sonstige Sportarten
Tennis-Star Canas empört über lange Dopingsperre

Der argentinische Tennisspieler Guillermo Canas will sich mit seiner zweijährigen Dopingsperre nicht abfinden und sieht sich in der Opferrolle. "Ich bin das Opfer, das ist eine politische Entscheidung", sagte Canas.

Mit seiner zweijährigen Dopingsperre will sich Tennis-Star Guillermo Canas nicht abfinden und hat den Gang vor den internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne angekündigt. "Niemals im Leben hätte ich damit gerechnet, dass sie mir die Höchststrafe verpassen. Ich bin das Opfer einer ganz großen Ungerechtigkeit geworden", sagte der 27 Jahre alte Argentinier, nachdem ihn die Spielergewerkschaft ATP bis zum 11. Juni 2007 gesperrt hatte.

Im Februar war die Nummer zehn des ATP-Rankings beim Turnier in Acapulco/Mexiko positiv auf das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) getestet worden. Sein bislang letztes Spiel auf der Tour bestritt Canas am 11. Juni in Halle/Westfalen, als er gegen Marat Safin (Weißrussland) verlor. Der Sandplatz-Spezialist aus Buenos Aires, der vor drei Jahren das Masters-Series-Turnier in Toronto gewonnen und in diesem Jahr das Viertelfinale der French Open erreicht hatte, muss nun außerdem 276 070 Dollar Preisgelder zurückzahlen.

"Im ganzen System stecken Fehler"

Die Schuld schiebt er der ATP in die Schuhe. "Es war ein Fehler im kompletten System beim Turnier in Acapulco. Die Mitarbeiter des Turniers hatten mir mit dem Segen der ATP Medikamente besorgt. Nun wollen sie Recht sprechen, obwohl im ganzen System Fehler stecken", meinte Canas, der dem Code der Antidoping-Weltagentur Wada zufolge automatisch für zwei Jahre gesperrt wurde.

Drei seiner Landsleute hatten zuvor nach Dopingvergehen mehr Glück gehabt und waren nicht unter diese Regelung gefallen, weil sie unter anderem nach Auffassung der ATP die Mittel unabsichtlich zu sich nahmen. French-Open-Finalist Mariano Puerta musste 2004 nach Clenbuterol-Doping neun Monate lang pausieren. Ebenfalls für neun Monate wurde im Jahr 2001 Juan Ignacio Chela wegen Missbrauchs mit Steroiden gesperrt. Im selben Jahr setzte Guillermo Coria wegen Nandrolon-Dopings sieben Monate lang aus.

Unterstützung von Tennis-Idol Vilas

Die ATP hat sich bislang zu dem Urteil nicht weiter geäußert. Canas hob hervor, dass er seit der positiven Dopingprobe im Februar geschwiegen habe, weil ihm die ATP jegliche Stellungnahme verboten habe.

Mit Blick auf die drei vorherigen Fällen spricht Canas von einer "politischen Entscheidung" und bekommt Unterstützung vom argentinischen Tennis-Idol Guillermo Vilas, der sich bereits in das Dopingverfahren von Chela 2001 eingeschaltet hatte. "Wir hatten eine schlechte Presse wegen der Reihe von Argentiniern, die aufgefallen sind. Canas fiel nie auf. Wenn es einen Jungen gibt, der ein sauberes Leben führt, dann Guillermo Canas", meinte der ehemalige US- und French-Open-Champion.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%