Tennis US-Open
Becker schickt Agassi in Rente

Benjamin Beckers Siegeszug bei den US Open hält weiter an. Der Shootingstar besiegte Altmeister Andre Agassi in der dritten Runde 7:5, 6:7, 6:4 und 7:5. Für Agassi war es das letzte Match seiner Karriere.

Die Karriere von Tennis-Legende Andre Agassi ist beendet. Der Ehemann von Steffi Graf, der seinen Rücktritt für nach den US Open angekündigt hatte, unterlag dem deutschen Qualifikanten Benjamin Becker in der dritten Runde von Flushing Meadows 5:7, 7:6, 4:6, 5:7. Der Saarländer steht damit erstmals im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort trifft er auf den früheren US-Open-Sieger Andy Roddick (USA) oder den Spanier Fernando Verdasco.

Der 36 Jahre alte Andre Agassi, der schon im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde von 23 000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium begeistert verabschiedet. Der frühere Weltranglistenerste hat in seiner Karriere insgesamt acht Grand-Slam-Turniere gewonnen, darunter zweimal die US Open.

"Er ist ein echter Gentleman und hat dem Tennis so viel gegeben. Er war immer ein Idol für mich und ich wünsche im viel Glück für die Zukunft", sagte der Saarländer Becker und rief dem tief bewegten Agassi zu: "Danke Andre." Der 36-Jährige hatte den Kampf gegen die eigenen Gefühle längst verloren, heulte Rotz und Wasser und bedankte sich mit tränenerstickter Stimme bei seinem Publikum. "Die Anzeigetafel sagt zwar, dass ich verloren habe. Aber ich habe hier auch so viel gewonnen. Ihr habt mir so viel gegeben", meinte der Ehemann von Steffi Graf, der im Tennis-Zirkus alles gewonnen hatte.

Zweimal hatte Agassi New York bei seiner Abschiedsvorstellung noch einmal verzaubert und als der Altmeister und sein unerfahrener Kontrahent um 16 Minuten nach elf am Sonntagmorgen das Arthur-Ashe-Stadium betraten, schien sogar die Sonne im "Big Apple". Mit Training, Medienterminen und vor allem Entspannung hatte Becker die Wartezeit vor der Partie überbrückt. Als die Ausläufer von Tropensturm "Ernesto" den ersten Anlauf von Becker gegen Agassi am Samstag unmöglich gemacht hatten, war er nicht einmal auf die Anlage gefahren.

Rückenschmerzen beim Abschied

Agassi musste sich nach seinem faszinierenden Fünfsatzmarathon gegen Marcos Baghdatis (Zypern) in Runde zwei dagegen noch einmal mit Spritzen gegen die ewigen Rückenschmerzen behandeln lassen. Aber als er dann auf Platz stand, war nicht zu übersehen, wie sehr ihn die Schmerzen behinderten. Sein Vater Mike hatte Agassi sogar geraten, doch lieber gar nicht mehr anzutreten. Und auf der Tribüne saß Steffi Graf und litt sichtlich mit ihrem Ehemann, der sich nur mit einer unglaublichen Energieleistung im Match halten konnte. Fast schon verzweifelt versuchten auch die Fans, Agassi bei seinen 21. US Open immer wieder zurück ins Match zu schreien.

Ass beendet Agassis Karriere

Auf der anderen Seite musste Becker, der erst im Juni in Wimbledon erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier aufgeschlagen hatte, erstmal seine Nerven in den Griff bekommen. Gute Aufschläge und freche Stopps wechselten sich mit vielen leichten Fehlern ab und so vergab er schon im Tiebreak des zweiten Satzes die Chance zur Vorentscheidung. Zwei Sätze später zeigte Becker dann aber Nervenstärke, wehrte beim Stande von 4:5 zunächst einen Satzball Agassis ab, glich zum 5:5 aus und schaffte dann das vorentscheidende Break zum 6:5. Nach 3:03 Stunden machte Benjamin Becker mit seinem ersten Matchball, einem Ass, das Ende von Agassis Karriere perfekt.

Neben Becker hatte von insgesamt 14 gestarteten Deutschen nur Tommy Haas (Sarasota-USA) die dritte Runde erreicht. Sein Match gegen US-Boy Robby Ginepri wurde wegen des Regens auf Montag verschoben, so dass Haas bei einem Sieg gleich am Dienstag weiterspielen müsste. Überhaupt hatten die Organisatoren ein Mammutprogramm für Sonntag angesetzt. So sollte erstmals auch im Louis-Armstrong-Stadium eine "Night Session" gespielt werden.

© SID

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