Tennis US-Open
Clijsters nicht aufzuhalten

Kim Clijsters steht bei den US Open im Viertelfinale. Die ehemalige Weltranglistenerste aus Belgien schlug die an drei gesetzte US-Amerikanerin Venus Williams 6:0, 0:6, 6:4.

Für Kim Clijsters geht die wundersame US-Open-Reise zurück in die Zukunft weiter: Gefeiert von 22 000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt zog die einstige Weltranglistenerste bei ihrem Grand-Slam-Comeback nach zweieinhalb Jahren Pause ins Viertelfinale ein.

Kraftquelle heißt Jada

Der erste Gedanke galt nicht wie früher der nächsten Gegnerin, sondern ihrer neuen kleinen Kraftquelle. "Ich bin immer happy, so schnell wie möglich meine Tochter Jada zu sehen. Ihr ist es egal, ob ich gewinne oder verliere. Das ist ein schönes Gefühl", sagte die 26-jährige Clijsters nach dem 6:0, 0:6, 6:4 gegen die an Position drei gesetzte Venus Williams (USA).

Rund 27 Monate und die Geburt von Jada im Februar 2008 lagen zwischen dem Karriereende 2007 und dem Comeback vor drei Wochen. Doch in den Tagen von Flushing Meadows wirkt es, als sei Clijsters nie wirklich weg gewesen. Die Physis stark wie gewohnt, die Schläge so hart wie einst. "Ich war geschockt von ihrem gutem Zustand. Es scheint, als habe sie nicht länger als eine Woche pausiert", sagte Serena Williams (USA).

Die Vielgelobte selbst sieht das ganz anders. Zwischen der alten Kim, die vor dem Gewinn der US Open 2005 schon die Weltranglisten-Spitze erobert hatte, und der neuen Mama Clijsters liegen Welten. "Früher gab es für mich nur Tennis - 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Da habe ich oft zuviel gewollt. Jetzt habe ich eine Familie und auch andere Dinge im Kopf", sagte die sympathische Belgierin, die sich in vielfacher Hinsicht umstellen musste: "Es ist jetzt ziemlich viel Spielzeug in meinem Koffer."

Central Park statt Queens

Statt wie gewohnt beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres die meiste Zeit auf der Anlage in Queens zu verbringen, zieht es Clijsters nun samt Familie in den Central Park. "Wir waren dort schon im Zoo. Jada liebt Tiere, immerhin haben wir fünf Hunde zu Hause", sagte die mit dem ehemaligen Basketball-Profi Brian Lynch (USA) verheiratete Clijsters.

Ausgerechnet am Ort ihres bislang größten Erfolges könnte die Rückkehrerin Geschichte schreiben. Die letzte Mutter, die ein Grand-Slam-Turnier gewann, war 1980 in Wimbledon Evonne Goolagong (Australien). So weit will Wildcard-Inhaberin Clijsters aber noch nicht schauen.

Im Viertelfinale wartet am Dienstag erst einmal die Chinesin Li Na, gegen die Clijsters eine Bilanz von 3:1 Siegen hat. Im Halbfinale könnte es dann zum vorweggenommenen Endspiel gegen Titelverteidigerin Serena Williams kommen. "Ich denke nicht an irgendwelche Resultate. Ich bin zurückgekommen, um wieder Tennis zu spielen, und nicht, um von der Menge gefeiert zu werden", sagte Clijsters, während Jada ganz in der Nähe spielte.

Pennetta wirft Swonarewa raus

Damit es überhaupt zum Showdown zwischen Serena Williams und Clijsters kommen kann, muss auch die Amerikanerin ihre Pflicht erfüllen. Viertelfinal-Gegnerin Flavia Pennetta (Italien) tankte beim 3:6, 7:6 (8:6), 6:0 gegen die an sieben gesetzte Wera Swonarewa (Russland) viel Selbstvertrauen, nachdem sie drei Matchbälle abgewehrt hatte.

© SID

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