Tennis US-Open
Agassis Abschiedstour in New York geht weiter

Andre Agassi hat auf seiner Abschiedstour bei den US Open den Einzug in Runde drei geschafft. Der US-Amerikaner setzte sich nach hartem Kampf gegen Marcos Baghdatis in fünf Sätzen mit 6:4, 6:4, 3:6, 5:7, 7:5 durch.

Die Abschiedstour von Andre Agassi bei den US Open geht weiter. Der US-Amerikaner, der seine einzigartige Tenniskarriere nach dem Turnier in New York beendet, steht nach einem harten Zweitrunden-Match gegen Marcos Baghdatis aus Zypern in Runde drei. Nach drei Stunden und 48 Minuten durfte Publikumsliebling Agassi erneut seine Siegerküsschen an die Zuschauer verteilen und sich über den 6:4, 6:4, 3:6, 5:7, 7:5-Erfolg gegen den an Nummer acht eingestuften Baghdatis freuen.

"Daran werde ich mich immer erinnern"

Am Ende der magischen Nacht waren 23 700 New Yorker völlig aus dem Häuschen. Als Agassi 38 Minuten nach Mitternacht seinen zweiten Matchball gegen Baghdatis verwandelt und seine einzigartige Karriere um mindestens ein Spiel bei den US Open verlängert hatte, sprangen die Fans im größten Tennisstadion der Welt in die Höhe und wollten gar nicht mehr aufhören zu jubeln. "Das hier bedeutet eine Welt für mich. Glaubt mir, daran werde ich mich immer erinnern", meinte Agassi noch auf dem Platz. Und hoch oben auf der Tribüne klatschte seine Ehefrau Steffi Graf sichtlich bewegt Beifall.

Mit Kortison-Injektionen gegen die ewigen Rückenschmerzen hatte sich Agassi einen Tag vor dem Match gegen Baghdatis fit spritzen lassen, und am Ende hatte er seinen jungen Kontrahenten einfach niedergekämpft. Zwei Sätze hatte er bereits gewonnen, im dritten Durchgang stand es 4:0 für Agassi, da fühlte er sich plötzlich zu sicher ("Ich war an diesem Punkt sehr entspannt"), und als Baghdatis mit spektakulären Punkten zurückkam und nicht nur den einen Satz, sondern auch den nächsten gewann, war Agassi praktisch schon geschlagen.

In Runde drei gegen Benjamin Becker

Es folgte ein fünfter Satz, der an sich für ein ganzes Match gereicht hätte und allein 63 Minuten dauerte. "Ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt einschlafen kann. Ich hoffe es, denn mein Körper braucht den Schlaf. Aber ich weiß es nicht", meinte Agassi nach der Achterbahnfahrt, die ihm ein Drittrundenmatch gegen Qualifikant Benjamin Becker (Orscholz) einbrachte.

Im Entscheidungssatz hatte er sich aber doch wieder gefangen, ein Break hatten beide jeweils gleich im ersten Aufschlagspiel geschafft. Die Ballwechsel wurden länger und die Punkte immer spektakulärer. Bei 4:4 waren sie angekommen, das nächste Spiel war noch nicht vorbei, da wurde Baghdatis von Krämpfen im Oberschenkel geschüttelt. Eine Behandlunsgpause durfte er zu diesem Zeitpunkt nicht nehmen, und so schleppte sich der junge Mann aus Zypern nur noch mit letzter Kraft über den Platz. Auf der anderen Seite sah Agassi, der seine Karriere auch wegen der Rückenbeschwerden endgültig beendet, plötzlich wie der Jüngere aus.

"Ich habe gesehen, dass es ihm schlecht geht. Aber du willst ja selber nicht, dass der andere gesundheitliche Probleme bekommt. Es ist nur schwer einzuschätzen, wann die Grenze überschritten wird", meinte Agassi. Und so war er sichtlich beeindruckt, schaffte es kaum, den tapfer kämpfenden Baghdatis in die Ecken zu schicken. Doch irgendwie ging es immer weiter. Die Fans hielt es längst nicht mehr auf den Sitzen. Einen Matchball vergab Agassi schon bei 5:4 und Aufschlag Baghdatis, wenig später machte er es dann besser. Und als die letzte Vorhand von Baghdatis zum alles entscheidenden Break ins Aus segelte, war Agassi zu kaputt für große Gesten.

Auch sein Gegenüber beließ es bei einigen Worten. "Ich habe gekämpft und alles gegeben. Aber er ist eine Legende. Er ist mehr als das", meinte Baghdatis. Agassi sagte, er sei glücklich zu wissen, dass solche Jungs seine Nachfolger würden.

© SID

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