Tennis US-Open
Becker feiert Zweitrunden-Erfolg über Grosjean

Benjamin Becker hat bei den US Open den Einzug in die dritte Runde geschafft. Der Deutsche setzte sich in Runde zwei gegen Sebastien Grosjean in drei Sätzen 7:6, 6:1, 6:2 durch und trifft nun auf Andre Agassi.

Benjamin Becker hat die Überraschung bei den US Open perfekt gemacht: In der zweiten Runde setzte sich der Qualifikant aus Orscholz gegen Sebastien Grosjean aus Frankreich durch. Nur im ersten Durchgang hatte der 25-Jährige dabei Mühe und musste in den Tiebreak, den er mit 7:3 für sich entscheiden konnte. Im Anschluss daran hatte der an Nummer 30 gesetzte Grosjean keinerlei Gegenwehr mehr zu leisten und Becker brachte das Match locker mit 7:6, 6:1 und 6:2 nach Hause.

Nun wartet Agassi

In der nächsten Runde wartet ein Highlight auf den in den USA studierenden Becker: Der Deutsche bekommt es mit keinem geringeren als Andre Agassi zu tun. Der Publikumsliebling setzte sich auf seiner Abschiedstour nach hartem Kampf gegen Marcos Baghdatis aus Zypern mit 6:4, 6:4, 3:6, 5:7 und 7:5 durch.

Nach dem Match strahlte Becker über das ganze Gesicht, posierte geduldig für Fotos und mochte gar nicht mehr aufhören, Autogramme zu schreiben. Zu Dutzenden belagerten die amerikanischen Tennisfans den jungen Mann, der nicht aus Leimen kommt, nicht mal rote Haare hat und schon gar nicht Wimbledonsieger ist. Aber schließlich ist er "B. Becker", und der erlebt bei den US Open gerade sein ganz eigenes Tennismärchen.

"Das Spiel gegen Andre wird ein Riesenerlebnis für mich. Jeder wollte hier gegen ihn spielen, wenn er seine Karriere beendet. Er ist ein Idol und hat so viel für den Tennissport getan", schwärmte Becker. "Mein Coach hatte mich sehr gut auf Sebastien vorbereitet", fügte Becker an. Kein Wunder, arbeitet er doch mit den französischen Trainern Jean-Luc Fontanot und Tarik Benhabiles zusammen. Die gaben ihm erst das Selbstvertrauen, sich überhaupt als Profi zu versuchen. Denn anders als Boris Becker kam Benjamin nicht als halbes Kind in die Szene und über Nacht ins große Rampenlicht.

Ziemlich genau vor einem Jahr sammelte er bei einem Futur-Turnier in Ekuador erst seinen ersten Weltranglistenpunkt, als 24-Jähriger. Nach dem Abitur fühlte er sich noch lange nicht reif genug für diese Ochsentour. Er ging in die USA und begann an der Baylor-Universität in Waco "Finance and International Business" zu studieren. Tennis spielte er im Team, auf dem College.

"Um 180 Grad gedreht"

Die Zeit habe ihn abgehärtet und vor allem mental weitergebracht. "In der Trainingseinstellung habe ich mich um 180 Grad gedreht", berichtet Becker. Als Qualifikant und Nummer 112 der Welt kam er schließlich nach New York, schon mit dem Erstrundensieg über den Italiener Filippo Volandri erreichte er sein Ziel Top 100.

Nur sein Idol Boris Becker, das praktisch schuld daran ist, dass aus dem aus einer "Fußballer-Familie" stammenden Benjamin Becker ein Tennisspieler wurde, hat Becker II noch nicht kennen gelernt. In Wimbledon, wo er im Juni sein Grand-Slam-Debüt gab, habe er ihn aber kurz mal gesehen. Und die ständigen Vergleiche und Fragen wegen des berühmten Namens? "Mir würde schon etwas fehlen, wenn man mich bei Turnieren nicht auf Boris ansprechen würde", sagt Benjamin Becker.

© SID

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