorne zu nehmen."

Anna-Lena Grönefeld ist nach wie vor die Nummer 18 der Welt. Bis zum Saisonende wird sie kaum aus den Top 20 fallen, denn sie muss keine Resultate aus dem vergangenen Jahr mehr verteidigen. In Moskau erlebte sie nämlich 2005 eine Sternstunde, die allerdings im Krankenhaus endete. Im Achtelfinale gegen die an Nummer eins gesetzte Maria Scharapowa führte sie überraschend deutlich mit 6:1, 4:1, als sie umknickte und das Tennisjahr mit einem Bänderriss im Knöchel beenden musste.

© SID

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